SLM Solutions: Kursexplosion nach Übernahme-Angebot durch General Electric

So schnell kann es manchmal gehen: Seit gerade einmal zweieinhalb Jahren ist der Lübecker Technologie-Konzern SLM Solutions an der Börse notiert.

Bis zum März dieses Jahres fristete der Aktienkurs ein Schattendasein und pendelte mehr oder weniger um den Emissionskurs von 18,20 €.

Danach folgte ein kontinuierlicher Anstieg bis die Papiere am gestrigen Tag mit einem Kursplus von 40% regelrecht durch die Decke gingen.

Dabei hat die Rally auch einen handfesten Grund; denn der Konzern hat gerade von dem US-Giganten General Electric ein Übernahme-Offerte vorgelegt bekommen.

Starkes Wachstum mit 3D-Druckern….

SLM Solutions ist ein deutscher Hersteller von 3D-Metalldruckern.

Das Unternehmen konzentriert sich auf Entwicklung, Montage und Vertrieb von Maschinen und integrierten System-Lösungen im Bereich des Selektiven Laserschmelzens.

Die Produkte werden weltweit von Kunden in der Luft- und Raumfahrt-Branche, im Energie-Sektor, im Gesundheitswesen oder im Automobil-Sektor eingesetzt.

Neben den Laserschmelzgeräten vertreibt SLM auch herkömmliche Gießsysteme für das Rapid Prototyping und Verbrauchs-Materialien. Das sind metallische Pulver wie z. B. Edelstahl, Werkzeugstahl, Titan und Superlegierungen.

…..aber noch keine Gewinne ich Sicht

Mit seinen 3D-Druckern wuchs der Konzern zuletzt rasant. Lagen im Jahr 2013 die Erlöse noch bei 21,58 Mio. €, so peilt die Konzern-Führung für dieses Jahr rund 90 Mio. € Umsatz an.

Nach 6 Monaten lagen die Erlöse bei 33,5 Mio. €. Nach Steuern fiel weiterhin ein Verlust in Höhe von 2,3 Mio. € an. Für 2016 will das Unternehmen dann den Sprung in die Gewinnzone packen.

Hoher Aufschlag auf den Aktienkurs

Im Rahmen des Übernahme-Angebots bietet der Mischkonzern General Electric 38 € in bar je Aktie.

Das entspricht einem Börsenwert von 683 Mio. Dollar und einem Aufschlag von 37% zum Schlusskurs vor der Bekanntgabe des Zukaufs.

Die SLM-Standorte sollen den Angaben zufolge bestehen bleiben und die Belegschaft mit derzeit mehr als 310 Mitarbeitern ausgebaut werden. Zudem soll das bestehende Management im Unternehmen gehalten werden.

Der US-Konzern hat sich bereits die Unterstützung wichtiger Großaktionäre gesichert – 31,5% aller Stimmrechte sollen offenbar schon sicher sein. GE will mindestens 75% der Aktien, um den Konzern kontrollieren zu können.

General Electric schlägt gleich mehrfach zu

Wie ernst es der Mischkonzern mit seinem Aufbau der Aktivitäten im 3D-Druck meint, zeigt Ihnen eine weitere Übernahme, die gestern angekündigt wurde:

Auch für die schwedische Arcam wurde ein Angebot mit einem 50%-igen Aufschlag unterbreitet.

Bis 2020 will GE mit Produkten aus dem 3D-Druck Umsätze von 1 Mrd. Dollar einfahren. Zudem sollen die Material-Kosten im Konzern in den kommenden zehn Jahren um 3 – 5 Mrd. Dollar gesenkt werden.

Mit dem geplanten Kauf der beiden europäischen Hersteller über insgesamt rund 1,4 Mrd. Dollar forciert der US-Konzern den Ausbau dieses Bereichs deutlich.

Warum der Bereich so attraktiv ist, liegt auf der Hand. Denn die neue Technik – auch additive Fertigung genannt – ist oftmals günstiger und verursacht deutlich weniger Abfall.

Zu den Abnehmern gehören Flugzeug-Hersteller ebenso wie Autobauer oder Unternehmen aus den Bereichen Energie und Gesundheit.

Übernahmepreis entspricht hoher Bewertung

Der Unternehmenswert von fast 700 Mio. € ist ein stattliches Angebot. Der Preis entspricht dem 7,5-Fachen der erwarteten Umsätze und einem Vielfachen der zukünftig erzielbaren Gewinne.

Ohne die Offerte hätten Anleger wohl lange warten müssen, bis die fundamentale Entwicklung einen solchen Aktienkurs gerechtfertigt hätte.

7. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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