Sixt-Aktie: Börsengang der Leasingsparte in Sichtweite

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Autovermieter Sixt startet mit potentiellem Börsengang durch (Foto: Ekaterina Lin / Shutterstock.com)

Vielleicht haben Sie die Erfolgsstory des familiengeführten Autovermieters Sixt mit verfolgt. Nach jahrelanger Seitwärtsbewegung startete der Konzern im letzten Jahr richtig durch.

Um ganze 40% sprang der Aktienkurs nach oben. Mit einem Zuwachs von 22% seit Jahresbeginn scheinen die Anleger auch in diesem Jahr dem Autovermieter einiges zuzutrauen.

Was hat sich geändert? Woher kommt die Zuversicht der Investoren?

Marktführer baut Margen weiter aus

Sie kennen Sixt bestimmt. Mit Autovermiet- und Leasingdienstleistungen ist das von Erich Sixt (hält weiterhin 60,1% der Aktien) geführte Unternehmen groß geworden. Mittlerweile ist Sixt Marktführer in Deutschland und die Nummer 3 in Europa.

Das Unternehmen unterhält dabei eigene Aktivitäten in 10 europäischen Ländern sowie in den USA. Franchisenehmer decken mehr als 85 weitere Märkte ab.

Zusätzlich bietet Sixt mit BMW über das Joint Venture DriveNow ein Car-Sharing-Modell in diversen Großstädten an.

Sixt differenziert sich in der Vermietung über das Angebot (59% Premiumfahrzeuge), ein breites Stationsnetzwerk (z.T. über Franchisenehmer) und markante Werbung.

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Erfolgreiche Mittelständler im Fokus: SixtSixt bestätigte sein Jahresziel, den Umsatz leicht zu steigern und ein mindestens stabiles Ergebnis vor Steuern zu erwirtschaften. › mehr lesen

Strate-gische Partnerschaften mit Fluglinien und Hotels sowie individuelle Bonusprogramme und eine Upgrade-Wahrscheinlichkeit von ca. 66% erhöhen Attraktivität von Sixt im Wettbewerb.

Mit diesem Angebot erzielte Sixt im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz in Höhe von 1,66 Mrd. Euro. Die wichtige EBIT-Marge (Vorsteuergewinn im Verhältnis zum Umsatz) lag bei 8,2%. Für Sie zum Vergleich. Im Jahr 2010 wurde lediglich eine Marge von 6,6% erreicht.

Anleger setzen auf  Börsengang der Leasingsparte

Die Ankündigung eines möglichen Börsengangs der Leasingsparte sorgte für Euphorie bei den Anlegern. Positiv ist, dass durch einen Börsengang ein Marktwert für das Leasinggeschäft geschaffen wird. Der Leasingbereich wurde bislang von Investoren stiefmütterlich behandelt.

Das Segment erzielt 26% der Erlöse, hat eine vergleichsweise niedrige Vorsteuermarge von 5% und wächst mit durchschnittlich 0,6% von 2009-2014 deutlich langsamer als das Vermietgeschäft. Hier lagen die Zuwächse bei 4,90%.

Mittelzuflüsse sichern Wachstumspotenzial

Durch den Börsengang würden Sixt erhebliche Barmittel zufließen. Bereits jetzt gilt der Autovermieter mit einer Eigenkapitalquote von zuletzt 28,5% als deutlich solider als die Konkurrenz (Hertz: 11,7%; Europcar: 7,9%; Avis: 4,7%).

Wenn sich Sixt für eine Reduzierung seines Anteils an der Sixt Leasing AG auf unter 50% entscheidet würde die Eigenkapitalquote nochmals deutlich ansteigen. Dementsprechend gäbe es enormen Spielraum für eine weitere Expansion, unter anderem auch in die USA.

Der starke Kursanstieg spricht jedenfalls dafür, dass die Anleger dem Familienunter-nehmen auch in Zukunft profitables Wachstum zutrauen. Dabei dürfte der geplante Börsengang des Konkurrenten Europcar mit einem Marktwert von mehr als 4 Mrd. Euro sicherlich nicht ungelegen kommen.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.