SMA Solar hat wieder einen Platz an der Sonne

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Solaraktien zählen seit Jahren nicht gerade zu den Anlegerlieblingen. Dieser Wert schlägt sich wacker. (Foto: view7 - Fotolia)

Zählen auch Sie zu den Anlegern, die lange Zeit einen großen Bogen um Solaraktien gemacht haben? Bis auf wenige Ausnahmen war damit auch keine gute Performance zu erzielen. Die Aktie von SMA Solar ist eine dieser Ausnahmen: Mit starken Zahlen im Rücken kletterte der Wert zuletzt auf den höchsten Stand seit 2011.

Unternehmensportrait

Die SMA Solar Technology AG (der Name setzt sich aus den Begriffen „System-, Mess- und Anlagentechnik“ zusammen) hat ihren Unternehmenssitz im nordhessischen Niestetal. Das Unternehmen zählt zu einem der weltweit umsatzstärksten und deutschlandweit bekanntesten Hersteller von Wechselrichtern für Photovoltaikanlagen mit Netzeinspeisung, netzunabhängiger Einspeisung sowie Backup-Betrieben. Insgesamt ist der Konzern mit Niederlassungen in insgesamt 20 Ländern vertreten und verfügt über mehr als 3.000 Mitarbeiter.

Gesundes Wachstum im ersten Quartal

Nach den Zuwächsen im ersten Quartal, die SMA Solar erzielen konnte, wurden die Jahresziele in der vergangenen Woche bestätigt. Diese Nachricht schon einmal vorweg.

Auf Grund einer erhöhten Nachfrage in Europa, dem Nahen Osten sowie in Asien konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 5 % auf 182,5 Mio. Euro zulegen.

Das operative Ergebnis (Ebitda) kletterte sogar um 10 % auf 17,5 Mio. Euro. Unter dem Strich verdiente SMA 2,8 Mio. Euro. Dieses Ergebnis fiel zwar deutlich geringer aus als im Vorjahreszeitraum, konnte aber mit einer deutlich höheren Steuerbelastung begründet werden.

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Positiver Ausblick

Insgesamt rechnet die Unternehmensführung jetzt mit einem Umsatz von 0,9 bis 1 Mrd. Euro sowie einem operativen Ergebnis von 90 bis 110 Mio. Euro. Erstmals sind dabei Aufwendungen für den Aufbau des digitalen Geschäfts von mehr als 10 Mio. Euro berücksichtigt. Ohnehin will das Unternehmen von der Digitalisierung der Energiebranche profitieren. Das Wachstum der regenerativen Energien mit der damit verbundenen Dezentralisierung der Stromversorgung sowie der Energiespeicherung sorgt für einen höheren Steuerungs- und Erfassungsbedarf.

Jetzt gibt es noch Nachrichten, die für zusätzlichen Rückenwird sorgen: Dies betrifft die jüngste Entwicklungen im US-Bundesstaat Kalifornien. Dort sollen Solarmodule ab 2020 für fast alle gebauten Häuser vorgeschrieben werden – dies dürfte der gesamten Branche einen anhaltenden Rückenwind bescheren.

Charttechnik: Wichtige Widerstandslinie voraus

Die Performance der Aktie sieht in den letzten Tagen recht eindrucksvoll aus. Die Kursverluste, die es Anfang April gab und den Wert bis auf 42 Euro nach unten drückten, sind in Vergessenheit geraten. Stattdessen nimmt das Wertpapier nun Kurs, um eine nachhaltige Widerstandslinie bei knapp 60 Euro zu überwinden. Gelingt der Sprung darüber, dürfte sich der Aufwärtstrend fortsetzen.

Risikofaktor Preisverfall

Ein Risikofaktor der Solarbranche war in den vergangenen Jahren immer wieder der Preisverfall bei Solarmodulen – der schon so manchen Solarwert in die Insolvenz getrieben hat. Diese droht SMA Solar zwar so schnell nicht, doch auch hier können deutliche Preissenkungen für erhebliche Einbußen bei Umsatz und Gewinn sorgen. Wenn Sie sich für die Aktie interessieren, sollten Sie diese Entwicklung daher im Auge behalten.

SMA Solar  ist eine interessante Aktie, aber es gibt aktuell Werte mit weitaus besserem Chance/Risiko-Verhältnis.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.