Sixt-Konkurrent Europcar geht an die Börse

Unter den europäischen Autovermietern zählt der Sixt-Konkurrent Europcar zu den größten Adressen. Das französische Unternehmen wird morgen den Gang auf das Pariser Börsenparkett vollziehen und will mit Hilfe des Börsengangs vor allem Schulden abbauen.

Durch den Börsengang erwartet der Autovermieter Einnahmen von insgesamt 854,5 Mio. Euro und will dadurch die aktuellen Finanzprobleme lösen. Dieser Betrag wird zum einen durch die Ausgabe neuer Aktien erreicht, die 475 Mio. Euro einbringen sollen.

Der restliche geplante Erlös in Höhe von 379,5 Mio. Euro wird durch den Verkauf bereits existierender Anteilsscheine der Konzernmutter Eurazeo erreicht. Eurazeo ist eine französische Private Equity-Gesellschaft, die als Investor fungiert und derzeit 87% der Anteile an Europcar hält. Etwa die Hälfte der Aktien sollen nach dem Börsengang von Europcar frei handelbar sein.

Weitere Details zum Börsengang

Die Preisspanne für die Europcar-Aktien legte das Unternehmen bei 11,50 Euro bis 15 Euro fest. Investoren hatten bis einschließlich des heutigen Donnerstags die Möglichkeit, Anteilsscheine zu zeichnen. Die sogenannte Mehrzuteilungsoption erlaubt den Verkauf weiterer Aktien der bisherigen Anteilseigner. Dadurch könnte das Volumen des Börsengangs um bis zu 15% angehoben werden.

Nach Angaben der Europcar-Finanzdirektorin Caroline Parot soll der Großteil der aus dem Börsengang resultierenden Einnahmen in die Tilgung von Schulden fließen. Per Ende März (also zum Ende des 1. Quartals 2015) beliefen sich die Verbindlichkeiten des Autovermieters auf insgesamt 607 Mio. Euro.

Für Investitionen, wie weitere Zukäufe oder Kooperationen, bleibt daher nur ein kleiner Teil des Erlöses aus dem Börsengang übrig.

Europcar hat sich durch verschiedene Maßnahmen in den vergangenen Monaten auf den anstehenden Börsengang vorbereitet. So hat das Unternehmen beispielsweise Mitte des vergangenen Jahres zusammen mit Daimler das Mobilitätskonzept „car2go“ gestartet.

Dabei handelt es sich um eine Carsharing-Plattform. Hier haben Kunden die Möglichkeit, frei geparkte Fahrzeuge der „car2go“-Flotte im Minutentakt zu mieten. Der große Konkurrent Sixt hatte bereits zuvor gemeinsam mit BMW unter dem Namen „DriveNow“ eine ähnliche Plattform gegründet.

Fazit: Sixt-Aktie aus meiner Sicht attraktiver

Zwar dürfte Europcar nach dem Börsengang finanziell deutlich besser aufgestellt sein, weil Schulden abgebaut werden können und frisches Geld für Investitionen da ist, doch die Sixt-Aktie ist aus meiner Sicht das attraktivere Investment.

Denn Sixt hat sich in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich an der Börse behauptet und verfügt über vielversprechende Perspektiven in einem besonders wichtigen und großen Autovermietungsmarkt – den USA. Zudem ist Sixt nach wie vor familiengeführt, was eine gewisse Solidität und Kontinuität hinsichtlich der Geschäftsentwicklung verspricht.

Europcar hingegen muss sich erst noch an der Börse beweisen. Daher bleibt die Sixt-Aktie für mich – zumindest vorerst – die bessere Wahl.

25. Juni 2015

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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