Sixt: Corona-Krise bremst das Geschäft nur temporär aus

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Der Autovermieter Sixt leidet aktuell stark unter den Folgen der Corona-Pandemie. Ich bin aber überzeugt von einem Comeback des Unternehmens. (Foto: Ekaterina Lin / Shutterstock.com)

Ich habe Ihnen hier im Schlussgong in den vergangenen Tagen und Wochen zahlreiche Unternehmen vorgestellt, die direkt oder indirekt von den Folgen der Corona-Pandemie profitieren. Heute möchte ich über ein Unternehmen berichten, das aktuell sehr unter den Folgen der Pandemie leidet, das aber meines Erachtens gestärkt aus dieser Krise hervorgehen wird.

Die Rede ist vom Autovermieter und Mobilitätsdienstleister Sixt. Bei der Sixt SE war das 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres stark von den Auswirkungen der weltweiten Corona-Krise geprägt.

Mit dem Inkrafttreten der staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, weltweite Reisewarnungen, Grenzübertritts-, Ausgeh- und Mobilitätsbeschränkungen sowie dem Shutdown der Wirtschaft, brach das Geschäft von Sixt Mitte März auf einen Schlag ein.

Zwar betrug der Umsatzrückgang aufgrund eines erfreulichen Jahresauftakts, der sogar über den Erwartungen des Sixt-Managements lag, in den ersten 3 Monaten nur moderate 3,4% gegenüber dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die Ertragslage war jedoch noch deutlich von der Kostenbasis vor dem Nachfrageeinbruch im März geprägt.

Im Rahmen der neuen Prognose unterwegs

Insgesamt bewegt sich Sixt nach Angaben des Managements im Rahmen der im März aufgestellten (Corona-bedingt nach unten angepassten) Planung und bestätigt deshalb die Erwartungen an das Gesamtjahr 2020.

Die Prognose beruht auf der Annahme, dass es ab dem wichtigen 3. Quartal sukzessive zu einer spürbaren Nachfragebelebung kommen wird, wovon ich, Stand heute, fest ausgehe, zumal wir in den vergangenen Tagen bereits einige Lockerungen gesehen haben und nun auch die Grenzen wieder geöffnet werden sollen.

Unternehmenslenker Ericht Sixt zeigt sich optimistisch

Erich Sixt kommentiert die Entwicklungen wie folgt: In den ersten beiden Monaten 2020 war die Welt für Sixt noch in Ordnung. Wir konnten den Wachstumskurs der vergangenen Jahre sogar über unseren Erwartungen fortsetzen. Nach der faktischen Aussetzung des internationalen Reiseverkehrs im März haben wir sehr schnell auf den weltweiten Nachfrageeinbruch reagiert. Wir gehen unverändert davon aus, dass sich die Nachfrage in der 2. Jahreshälfte Stück für Stück normalisieren wird.

Voraussetzung dafür seien nach Aussage von Erich Sixt aber weitere Lockerungen im Reiseverkehr, vor allem bei grenzüberschreitenden Reisen. Für eine wieder anspringende Nachfrage sei sein Unternehmen aufgrund der hohen Anpassungsfähigkeit des Geschäftsmodells gut vorbereitet. Sixt werde nach Aussage des Firmenlenkers nach Abklingen der Krise wieder schnell am Markt durchstarten.

Für das laufende Jahr sind von Sixt in Summe keine großen Sprünge zu erwarten. Zeigt sich aber ab dem 3. Quartal eine deutliche Erholung des Geschäfts, könnte der Aktienkurs stärker anspringen. Ab 2021 wird Sixt meines Erachtens wieder richtig durchstarten.

Obwohl sich sowohl die Vorzugsaktie von Sixt als auch die im SDax gelistete Stammaktie schon wieder recht deutlich von ihren März-Tiefs entfernt haben, sind die Papiere aktuell noch mit erheblichem Abschlag auf die alten Höchststände zu haben. Werden die alten Hochs erreicht, was meines Erachtens mittelfristig der Fall sein sollte, winken hohe Gewinne.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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