Smart bedeutet clever – aber wie clever ist smart metering?

Zwischen Digitalisierung und Energieeffizienz in Gebäuden gibt es einen direkten Zusammenhang (Foto: Alexander Raths / Shutterstock.com)

Digitalisierung in der Immobilienbranche ist ein enorm wichtiges Thema und zeigt einmal mehr, dass es nicht heißt:

old economy vs new economy sondern eher old economy meets new economy!

Und zwar im Bestem Sinne.

Zwischen Digitalisierung und Energieeffizienz in Gebäuden gibt  es einen direkten Zusammenhang.

Smart metering ist zunächst nichts anderes, als die digitale Erfassung von Verbrauchsdaten. Diese dient zum einen der Hebung von Energieeffizienzpotenzialen, geht aber weiter. Durch sensorische Steuerung von Licht und Heizung erfolgt eine direkte Kommunikation mit den haustechnischen Anlagen.

Das „Internet der Dinge“ vernetzt Gebäude und Nutzer miteinander.

Wir sprechen hier über die Bewirtschaftung von Immobilien durch intelligente Smart-Real-Estate-Technologien, damit diese  effizienter, nachhaltiger und kostengünstiger wird.

Das ist nicht nur ein Thema für die großen Player auf dem Immobilienmarkt. Ich schließe mich der Meinung des nachfolgenden Kommentars an.

„Der digitale Wandel verändert traditionelle Märkte und macht auch vor der Immobilienbranche nicht halt. Der Aufbau digitaler Kompetenzen stellt einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor dar und wird sogar dazu führen, dass neue Geschäftsfelder entstehen“, mahnt Alexander von Erdély, Chef von CBRE in Deutschland

Für Immobilieninvestoren kann es ein Wettbewerbsvorteil sein und auch in schwierigeren Märkten (aber keineswegs nur dort) z.B. die Attraktivität der Vermietbarkeit zu steigern oder die Bindung von Mietern zu erhöhen.

Das fängt bei elektronischer Zählerablesung an und geht bis hin zur Sensorik in den verbauten Wasser-, Elektro- und Datenleitungen. Wenn ein Haus über Sensoren vernetzt ist, können Schäden schneller behoben oder gar vermieden werden.

Das nennt man neudeutsch:

Predictive Maintenance

Und bedeutet so viel wie „vorausschauende Wartung und Instandhaltung“.

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Vorteil für den Mieter: Durch frühzeitige Diagnostik wird z.B. der Heizungsausfall vermieden.

Digitalisierung in der Immobilienbranche ist aber auch ein Thema, welches schon bei der Immobilientransaktion ansetzen muss.

Damit meine ich das Zusammenspiel zwischen Grundbuchamt, Notar, Immobilienkäufer und Finanzamt.

Bürokratie-Saurier endlich digitalisieren

Aktuell warte ich auf einen Grunderwerbsteuerbescheid im Schnitt 5 Monate, nachdem ich den Kauf beurkundet habe; es kann aber auch deutlich länger dauern.

Die Folge: Solange keine Grunderwerbsteuer gezahlt ist, bekommt der Notar keine Unbedenklichkeitsbescheinigung und das Grundbuchamt kann das Eigentum nicht umschreiben.

Dann kommt nach elendig langen Monaten endlich der Bescheid, ich zahle die Grundsteuer und warte wieder ewig, bis irgendwann die Unbedenklichkeitsbescheinigung kommt.

Jetzt braucht das Grundbuchamt wiederum Wochen und Monate für die Umschreibung, so dass ein Jahr vergeht, bis ich endlich als Eigentümer im Grundbuch stehe.

Hohe Kosten

All das hat Konsequenzen auf Beleihung, Verkauf oder auch nur Wohngebäudeversicherung, und kostet mich teilweise viel Geld!

Und dies im Zeitalter des modernen Internets – sowas ging ja selbst in den 80igern Jahren schneller!

Ich werde daher nicht müde, endlich die Digitalisierung dieser Prozesse zu fordern – und hoffe, Sie tun es auch!

Auch 2018 bleibt es bei dem Grundsatz:

Investieren Sie, aber investieren Sie klug.

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Von: Andreas Sell. Über den Autor

Andreas Sell ist heute als Investor, Geschäftsführer verschiedener Grundstücksgesellschaften, Beiratsmitglied einer Münchener Fondsgesellschaft und Autor tätig.