Sixt SE: Erich Sixt bleibt Optimist

Sixt – shutterstock_232569424 Ekaterina Lin

Firmenpatriarch Erich Sixt lässt sich trotz Corona nicht kleinkriegen. Nach einer Krise folgen auch wieder gute Zeiten, so der Mehrheitsaktionär des Familienunternehmens. (Foto: Ekaterina Lin / Shutterstock.com)

Haben Sie einmal darauf geachtet, wie oft in einer aktuellen Nachrichtensendung, wie der Tagesschau oder den heute-Nachrichten, das Wort Corona genannt wird? Ich habe gestern bei dem zwanzigsten Mal aufgehört zu zählen und den Fernseher abgeschaltet. Irgendwie sehne ich mich in diesen zugegebenermaßen schwierigen Zeiten nach einem positiven Signal.

Sixt sieht Chancen trotz Krise

Einen solchen Hoffnungsschimmer habe ich in der vergangenen Woche beim Lesen des Handelsblatts gefunden. Den Düsseldorfer Redakteuren hat der Gründer von Deutschlands größter und wohl auch bekanntesten Autovermietung, Erich Sixt, gesagt, dass er trotz Corona-Krise auch gewaltige Chancen sieht.

Auch wenn das Geschäft mit den Leihwagen aktuell schwer von der Pandemie betroffen ist, lässt sich Sixt nicht kleinkriegen. Als erfahrener Firmenlenker weiß er, dass Krisen immer wieder vorkommen. Bisher hat sein Unternehmen jede Krise überstanden und hat sich nach den regelmäßig eintretenden Krisen wieder schnell erholt.

Bisher jede Krise überstanden

Aus jeder Krise kam Sixt gestärkt hervor. Wir haben noch nie Verluste geschrieben und wir erwarten auch für 2020 keine, so der Mehrheitsaktionär von Deutschlands größtem Autovermieter. Die Lage werde sich nach 2 bis 3 Monaten schrittweise wieder normalisieren, so Erich Sixt weiter.

Und auch wenn das Mietwagengeschäft zurzeit deutlich leidet, hebt Sixt hervor, dass es in anderen Bereichen seines Unternehmens auch positive Entwicklungen gibt: Wir sehen aktuell in Teilbereichen sogar eine deutliche Nachfragesteigerung, weil Privatkunden in Miet- und Carsharing-Fahrzeugen eine sichere Alternative zum Öffentlichen Personennahverkehr suchen, so der Firmenlenker.

Sixt zieht Konsequenzen

Nach einem Rekordergebnis im vergangenen Jahr bleibt Sixt aber Realist und rechnet in diesem Jahr wegen der Corona-Krise mit einem starken Umsatz- und Gewinnrückgang. Folglich wird die Dividende zusammengestrichen. So wird es in 2020 nur für Inhaber von Sixt-Vorzugsaktien die Mindestdividende von 0,05 Euro je Aktie geben.

Zudem wird Sixt den Fuhrparkbestand deutlich reduzieren und geplante Investitionen verschieben. Darüber hinaus sollen beim Personal und den Sachaufwendungen deutliche Einsparungen erfolgen. Unter dem Strich will das Unternehmen in diesem Jahr Kostensenkungen von bis zu 100 Mio. Euro realisieren.

Rückkehr zur Normalität im kommenden Jahr

Auch wenn der Mobilitäts-Spezialist im laufenden Jahr von der Corona-Krise arg gebeutelt ist, geht Sixt von einer Normalisierung im Jahr 2021 aus. Dann erwartet Erich Sixt eine deutliche Steigerung des Umsatzes und ein leichtes Plus beim Gewinn vor Steuern (EBT). Und das wohlgemerkt im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2019!

Für Sixt-Aktionäre ist die Dividendenkürzung sicherlich erst einmal eine harte Nachricht. Aber auch viele andere Gesellschaften werden, wie bereits jetzt deutlich wird, in diesem Seuchenjahr entweder keine oder nur eine deutlich reduzierte Dividende ausschütten.

Mein Fazit: Der aktuell niedrige Kurs bietet eine günstige Chance, in das Papier einzusteigen. Ich bin nach Auswertung aller Daten überzeugt, dass Sixt die Krise überstehen wird und das Unternehmen nach der Krise stärker sein wird als vorher, da finanziell schwache Konkurrenten vom Markt verschwinden werden.

Sixt – shutterstock_232569424 Ekaterina Lin

Autovermieter-Aktien: Sixt fährt der Konkurrenz davonSixt glänzt unter den Autovermieter-Aktien, doch die Branche steht vor einer Zäsur - ein Start-up aus den USA will sie aufrollen. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Tobias Schöneich. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz