SMA Solar: Der nächste Schock für Mitarbeiter und Aktionäre

Heute Morgen hat der im TecDax gelistete Solarzulieferer SMA Solar erneut eine Hiobsbotschaft veröffentlicht. Das Unternehmen erwartet für das laufende Jahr 2015 sinkende Umsätze. Daher sollen 1.600 der 4.667 Stellen wegfallen.

Im Juli des vergangenen Jahres musste SMA Solar bereits eine deftige Gewinnwarnung veröffentlichen, über die ich zum damaligen Zeitpunkt hier an dieser Stelle berichtet habe. Wenn Sie meiner Empfehlung aus dem vergangenen Jahr gefolgt sind, ist Ihnen ein erheblicher Verlust erspart geblieben.

Denn ich schrieb im Juli 2014 folgendes zu SMA Solar: „Interessenten möchte ich derzeit eher vom Kauf der SMA-Aktie abraten. „Altaktionäre” sollten aus meiner Sicht – sofern sie nicht über eine große Portion an Geduld und Optimismus verfügen – eine enge Stop-Loss-Marke setzen.“

Zu diesem Zeitpunkt notierte die Aktie des Solarzulieferers noch bei rund 20 Euro. Heute fiel die Aktie zwischenzeitlich um über 18% auf unter 12 Euro. Kommen wir jetzt zu der aktuellen Hiobsbotschaft vom heutigen Tage.

Düsterer Ausblick bei SMA Solar

SMA rechnet in den kommenden Jahren mit einem starken Preisdruck im globalen Photovoltaikmarkt und mit einem weiteren Nachfragerückgang in Europa.

Den stärksten Nachfragerückgang innerhalb Europas erwartet das Unternehmen in Deutschland. Zudem ist es für deutsche Unternehmen schwierig, in Asien Fuß zu fassen. Der chinesische Markt ist für europäische Hersteller so gut wie verschlossen.

Der Konzern streicht wegen sinkender Umsätze und eines Verlustes von 115 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2014 deutlich mehr Arbeitsplätze als bislang geplant.

Von den 4.667 Stellen sollen insgesamt 1.600 wegfallen. Im vergangenen Jahr noch sollten lediglich 600 Stellen abgebaut werden. Damit hat sich die Zahl jetzt mehr als verdoppelt. 1.300 der 1.600 Stellen, die gestrichen werden sollen, treffen Deutschland und da vor allem die Standorte in Nordhessen.

Die 300 weiteren Jobs sollen im Ausland abgebaut werden. Pierre-Pascal Urbon, der Vorstandssprecher von SMA Solar, äußerte sich wie folgt dazu: „Nur so können wir bei geringeren Umsätzen die Gewinnschwelle erreichen“.

Damit richtet sich die jüngste Hiobsbotschaft aus dem Hause SMA nicht nur an die Anteilseigner, sondern auch an die Beschäftigten des Unternehmens. Schließlich werden mehr als doppelt so viele Jobs gestrichen wie ursprünglich angenommen.

Erkan Aycicek, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), schreibt in einem Kommentar:

Die Kosten müssten um 70 bis 80 Mio. Euro gesenkt werden, damit sich SMA bei stagnierenden Umsätzen 2015 der Gewinnschwelle beim operativen Ergebnis annähern kann. Er rechnet jedoch damit, dass im laufenden Jahr maximal 50% der Einsparungen realisierbar sind.

Fazit: Aktie nur noch für „Zocker“ interessant

Aus meiner Sicht ist die Aktie von SMA Solar nach den erneut negativen Nachrichten und dem daraus resultierenden Kurssturz nur noch für diejenigen“ interessant, die bewusst „zocken“ wollen und dabei auch gerne bereit sind, größere Risiken einzugehen.

27. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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