Sixt Aktie: Kein Grund zur Panik

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Die überraschende Aktienplatzierung der Gründerfamilie hat Anleger aufgeschreckt und die Sixt Aktie ein paar Prozent gekostet. (Foto: Ekaterina Lin / Shutterstock.com)

Wenn Insider oder Firmengründer im großen Stil die eigenen Aktien verkaufen, schrillen bei Anlegern häufig die Alarmglocken – ist da womöglich irgendwas im Busch, wovon die breite Öffentlichkeit noch nichts weiß? Sind weitere Kursgewinne nicht zu erwarten, oder steht womöglich – schlimmer noch – ein größerer Absturz bevor?

All diese Sorgen dürften wohl auch die Anleger von Sixt umgetrieben haben, als bekannt wurde, dass sich die Gründerfamilie von mehr als einer Million Sixt Aktien getrennt hat. Ihren Mehrheitsanteil senkte die Familie dadurch von bislang 61,6 Prozent auf nun 58,3 Prozent ab. Damit hält der Clan zwar immer noch eine bequeme Mehrheit, dennoch zeigten sich etliche Anleger aufgeschreckt durch den überraschenden Schritt. Die Sixt Aktie rauschte daraufhin in den Keller und verlor innerhalb kurzer Zeit mehr als 7 Prozent an Wert.

Sixt Aktie: Kursknick nach fulminanter Rally

Allerdings bleibt festzuhalten, dass sich die im SDax notierte Stammaktie auch nach dem Kursrutsch noch auf hohem Niveau bewegt und mit rund 105 Euro in etwa so viel kostete wie zuletzt Anfang Mai nach einer fulminanten Rally, die Mitte Mai zur Markierung eines neuen Allzeithochs bei etwa 116 Euro führte. Auf Jahressicht hat sich der Wert des Papiers verdoppelt, allein seit Jahresbeginn liegt das Plus bei rund 40 Prozent. Damit zählt die Sixt Aktie zu den in diesem Jahr bislang stärksten Werten im SDax.

Doch so sehr die Platzierung der Aktien Anleger und Analysten überrascht haben mag: Die Zeichen stehen dennoch nicht auf Krise, ganz im Gegenteil. Die Zahlen für das erste Quartal haben belegt, dass Sixt sich weiterhin stabil auf Erfolgskurs bewegt und insbesondere die Expansion ins Ausland Früchte trägt.

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Die Prognose für die Geschäftszahlen 2018 wurde bereits nach wenigen Wochen weiter angehoben. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen nun mit einem Gewinn vor Steuern, der den Vorjahreswert (2017: 287 Millionen Euro) nicht nur leicht, sondern deutlich übertreffen werde. Entsprechendes gilt für den operativen Umsatz, der ebenfalls kräftig steigen soll gegenüber den im Vorjahr erzielten 2,3 Milliarden Euro.

Analysten bleiben gelassen

Analysten blieben denn auch gelassen und behielten ihre vorherigen Empfehlungen und Kursziele bei. Sie verwiesen darauf, dass Firmengründer Erich Sixt weiterhin unangefochtener Mehrheitseigner bleibe und die Reduzierung seiner Anteile den Streubesitz sowie die Liquidität stärke. Beides werteten Beobachter eher positiv, wenngleich die Einschätzungen im Detail auseinandergehen.

So rät Warburg Research lediglich zum Halten der Aktie und rechnet mit einem Kursziel von 98 Euro mit einem weiteren Absinken gegenüber dem jüngsten Kursniveau, während die Commerzbank mit einem Kursziel von 125 Euro durchaus noch Aufwärtspotenzial sieht und den Kauf der Sixt Aktie empfiehlt.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.