Sky präsentiert sich im Übernahme-Kampf in Bestform

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Sky liefert mit starken Zahlen den Bietern Argumente, warum sie ihre Angebote aufstocken sollten. Für Privatanleger ist die Chance jedoch zu gering. (Foto: Casimiro PT / Shutterstock.com)

Die britische Bezahlsender-Gruppe Sky hat Ende vergangener Woche die Zahlen für das Schlussquartal des am 30. Juni beendeten Geschäftsjahrs 2017/2018 vorgelegt und dabei die Erwartungen der Analysten geschlagen.

Bei einem Umsatzanstieg um 5% auf 13,6 Mrd. britische Pfund (GBP) lag das operative Ergebnis mit 2,5 Mrd. GBP 9% höher. Unter dem Strich steht ein Gewinn von 0,673 GBP; 10% mehr als im Vorjahr.

Analyst sieht finalen Übernahme-Preis bei 18 Pfund je Sky-Aktie

Die überraschend starken Zahlen dürften vor allem von Comcast und Fox genauer unter die Lupe genommen werden. Beide US-Konzerne buhlen um Sky und haben bereits Milliarden-Angebote vorgelegt.

Mit starken Zahlen steigt die Chance für die Aktionäre, dass die Zahlungsbereitschaften der Bieter weiter hochgehen. Ein Analyst ist der Ansicht, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist und kann sich sogar einen Übernahme-Preis von 18 Pfund je Aktie vorstellen.

Analysten-Kursziel liegt 130% über Erstangebot

Sollte Sky wirklich zu 18 GBP je Aktie den Besitzer wechseln, würde Sky mit über 30 Mrd. Pfund bewertet. Das wäre für die Sky-Aktionäre ein unverhoffter Gewinn, denn ein unabhängiges Komitee bezifferte den fairen Wert der Sky-Aktie im Herbst 2016 noch mit 10,75 GBP je Aktie.

Dies bot seinerzeit der US-Medienkonzern Fox, als er nach mehrjährigen On-Off-Gesprächen ein Übernahme-Angebot lancierte. Die Offerte lag 36% über dem damaligen Sky-Börsenkurs, was schon ordentlich war – bei 18 Pfund wäre der Aufschlag fast 130%.

Abseits des Biotech-Sektors sind solch hohe Prämien bei Milliarden-Deals selten. 

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Bieterkampf um Sky: Markt rechnet mit noch mehrFox und Comcast liefern sich einen erbitterten Bieterkampf um Sky. Doch so langsam dürfte das Ende der Fahnenstange erreicht sein. › mehr lesen

Fox muss bis kommenden Mittwoch Comcast-Offerte toppen oder sich zurückziehen

Aktuell hat Comcast im Rennen um Sky die Nase vorn. Der Kabelnetzbetreiber hat eine Offerte von 14,75 GBP je Aktie vorgelegt und damit ein von Fox auf 14 Pfund aufgestocktes Übernahme-Angebot ausgekontert.

Das Sky-Management hat Comcast mit dem Angebot auf seiner Seite. Nun liegt der Ball im Spielfeld von Fox. Nach britischem Übernahme-Gesetz hat der Medienkonzern noch bis zum 8. August, um mit einer noch höheren Offerte das Management umzustimmen.

Markt erwartet weitere Aufstockung – Sky-Aktie dennoch kein Kauf

Aktuell kostet die Sky-Aktie 15,20 GBP. Am Markt wird also erwartet, dass Fox noch einmal mit einer höheren Offerte zurückkommt. Dank der starken Geschäftszahlen ist die Wahrscheinlichkeit dafür auch nicht geringer geworden, denn so hat der Bieter ein starkes Argument, warum er seinen Aktionären ein noch höheres Angebot zumuten kann.

Das gleiche gilt jedoch auch für Comcast. Und nach dem Ausstieg aus dem Bieterkampf mit Disney um wesentliche Fox-Geschäftsbereiche hat der Kabelkonzern klar gemacht, dass er das Wettbieten um Sky unbedingt für sich entscheiden will.

Das wiederum weiß auch Fox, sodass der Medienkonzern auch einen guten Grund hat den kostspieligen Bieterkampf aufzugeben. Für die investierten Sky-Aktionäre dürfte sich angesichts eines fest stehenden Angebots bei 14,75 GBP die Enttäuschung in Grenzen halten – kostete die Aktie vor der Erstofferte doch nur 7,90 GBP.

Jetzt aber noch einzusteigen, um auf höhere Gebote zu setzen, lohnt sich nach Ansicht des Übernahme-Sensors für Privatanleger jedoch nicht. Mehrheitlich wird die siegreiche Offerte zwischen 15 und 16 Pfund gesehen und die vom Analysten ins Spiel gebrachten 18 Pfund scheinen recht hoch gegriffen.

Bis 16 Pfund fehlen gut 5%, das Risiko liegt mit Blick auf die Comcast-Offerte bei 3%. Addieren Sie da noch Ordergebühren hinzu und rechnen sie die Wartezeit mit ein, bis das Geld fließt, ist eine Investition nicht attraktiv.


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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.