Slack-Aktie schnellt nach Übernahmegerüchten kräftig in die Höhe

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Slack-Aktie wird durch Übernahmegerüchte beflügelt: Der Cloud-Spezialist Salesforce könnte vor dem größtem Zukauf der Firmengeschichte stehen. (Foto: Piotr Swat / shutterstock.com)

Lange Zeit tat sich die Aktie des Spezialisten für Bürokommunikation ausgesprochen schwer. Während die Kurse von anderen Corona-Profiteuren von einem Hoch zum nächsten eilten, liefen die Slack-Papiere eher seitwärts – bis zuletzt: Nach neuesten Gerüchten plant der Software-Riese Salesforce eine Übernahme des Microsoft-Rivalen Slack. Die Slack-Aktie schoss in einer ersten Reaktion um 37% nach oben. Salesforce hingegen kam angesichts der möglichen Milliarden-Übernahme unter Druck und verlor rund 5% an Wert.

Slack – der innovative Messaging-Dienst….

Slack ging genau vor zehn Jahren als Instant-Messaging-Dienst an den Start. Slack funktioniert so ähnlich wie WhatsApp – wird allerdings vor allem geschäftlich genutzt: Mitarbeiter können in offenen und geschlossenen Kanälen miteinander kommunizieren und das komplette Archiv aus Nachrichten und Dateien durchsuchen. Das Programm verspricht die Kommunikation im Unternehmen zu entschlacken und die Belegschaft in Projektarbeiten besser einzubinden.

Die Team-Kommunikation findet über Slack statt, so dass alle Details einer Kommunikation (Dokumente, Bilder, Videos) bezüglich eines Projekts an einem Ort abgelegt werden. Dies hat den Vorteil, dass alle Informationen bezüglich des Arbeitsprojekts für alle Team-Mitglieder schnell und einfach zugänglich sind. Dies soll Mitarbeiter produktiver machen, da der Kommunikationsaustausch beschleunigt wird. Die Slack Plattform ist über jedes Gerät erreichbar. Dies bedeutet, dass Team-Mitglieder auch von unterwegs aus an Projekten gemeinsam arbeiten können.

…..mit beeindruckendem Wachstum in den letzten Jahren

Mit seiner Positionierung konnte der US-Konzern in den zurückliegenden Jahren satte Wachstumsraten erzielen. Seit 2017 kletterten die Erlöse von 105,2 auf 630,4 Millionen Dollar. Allein im zurückliegenden Geschäftsjahr lag das Umsatzwachstum bei beachtlichen 57%. Unterdessen konnte die Anzahl der Kunden um 25% gesteigert werden.

Im zweiten Quartal erhöhten sich die Umsätze um 48% auf 215,9 Millionen Dollar. Unter dem Strich verharrte Slack aber noch tief in der Verlustzone (-74,8 Millionen Dollar). Insgesamt konnte Slack netto 8.000 neue zahlende Kunden gewinnen. Mittlerweile zählt Slack 87 Kunden mit einem wiederkehrenden Jahresumsatz von mehr als 1 Million Dollar. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahr waren es erst 49.

Salesforce peilt größte Übernahme der Firmengeschichte an

Jetzt hat offenbar der Cloud-Spezialist Salesforce ein Auge auf den Slack geworfen und ein Angebot abgegeben. Mit einem möglichen Transaktionsvolumen von mehr als 20 Milliarden Dollar könnte es eine der größten Zusammenschlüsse der IT-Branche werden. Für Salesforce wäre es nach der Übernahme von Tableau Software im letzten Jahr für 15,3 Milliarden Dollar der größte Deal der Firmengeschichte.

Zum Hintergrund: Salesforce ist in den USA der vorherrschende Anbieter von Software für Kundenbeziehungsmanagement (CRM). Der Börsenwert des Unternehmens hat sich in diesem Jahr um 60 % auf 227 Milliarden Dollar erhöht.

Aufholjagd geht in die nächste Runde

Salesforce könnte durch den Deal das breite Cloud-Portfolio um einen führenden Anbieter von Kommunikationssoftware ergänzen, während Slack von den Vertriebs- und Verkaufsmöglichkeiten von Salesforce profitieren und besser mit Microsoft Teams konkurrieren könnte. Slack konnte in den letzten Monaten zwar zahlreiche neue Nutzer gewinnen, aber mit der hohen Geschäftsdynamik des mächtigen Software-Giganten mit seiner Teams-Lösung nicht mithalten.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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