SMA Solar: Zahlreiche Anleger nehmen den Notausgang

Die Aktie des auf Solartechnik spezialisierten deutschen Mittelständlers SMA Solar musste am heutigen Tag deutliche Kursverluste hinnehmen und fand sich schließlich am Ende des Technologie-Index TecDax wieder.

Grund dafür ist die Angst vor schlechten Zahlen. Denn am morgigen Donnerstag legt SMA Solar die Zahlen für das 1. Halbjahr 2016 vor und die könnten – so die Erwartung einiger Anleger und Analysten – eher mau ausfallen.

Daher suchten einige Anleger bildlich gesprochen den Notausgang und trennten sich von ihren SMA-Papieren.

Doch was sind die Gründe dafür, dass mit schlechten Halbjahres-Zahlen von SMA gerechnet wird? Dieser Frage möchte ich jetzt für Sie auf den Grund gehen.

Zuvor stelle ich Ihnen das Unternehmen SMA Solar kurz vor: SMA Solar ist eine im Jahr 1981 gegründete Aktiengesellschaft, die auf Wechselrichter für Photovoltaik-Anlagen spezialisiert ist.

Das Unternehmen hat seinen Sitz im nordhessischen Niestetal und erzielte im vergangenen Jahr mit etwas mehr als 4.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 1 Mrd. €.

Heftige Gewinn-Warnung in den USA

Kommen wir jetzt zu den Gründen dafür, warum zahlreiche Anleger bei SMA kalte Füße bekommen haben:

Sunpower, der zweitgrößte US-Solarzellen-Hersteller, hat seine Gewinn-Prognose kassiert und Stellen-Streichungen angekündigt.

Im laufenden Jahr werde angesichts einer schwachen Auftragslage voraussichtlich ein Verlust zwischen 25 und 175 Mio. US-Dollar anfallen, teilte Sunpower gestern mit.

Zuvor hatte Sunpower einen Gewinn von bis zu 50 Mio. US-Dollar in Aussicht gestellt, wollte jedoch mindestens die Gewinn-Schwelle erreichen.

Die Umsatz-Prognose strich das Unternehmen um 200 Mio. auf 3 bis 3,2 Mrd. US-Dollar zusammen. Die Zahl der Mitarbeiter soll um 1.200 verringert werden, was einer Streichung von 15% der bisherigen Stellen entspricht.

Die Sunpower-Aktie brach daraufhin gestern im nachbörslichen Handel um bis zu 31% ein. Diese Hiobsbotschaft sorgte heute offenbar für reichlich Verunsicherung bei den Aktionären von SMA Solar.

Bereits zuvor äußerte sich ein Analyst negativ über SMA

Bereits vor der Sunpower-Meldung äußerte sich Arash Roshan Zamit, ein Analyst von Warburg Research, negativ zu SMA Solar und strich seine Kaufempfehlung.

Er befürchtet, dass sich Umsätze, die spät im laufenden Jahr erwartet werden, ins neue Jahr verschieben werden.

Dafür spricht, dass Projekt-Entwickler in der amerikanischen Solarbranche Fertigstellungs-Daten in das Jahr 2017 verschoben haben sollen.

Der Grund: Die steuerliche Förderung wurde verlängert. Warburg-Analyst Zamit äußerte, dass dies im Zusammenspiel mit den hohen Markterwartungen an SMA für Risiken sorge.

Konservative Anleger sollten einen Bogen um die SMA-Aktie machen – allein schon deshalb, weil das Geschäftsmodell aus meiner Sicht zu stark von politischen Entscheidungen und staatlichen Subventionen (siehe aktuell in den USA) beeinflusst wird.

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10. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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