SMA Solar-Aktie: Solarkonzern meldet sattes Wachstum im Startquartal

SDAX Symbolbild Graph_shutterstock_727930471_Best Backgrounds

SMA Solar: Hessischer Solarkonzern startet mit hohen Wachstumsraten ins neue Geschäftsjahr. Aktienkurs trotz bestätigter Prognose unter Druck (Foto: Best Backgrounds / shutterstock.com)

Nachdem der deutsche Solarkonzern in den zurückliegenden Jahren öfter mit zurechtgestutzten Prognosen auffiel, zeigt sich das Unternehmen derzeit erstaunlich robust. Laut Firmenboss Jürgen Reinert trotzt der Konzern der aktuellen Pandemie. Die gerade präsentierten Ergebnisse zur Geschäftsentwicklung für die ersten drei Monate zeigen zumindest ein beachtliches Wachstum.

An seinen Jahreszielen hält der nordhessische Hersteller von Wechselrichtern daher auch weiter fest. Die Aktionäre zeigten sich dennoch zuletzt nur mäßig begeistert. Zwar ging es vom Kurstief am 19. März bei knapp über 18 Euro deutlich bis auf zwischenzeitlich 30 Euro nach oben, doch seit knapp vier Wochen bröckelt die Papiere wieder ab. Daran konnten auch die starken Zahlen wenig ändern.

SMA Solar – Spezialist für Solarwechselrichter

SMA Solar entwickelt, produziert und vertreibt Komponenten für die Photovoltaikindustrie. Die Unternehmensgruppe konzentriert sich dabei auf die Herstellung von Solarwechselrichtern. Diese werden benötigt, um den aus Solarmodulen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umzuwandeln, der ins Stromnetz eingespeist werden kann.

Das Angebotsspektrum ist dabei nicht auf einzelne Modultypen oder Leistungsgrößen beschränkt, sondern an sämtliche auf dem Markt erhältliche Typen anpassbar. Neben Wechselrichtern für netzgekoppelte Anwendungen werden auch Wechselrichter für den Insel- und Backup-Betrieb angeboten. Zum Portfolio gehören außerdem Produkte zur Überwachung und zum Energiemanagement von PV-Anlagen.

Verlust in 2019 deutlich verringert

Im abgelaufenen Geschäftsjahr gingen bei SMA Solar 915 Millionen Euro an Umsatz durch die Bücher, was einer Steigerung um 20% zum Vorjahr entspricht. Beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) erreichten die Münchener mit 34 Millionen Euro zudem wieder die Gewinnzone. Für Sie zum Vergleich: 2018 stand hier noch ein Verlust von 69 Millionen Euro in den Büchern.

Auch auf Ebene des Nettogewinns erzielte SMA Solar eine deutliche Verbesserung. So konnte der Verlust von 175,5 auf nunmehr 8,6 Millionen Euro reduziert werden. Im Vorjahr sorgten vor allem ein Preisverfall und Markteinbruch in China noch für deutliche Bremsspuren.

72% Umsatzwachstum im ersten Quartal

Im Startquartal hat sich die Geschäftsentwicklung deutlich dynamisiert. Angetrieben von einem starken Projektgeschäft in den USA und positiven Impulsen aus dem Handelsgeschäft in Europa kletterten die Umsätze auf 288 Millionen Euro nach oben (+72%). Ein Großprojekt in den USA hat dafür gesorgt, dass das Segment für leistungsstarke Wechselrichter für internationale Solar-Kraftwerke ein deutliches Umsatzwachstum verzeichnen konnte. In der Geschäftssparte schossen die Umsätze um 140% auf 138 Millionen Euro nach oben. Insgesamt konnte die Firma die verkaufte Wechselrichter-Leistung auf 4,4 Gigawatt im Quartal verdoppeln.

Unter dem Strich nur noch hauchdünner Verlust

Auch bei der Profitabilität zeigten die Hessen eine deutliche Verbesserung. Während sich das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 0,6 auf 12,3 Millionen Euro erhöhte, konnte zugleich der Nettogewinn auf -0,3 Millionen Euro verbessert werden. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahr stand noch ein Verlust von 10,6 Millionen Euro in den Büchern.

Milliarden-Marke im Visier

Mit den starkem Jahresstart hat der Konzern bereits mehr als 60% seiner ursprünglichen Umsatzprognose in der Tasche. Kein Wunder also, dass SMA Solar an seinen Jahreszielen festhält. So soll der Umsatz auf 1 bis 1,1 Milliarden Euro anwachsen und das operative Ergebnis (EBITDA) bei 50 bis 80 Millionen Euro liegen. Zuversichtlich stimmt vor allem der in allen Segmenten stark gestiegene Auftragseingang, der auf 330 Millionen Euro geklettert ist.

Beim Auftragsbestand liegt der Solarspezialist mit 794,4 ebenfalls deutlich über dem Vorjahresniveau (619,8 Millionen Euro). Die Zeichen stehen also gut, dass sich die Serie an verfehlten Erwartungen in diesem Jahr nicht fortsetzen wird.

SDAX Symbolbild Graph_shutterstock_727930471_Best Backgrounds

Tech-Werte bröckeln weiter. Auch DAX zwischenzeitlich unter 12.900 Punkten!Ja, es gab einen deutlichen Rücksetzer. Deutlich vor allem für diejenigen, die nicht damit gerechnet haben, dass Aktien auch fallen können. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rene König. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz