Slack: Starker Performance folgt rasante Talfahrt

Slack RED – shutterstock_1106129711

Die Slack-Aktie sackt den nach Quartalszahlen in den Keller. Der Kommunikationsspezialist kann hohe Erwartungen der Wall Street nicht erfüllen. (Foto: Piotr Swat / shutterstock.com)

Die Euphorie um Rahmen des Börsengang des US-Konzerns Slack im Juni letzten Jahres war riesengroß. Immerhin lag die Erstnotiz mit 38 Dollar massiv über dem Ausgabepreis von 26 Dollar. Slack wählte beim Börsengang den Weg einer Direktplatzierung, bei der die Papiere ohne Begleitung durch Investmentbanken gelistet werden. Das spart Gebühren, gilt aber als riskanter, da die Banken als Zwischenhändler und Kursstabilisator ausfallen.

Inzwischen ist aber Ernüchterung eingekehrt. Einige Investoren fürchten, dass Slack der Konkurrenz durch Microsoft nicht gewachsen ist. Den Rest besorgte die panikartige Verkaufsstimmung rund um die Ausbreitung des Coronavirus. Nachdem sich die Aktie von Ende Januar bis Anfang März von 20 auf über 28 Dollar nach oben geschraubt hat, stürzten die Papiere in den letzten Tagen um 37% bis auf unter 17 Dollar in den Keller. Damit notieren die Anteilsscheine inzwischen ein Viertel unter dem Ausgabepreis, zu dem die Aktie beim Börsengang an den Markt kam.

Slack – der innovative Messaging-Dienst

Slack ging genau vor zehn Jahren als Instant-Messaging-Dienst an den Start. Slack funktioniert so ähnlich wie WhatsApp – wird allerdings vor allem geschäftlich genutzt: Mitarbeiter können in offenen und geschlossenen Kanälen miteinander kommunizieren und das komplette Archiv aus Nachrichten und Dateien durchsuchen. Das Programm verspricht die Kommunikation im Unternehmen zu entschlacken und die Belegschaft in Projektarbeiten besser einzubinden.

Die Team-Kommunikation findet über Slack statt, so dass alle Details einer Kommunikation (Dokumente, Bilder, Videos) bezüglich eines Projekts an einem Ort abgelegt werden. Dies hat den Vorteil, dass alle Informationen bezüglich des Arbeitsprojekts für alle Team-Mitglieder schnell und einfach zugänglich sind. Dies soll Mitarbeiter produktiver machen, da der Kommunikationsaustausch beschleunigt wird. Die Slack Plattform ist über jedes Gerät erreichbar. Dies bedeutet, dass Team-Mitglieder auch von unterwegs aus an Projekten gemeinsam arbeiten können.

Rasantes Wachstum in den letzten Jahren

Mit seiner Positionierung konnte der US-Konzern in den zurückliegenden Jahren satte Wachstumsraten erzielen. Seit 2017 kletterten die Erlöse von 105,2 auf 630,4 Millionen Dollar. Allein im zurückliegenden Geschäftsjahr lag das Umsatzwachstum bei beachtlichen 57%. Unterdessen konnte die Anzahl der Kunden um 25% gesteigert werden.

Unter den 110.000 Kunden befinden sich 893 Kunden mit einem wiederkehrenden Umsatz von mehr als 100.000 Dollar im Jahr. Allerdings war das Ergebnis mit -568,36 Millionen Dollar tiefrot und lag deutlich unter dem Vorjahresniveau (-138,9 Millionen Dollar).

Profiteuer der Coronavirus-Krise….

Dabei könnte der Konzern als einer der Gewinner aus der aktuell um sich greifenden Corona-Krise hervorgehen. Firmenboss Stewart Butterfield deutete in einem CNBC-Interview an, dass Slack derzeit mit enorm vielen Kundenanfragen konfrontiert wird. Slacks Kunden reichen von kleinen und mittleren Unternehmen bis hin zu Großunternehmen sowie im akademischen und gemeinnützigen Segment, so Butterfield.

Während des unsicheren Geschäftsumfelds ist es für Geschäftsinhaber natürlich, sich um die Aufrechterhaltung der betrieblichen Kontrolle zu kümmern, da viele Mitarbeiter zum ersten Mal von zu Hause aus arbeiten werden. Hier trifft Slack offenbar mit seinen Kommunikationslösungen den Nerv der Stunde.

….enttäuscht mit seinem Ausblick

Trotz eines offensichtlichen Nutzens für Slack’s Geschäft enttäuschte das Unternehmen in seiner Prognose für das erste Quartal. Die Konzernführung rechnet mit einem Umsatz von 185 bis 188 Millionen Dollar, was leicht unter den Erwartungen der Analysten (188,4 Millionen Dollar) liegt. Im gesamten Geschäftsjahr 2020/2021 peilt Slack einen Umsatz von 842 bis 862 Millionen Dollar an, was einem Wachstum von 34 bis 37% entspricht. Das operative Ergebnis soll unterdessen bei minus 120 bis minus 130 Millionen Dollar liegen.

microsoft

Ken Fisher: Die drei größten Investments der AnlegerlegendeSo steuert Ken Fisher sein 115 Milliarden Dollar schweres Portfolio: Auf dem Podium landen drei reinrassige Technologiekonzerne › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rene König. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz