Slack Technologies: Börsenneuling weiter im Rückwärtsgang

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Der Neuling Slack Technologies ist an der Börse weiter im Rückwärtsgang – der Ausgabepreis ist inzwischen deutlich unterschritten. (Foto: Piotr Swat / shutterstock.com)

Die Euphorie um Rahmen des Börsengang des US-Konzerns Slack im Juni dieses Jahres war riesengroß. Immerhin lag die Erstnotiz mit 38 Dollar massiv über dem Ausgabepreis von 26 Dollar. Slack wählte beim Börsengang den Weg einer Direktplatzierung, bei der die Papiere ohne Begleitung durch Investmentbanken gelistet werden. Das spart Gebühren, gilt aber als riskanter, da die Banken als Zwischenhändler und Kursstabilisator ausfallen.

Inzwischen ist aber Ernüchterung eingekehrt. Einige Investoren fürchten, dass Slack der Konkurrenz durch Microsoft nicht gewachsen ist und schickten den Kurs auf eine rasante Talfahrt. Nach einem deutlichen Rückgang in den letzten Tagen sackten die Papiere auf 20 Dollar in den Keller. Damit notiert die Aktie 20% unter dem Ausgabepreis und 45% unter dem Allzeithoch, das am ersten Handelstag erreicht wurde.

Slack – der innovative Messaging-Dienst

Slack ging genau vor zehn Jahren als Instant-Messaging-Dienst an den Start. Slack funktioniert so ähnlich wie WhatsApp – wird allerdings vor allem geschäftlich genutzt: Mitarbeiter können in offenen und geschlossenen Kanälen miteinander kommunizieren und das komplette Archiv aus Nachrichten und Dateien durchsuchen. Das Programm verspricht die Kommunikation im Unternehmen zu entschlacken und die Belegschaft in Projektarbeiten besser einzubinden.

Die Team-Kommunikation findet über Slack statt, so dass alle Details einer Kommunikation (Dokumente, Bilder, Videos) bezüglich eines Projekts an einem Ort abgelegt werden. Dies hat den Vorteil, dass alle Informationen bezüglich des Arbeitsprojekts für alle Team-Mitglieder schnell und einfach zugänglich sind. Dies soll Mitarbeiter produktiver machen, da der Kommunikationsaustausch beschleunigt wird. Die Slack Plattform ist über jedes Gerät erreichbar. Dies bedeutet, dass Team-Mitglieder auch von unterwegs aus an Projekten gemeinsam arbeiten können.

Rasantes Wachstum in den letzten Jahren

Mit seiner Positionierung konnte der US-Konzern in den zurückliegenden Jahren satte Wachstumsraten erzielen. Seit 2017 kletterten die Erlöse von 105,2 auf 400,6 Millionen Dollar. Unter dem Strich verharrt die Firma allerdings noch tief in der Verlustzone. Im letzten Jahr verharrte der Verlust mit 140,7 Millionen Dollar in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

60% Umsatzplus im dritten Quartal

Auch in diesem Jahr hält die hohe Wachstumsdynamik an. Slack konnte im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres den Umsatz um 60% auf 168,7 Millionen Dollar steigern. Das war deutlich mehr als die Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Und auch die Nutzerzahlen entwickelten sich trotz wachsender Konkurrenz von Microsoft positiv. Laut Firmenboss Allen Shim konnte Slack zum ersten Mal mehr als 50 zahlende Kunden, die einen jährlichen Umsatz von mehr als einer Millionen Dollar generieren.

Insgesamt erhöhte sich die Zahl der täglichen Nutzer im zurückliegenden Quartal auf über 12 Millionen (+20%). Gleichzeitig stieg die Zahl der zahlenden Kunden auf über 105.000. Aufgrund des guten Ergebnisses wurde die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 angehoben. Neu geht das Management von einem Umsatz zwischen 621 und 623 Millionen Dollar aus. Das wäre ein Wachstum von 55%.

Analysten zeigen sich uneinheitlich

Unterdessen gehen die Meinungen der 17 Analysten, die sich mit dem Unternehmen beschäftigen, stark auseinander. Acht Banker stufen den Titel zum Kauf ein, während acht Experten zum Halten der Papiere raten und ein Analyst die Aktie als Verkauf sieht. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 27,29 Dollar gut 30% über dem aktuellen Kursniveau.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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