SMA-Solar-Aktie: Kurs-Kollaps nach gesenkter Umsatz-Prognose

Bei dem deutschen Photovoltaik-Konzern SMA Solar erhält das positive Sentiment einen kräftigen Dämpfer. Hier erfahren Sie alles Weitere: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Nach einer langen Seitwärts-Phase schaffte die SMA Solar-Aktie im Juni dieses Jahres den charttechnischen Ausbruch: Von unter 25 € schoss das Papier um 50% regelrecht in die Höhe.

Doch jetzt findet der Stimmungs-Umschwung bei den Anlegern ein abruptes Ende: Mit Vorlage der Zahlen zum abgelaufenen Quartal wurde auch der Jahres-Ausblick konkretisiert.

Der etwas schwächere Ausblick hat den Investoren offenbar gar nicht geschmeckt und wurde mit einem satten Kurs-Minus von 16% quittiert.

SMA Solar im Porträt

SMA Solar wurde 1981 gegründet und hat den Hauptsitz im deutschen Niestetal.

Mit Niederlassungen in 19 Ländern und mehr als 6.500 Mitarbeitern entwickelt, produziert und vertreibt der Konzern Komponenten für die Photovoltaik-Industrie.

Die Produkt-Palette reicht von Photovoltaik-Wechselrichtern, Überwachungs-Systemen für Photovoltaik-Anlagen hin zu leistungselektronischen Komponenten für die Schienenverkehrs-Technik.

Das Kernelement sind aber Wechselrichter. Sie müssen wissen: Der PV-Wechselrichter ist eine zentrale Komponente jeder Solarstrom-Anlage.

SMA kann weltweit für jeden eingesetzten Photovoltaik-Modultyp und alle Leistungs-Größen von Photovoltaik-Anlagen den passenden Wechselrichter-Typ anbieten.

Er wandelt den in den Photovoltaik-Zellen erzeugten Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom um.

Außerdem ist er als intelligenter System-Manager auch für die Ertrags-Überwachung und das Netz-Management verantwortlich.

Umsatz-Rückgang im 3. Quartal

Die vorgelegten Geschäftszahlen sorgten bei den Anlegern für Unmut: So lagen die erzielten Umsätze im abgelaufenen Quartal bei 211 Mio. €.

Das lag nicht nur deutlich unter den Analysten-Schätzungen (M.M. Warburg: 260 Mio. €), sondern auch 6,7% unter dem vergleichbaren Vorjahres-Quartal.

Auf Sicht der ersten 9 Monate erzielte SMA Solar Erlöse von 592,5 Mio. € (Vorjahres-Zeitraum: 708,8 Mio. €).

Grund für das schwache Abschneiden war v. a. der Nachfrage-Rrückgang mit Zentral-Wechselrichtern für solare Großkraftwerke in Nordamerika.

Positiv lief es hingegen in Asien: Hier kletterten die Umsätze um 43% nach oben.

Wesentliche Wachstums-Impulse gingen in der Berichts-Periode insbesondere vom Speicher- und vom Service-Geschäft aus.

Gewinn-Entwicklung im Rahmen der Erwartungen

So schwach die Umsatz-Entwicklung war – zumindest auf der Gewinnseite konnte die Solarfirma die Schätzungen erreichen.

Im 3. Quartal erreichte der Konzern einen Vorsteuer-Gewinn (EBIT) von 12,8 Mio. €.

Das entspricht zwar Vorsteuer-Marge von 6,1%, lag damit aber ebenfalls deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (9,3%).

Enttäuschender Ausblick

Unterdessen rudert die Konzernführung bei ihren Jahreszielen zurück – das obere Ende der Erlös-Prognose wurde angepasst:

Bislang erwartete SMA Solar einen Jahres-Umsatz zwischen 900 und 950 Mio. €. Jetzt werden lediglich mehr als 900 Mio. € angepeilt.

Einen Lichtblick lieferte hingegen der auf 350 Mio. € angestiegene Auftrags-Bestand (+25%).

Ebenso positiv liest sich die Bilanz des Unternehmens: Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 49,3%, die Netto-Liquidität beträgt mittlerweile knapp 436 Mio. €.

Dennoch ist fraglich, ob die Aktie schnell wieder auf den Aufwärtstrend zurückkehrt. Um die angepeilte Jahres-Prognose zu erreichen, muss sich SMA Solar im 4. Quartal kräftig strecken.

Wenn die gesenkten Erwartungen dann verfehlt werden, ist der nächste Absturz vorprogrammiert.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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