Sind Sie bereit für den Verkauf im Mai?

Sell in May? Ja, eventuell schon. Wir sind gerade relativ gut zurück im Markt und warum sollten die Kurse jetzt noch weiter steigen? Analyse von 2017 und 2018. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

„Sell in May and go away.“ Die alte Börsenweisheit war jahrzehntelang eine simple Strategie, mit der auch Anfänger an den Märkten Verluste vermeiden konnten. Darum geht es nämlich in erster Linie bei diesem Tipp.

Üblicherweise fallen über den Sommer hinweg die Börsen oder sie steigen zumindest nicht. Das Geld ist in der Zwischenzeit logischerweise woanders besser aufgehoben. Ob das jetzt jeden Kleinanleger hinter dem Ofen herholt ist fraglich. Der kauft in der Regel Aktien von Unternehmen, deren Geschäftsmodell er versteht und für gut befindet. Warum im Mai Gebühren und Steuern für den Verkauf zahlen, in der Hoffnung, dass es im Herbst wieder einen guten Einstiegspunkt gibt?

Alles neu macht der Mai

Vielleicht ja dieses Jahr. Üblicherweise verlaufen die ersten Monate im Jahr sehr positiv. Deshalb sind die Kurse auch meist in Mai an einem Punkt angekommen, an dem es eine Bereinigung gibt. Dieses Jahr war anders. Hier die relative Entwicklung des DAX zum Jahresbeginn.

Positiv gesehen, sind wir nicht mehr auf unter 92 Prozent vom Jahresanfang. Realistisch betrachtet, könnten wir 5 bis 10 Prozent weiter oben stehen. Halten Sie das für übertrieben? 2017 verlief sogar noch besser. Schauen wir uns die Entwicklung seit Jahresbeginn 2017 an.

Damals standen wir Mitte Mai bei einem Gewinn von über 10 Prozent! Dagegen sieht 2018 extrem schlecht aus. Zwar haben wir nur ein aktuelles Minus von knapp 3 Prozent, aber damit liegen wir 11 Prozentpunkte schlechter, als im Vorjahr!

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Sell in May 2017

Sell in May hat 2017 funktioniert. Wer Ende August wieder eingestiegen ist, hat den perfekten Zeitpunkt gefunden. Dieses Jahr wird anders verlaufen. Das ist jetzt schon sicher, denn die ersten vier Monate sind aus der Reihe getanzt.

Was wäre, wenn der Sommer 2018 genauso verläuft, wie der Sommer 2017? Dann würden wir 8 Prozentpunkte abgeben. Damit wären wir bei einen Minus von 11 Prozent für dieses Jahr. Ganz schön bitter! Aber können wir überhaupt sicher sein, dass unser diesjähriger Sommer „so gut“ verläuft?

Natürlich kann es schlimmer kommen. Doch schauen wir uns das Thema einmal realistisch an. Der DAX zeigt aktuell nicht den Hauch einer Chance nachhaltig über die 200-Tagelinie zu kommen. Diese verläuft derzeit bei 12.663 Punkten. Ja, er ist nur kurz darunter, aber genau hier beißt er sich seit vielen Handelstagen die Zähne aus. Es ist deshalb eher unwahrscheinlich, dass ein plötzlicher Ausbruch die Kurse anhebt. Dafür muss sich geopolitisch etwas entscheidend verändern.

Nach unten haben wir derzeit eine Menge Spielraum. 11.750 – in etwa bis hierhin reicht das Apriltief. Und sein wir einmal ehrlich, wer bislang den DAX noch nicht verkauft hat, wird es jetzt auch kaum tun. Abgesehen von den Fans der Sell in May-Strategie natürlich. Letztlich hat der DAX aber rund 800 Punkte Platz, um sich im Sommer auszutoben, ohne – und das ist der Knackpunkt – dass neue Jahrestiefs erreicht werden.

Inline-Zertifikate oder Optionen?

Es klingt also so, als ob eines der möglichen Szenarien für den Sommer eine Seitwärtsphase wird. Die haben wir quasi schon seit Februar und somit kann sie durchaus noch weiterlaufen. Was machen Sie als Anleger in solch einer Phase? Sie investieren in Produkte, die auf gleichbleibende Kurse setzen.

Das können Inline-Zertifikate sein. Hierbei darf sich der Kurs des Basiswerts nicht gravierend verändern, bis Sie das Wertpapier wieder verkaufen. Oder Sie richtigen Ihren Blick auf die Optionen-Strategien von Michael Sturm. Der zeigt Ihnen nämlich ganz genau, wie Sie geschickt mit dem Zeitwert spielen, um Profite zu machen, während die Börse auf der Stelle tritt.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.