Sixt verkauft Carsharing-Gemeinschaftsprojekt an BMW

Sixt: Wie der Verkauf der DriveNow-Anteile abläuft und warum die Vorzugsaktie spannender ist als die Stammaktie. (Foto: Ekaterina Lin / Shutterstock.com)

Der deutsche Leitindex DAX hat heute die Marke von 12.500 Punkten zurückerobert und liegt damit rund 300 Punkte über dem Wochentief. Der scharfe Abwärtstrend wurde vorerst gestoppt. Daher können wir wieder auf die interessantesten Unternehmen schauen.

Der bekannte Mobilitätsdienstleister Sixt hat kürzlich bekannt gegeben, das Gemeinschaftsprojekt DriveNow an seinen Partner BMW zu verkaufen. DriveNow ist ein von Sixt und BMW zusammen gegründeter sogenannter Carsharing-Anbieter.

Zur Erläuterung: Carsharing ermöglicht es den angemeldeten Nutzern in größeren Städten mit Autos des Anbieters von A nach B zu fahren. Abgerechnet wird nach Minuten. Hinzu kommt eine einmalige Anmeldegebühr in überschaubarer Höhe.

Einzelheiten zum DriveNow-Verkauf

Kommen wir nun zu den Einzelheiten des Verkaufs der DriveNow-Anteile an BMW. Bevor sich Sixt mit BMW über den Verkauf der DriveNow-Anteile geeinigt hat, waren beide Unternehmen je zur Hälfte an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt.

Für den Vollzug der Vereinbarung bedarf es noch der Freigabe der zuständigen Kartellbehörden. Die Erteilung dieser Freigaben wird im Verlauf des zweiten Quartals 2018 erwartet.

Die der Transaktion zu Grunde gelegte Gesamtbewertung des vor 7 Jahren gegründeten Gemeinschaftsunternehmens DriveNow beträgt rund 420 Mio. Euro. Dementsprechend wurde ein Kaufpreis für die bislang von der Sixt SE gehaltene Beteiligung an DriveNow in Höhe von 209 Mio. Euro vereinbart.

Mit Vollzug des Verkaufs der DriveNow-Beteiligung würde die Sixt SE hieraus im laufenden Geschäftsjahr 2018 auf Konzernebene voraussichtlich einen außerordentlichen Ertrag vor Steuern in Höhe von rund 200 Mio. Euro erzielen.

Neben diesem einmaligen Ergebniseffekt erwartet Sixt aus einem Verkauf der DriveNow-Beteiligung keine wesentlichen Auswirkungen auf Umsatz oder Ergebnis des Konzerns. Mit anderen Worten: Sixt erhält einen Mittelzufluss in Höhe von 209 Mio. Euro – wird aber umsatz- und ergebnismäßig auf Konzernebene keine wesentlichen negativen Effekte aus dem Verkauf spüren.

Darüber hinaus teilte das Unternehmen mit, dass die Transaktion es der Sixt SE ermögliche, nun unabhängig die Position als führender Mobilitätsdienstleister durch die Integration aller Mobilitätsangebote unter einem Dach konsequent auszubauen.

BMW will nach Abschluss der Transaktion den eigenen Carsharing-Anbieter DriveNow mit dem Daimler-Carsharing-Anbieter Car2Go zusammenführen.

Vorzugsaktie mit deutlichem Abschlag zur Stammaktie

Der Verkauf der DriveNow-Anteile könnte sich als Werttreiber für die Sixt-Stamm- und Vorzugsaktien erweisen. Besonders die Vorzugsaktie ist aus meiner Sicht einen Blick wert. Denn die Sixt-Vorzugsaktie wird im Vergleich zu der im SDax notierten Stammaktie mit einem extrem deutlichen Abschlag gehandelt.

Während die Sixt-Stammaktie aktuell bei gut 78 Euro notiert, kommt die Vorzugsaktie nur auf einen Kurs von knapp 55 Euro. Das ist ein Abschlag von rund 30%. Zwar ist die Stammaktie im SDax vertreten, liquider und bietet den Aktionären ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung, dafür erhalten die Vorzugsaktionäre eine höhere Dividende.

Ein Abschlag bei den Vorzugsaktien im Vergleich zu den Stammaktien ist durchaus üblich – der Abschlag im Fall Sixt ist aus meiner Sicht jedoch deutlich zu hoch. Hier könnte sich eine interessante Chance für Sie als Anleger bieten. Weitere Informationen zur Sixt-Vorzugsaktie erhalten Sie in meinem Börsendienst „Depot-Optimierer“.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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