SMA Solar weiter in der Krise

Kaum einen Monat ist es her, das hat der hessische Wechselrichter-Hersteller SMA Solar Technology AG seine Quartalszahlen veröffentlicht und mit der Bekanntgabe eines Umsatz-einbruchs um -83,6% gleichzeitig auch eine Gewinnwarnung für das gesamte Geschäftsjahr 2013 herausgegeben.

Von einer negativen Absatzentwicklung, hohem Preisdruck und einer unerwartet schlechten Geschäftsentwicklung bei der neu erworbenen chinesischen Wechselrichter-Tochter Zeversolar war die Rede. Trotz des vermutlichen Konzernverlustes von -90 Mio. Euro für 2013 zeigte sich das Management optimistisch, mit neuen Produkten und der marktnahen Fertigung in Asien im kommenden Jahr die Umsatzmilliarde wieder zu knacken und ein positives Betriebsergebnis erwirtschaften zu können.

Zur positiven Stimmung im Vorstand passte die jüngste Meldung, die E.ON AG beauftrage SMA mit der Umrüstung von rund 13.000 Photovoltaikanlagen in ihrem Netzgebiet Mitte. Ein Groß-auftrag, der neben der Lieferung von abertausenden neuen Wechselrichtern auch gleichzeitig einhergehende Service- und Montageleistungen umfasst.

Analysten stufen die Aktie trotz Großauftrag ab

Völlig unbeeindruckt vom vielversprechenden Großauftrag zeigten sich hingegen zahlreiche Analystenhäuser. Sie sehen das Geschäftsmodell mit dem Schwerpunkt der Fertigung in Deutschland auf Dauer als nicht belastbar an, und sagen der gesamten deutschen und europäischen Solarbranche eine rabenschwarze Zukunft voraus.

Als Beleg dienen ihnen reihenweise in Konkurs gegangenen Solarhersteller, bekannte Namen wie Conergy, Centrotherm und weitere sind nur die Spitze des Eisberges, der bei den Anlegern schon 20 Mrd. Euro Schaden verursacht hat.

Auch wenn mit der Solarworld AG und ihrem Konzernchef Frank Asbeck die deutsche Solar-branche die Lippen spitzt und weiter zum Angriff bläst, die Chancen auf ein Come-Back stehen mehr als schlecht.

Die Regierungen in Europa stellen allmählich fest, was sie und die Ver-braucher die staatlichen Subventionen kosten und drehen das Fördermittelrad brutal zurück. Und ohne Subventionen unterliegen die deutschen und europäischen Hersteller dem Wettbewerb am Markt. Made in China überrollt mittelfristig Europa und damit auch SMA.

Kaufkurse bei SMA? Was sagt Point&Figure?

Dass das positive Gehabe nicht mehr als ein Pfeifen im dunklen Walde sei, meinen auch die Analysten der Commerzbank, von HSBC und Equinet, die durch die Bank das Kursziel für die Aktie deutlich unter 20,00 € ansiedeln. Dass sie sich schon häufiger getäuscht haben und die abgestuften Aktienwerte hernach doch erhebliche Kursgewinne aufwiesen, mag nun der eine oder andere unter Ihnen zu Recht einwenden.

Doch machen wir es uns einfach, blenden wir das ganze Für und Wider um die Branchenzukunft einmal aus und schauen auf dass, was für uns Point&Figure-Trader wirklich zählt, nämlich den Point&Figure-Chart der SMA Technology AG.

SMA-Chart 11-12-2013

(anklicken zum Vergrößern)

Sie sehen es hier im Zwei-Jahres-Chart der Aktie, nach einem kurzen Aufwärtstrend im Juni bzw. Juli diesen Jahres (grüne Trendlinie) geht es seit ein paar Wochen wieder deutlich abwärts. Das Zwischenhoch bei 34,00 € (die X-Säule mit dem „A“ für Oktober) konnte nicht mehr überschritten werden. Trotz mehrfacher Erholungsversuche (X- und O-Säulen im Wechsel) dominieren zuletzt die Point&Figure-Verkaufssignal (rote Kreise).

Mit dem Abtauchen des Kurses unter die Trendlinie (sog. Bullish-Support-Linie) und den dreifach-Boden (rote waagerechte Linie) haben wir derzeit ein sehr starkes Point&Figure-Verkaufssignal (roter Kreis) für die SMA-Aktie. Das erste Kursziel hieraus liegt bei 16,00 €, gefolgt von 8,00 € und damit auf einem neuen historischen Tiefpunkt.

Mein Rat an Sie, die Anleger, kann aus charttechnischer Sicht, aus Sicht eines Point&Figure-Trader, daher nur lauten: Finger weg von SMA Solar! Auch wenn es noch so verlockend ist und mutige Anleger die Aktie heute Morgen um +4,5% höher handeln, kaufen Sie nicht.

Denken Sie dran oder schauen Sie in den Chart, der SMA-Kurs hat seit Monatsanfang um satte

-22,3% nachgegeben, trotz des Großauftrages von E.ON. Da sind die heutigen +4,5% auch nicht mehr als eine technische Reaktion.

11. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.

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