Slack: Spezialist für Bürokommunikation sagt Softwareriese Microsoft den Kampf an

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Der Spezialist für Bürokommunikation Slack sagt Microsoft den Kampf an. Denn die Pandemie beschert dem Tech-Konzern massives Neukundenwachstum. (Foto: Piotr Swat / shutterstock.com)

Der Spezialist für Bürokommunikation schaltet im Kampf gegen den Software-Giganten Microsoft einen Gang höher und reicht bei der Europäischen Kommission eine Wettbewerbsbeschwerde ein: Hintergrund sind Befürchtungen, dass Microsoft­ ihrer eigenen Bürosoftware „Teams“ einen Vorteil verschafft und so den Markt verzerrt. Damit dürfte das friedliche Miteinander der beiden US-Technologiefirmen ein abruptes Ende finden.

Slack – der innovative Messaging-Dienst….

Slack ging genau vor zehn Jahren als Instant-Messaging-Dienst an den Start. Slack funktioniert so ähnlich wie WhatsApp – wird allerdings vor allem geschäftlich genutzt: Mitarbeiter können in offenen und geschlossenen Kanälen miteinander kommunizieren und das komplette Archiv aus Nachrichten und Dateien durchsuchen. Das Programm verspricht die Kommunikation im Unternehmen zu entschlacken und die Belegschaft in Projektarbeiten besser einzubinden.

Die Team-Kommunikation findet über Slack statt, so dass alle Details einer Kommunikation (Dokumente, Bilder, Videos) bezüglich eines Projekts an einem Ort abgelegt werden. Dies hat den Vorteil, dass alle Informationen bezüglich des Arbeitsprojekts für alle Team-Mitglieder schnell und einfach zugänglich sind. Dies soll Mitarbeiter produktiver machen, da der Kommunikationsaustausch beschleunigt wird. Die Slack Plattform ist über jedes Gerät erreichbar. Dies bedeutet, dass Team-Mitglieder auch von unterwegs aus an Projekten gemeinsam arbeiten können.

…..mit beeindruckendem Wachstum in den letzten Jahren

Mit seiner Positionierung konnte der US-Konzern in den zurückliegenden Jahren satte Wachstumsraten erzielen. Seit 2017 kletterten die Erlöse von 105,2 auf 630,4 Millionen Dollar. Allein im zurückliegenden Geschäftsjahr lag das Umsatzwachstum bei beachtlichen 57%. Unterdessen konnte die Anzahl der Kunden um 25% gesteigert werden.

Unter den 110.000 Kunden befinden sich 893 Kunden mit einem wiederkehrenden Umsatz von mehr als 100.000 Dollar im Jahr. Allerdings war das Ergebnis mit -568,36 Millionen Dollar tiefrot und lag deutlich unter dem Vorjahresniveau (-138,9 Millionen Dollar).

Hohe Dynamik zum Jahresstart

Die hohe Geschäftsdynamik hielt auch im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres weiter an. So kletterte der Umsatz im bis zum 30. April laufenden 1. Quartal um 50% auf 202 Millionen Dollar. Weniger schnell wuchsen die Billings, die im Jahresvergleich „nur“ um 38% vorangekommen sind. Herausragend gut ist bei Slack die Bruttomarge, die in diesem Quartals auf über 87% gesteigert wurde .

Auch der Free Cashflow hat sich sehr positiv entwickelt. Während im Vorjahresquartal noch 34 Millionen Dollar Cash abflossen, war der Free Cashflow nun mit 3,7 Millionen Dollar im positiven Bereich.

Slack meldet massives Neukundenwachstum

Herausragend war in den ersten Monaten der Corona-Krise weiter die Entwicklung der Kundenbasis. Slack gewann von Februar bis April 2020 begünstigt durch den Homeoffice-Boom 90.0000 Unternehmen als User hinzu, und diese nutzen die Slack-Plattform in Corona-Zeiten intensiver als je zuvor. Ebenso wichtig: Auch die Anzahl der Großkunden mit jährlichem Umsatz > 100.000 Dollar wurde um fast 50% auf 963 gesteigert. Diese machen nun bereits 49% des Gesamtumsatzes aus – sechs Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.

Klage gegen Microsoft

Als einer der Hauptkonkurrenten gilt der Softwareriese Microsoft, gegen den Slack nun eine Wettbewerbsklage eingereicht hat. Die Begründung: Microsoft bündele widerrechtlich seine Konkurrenz-Anwendung Teams mit der Bürosoftware Office, wodurch Slack benachteiligt werde. Microsoft nutze seine Dominanz aus, um nun auch die eigene Software Teams in den Markt zu drücken, so der Business-Messaging-App Anbieter Slack. Hingegen werden Tools von Dritten für die Zusammenarbeit am Arbeitsplatz unterdrückt.

Das Ziel hinter der Klage: Slack will erreichen, dass Microsoft Teams separat zu einem fairen Preis verkaufen muss. Ob der Rivale damit Erfolg haben wird, muss sich erst noch zeigen. Anleger sollten sich auf einen länger andauernden Kampf der beiden Firmen einstellen.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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