Smartphone-Schwäche belastet, doch es gibt Hoffnung

Auch im zweiten Monat des Jahres ändert sich die Nachrichtenlage nicht. Weiterhin kämpft der Aktienmarkt gegen die schlechte Stimmung an. Schwache Vorgaben aus Übersee, fallender Ölpreis und steigender Euro – die Gründe für die schwächelnde Börse sind dabei tagein, tagaus dieselben.

In Deutschland steht der Leitindex DAX im Vergleich zu Jahresbeginn immer noch zweistellig im Minus. Werden die Kurse in Kürze wieder nach oben drehen, oder steht uns eine weitere Talfahrt bevor? Immerhin verlor der DAX seit seinem Allzeithoch im vergangenen April bereits 22 Prozent an Wert – und bewegt sich derzeit auf einem Niveau, auf dem er schon einmal vor zwei Jahren war.

Die Experten sind sich – wie sollte es anders sein – uneinig. Während die einen vor einer langjährigen Baisse warnen, raten die anderen angesichts der niedrigen Kurse zum Einstieg. Für Sie bedeutet das nur eins: Orientieren Sie sich an einzelnen Unternehmen, treffen Sie eine sorgfältige Auswahl und berücksichtigen Sie die Informationen aus der aktuellen Berichtssaison.

Rückblick stimmt, Ausblick nicht

Gleich mehrere Schwergewichte liefern in diesen Tagen ihre Quartalszahlen ab und liefern gleichzeitig einen Ausblick in die kommenden Monate. Auch hier lässt sich eine Tendenz erkennen: Der Rückblick stimmt, der Ausblick gefällt aber nur wenigen Analysten.

So auch heute beim deutschen Chiphersteller Infineon. Im ersten Quartal des Geschäftsjahr 2015/16 (Ende September) erreichte er einen deutlich besseren Umsatz und Gewinn als von Analysten erwartet. Doch für das zweite Quartal rechnet der DAX-Konzern mit einer sinkenden Gewinnmarge. Die Folge: Die Aktie gehört heute zu den größten Tagesverlierern.

Das Geschäft mit elektronischen Bauteilen für Smartphone und Tablet ist die lukrativste Sparte von Infineon – nun schlägt sich die Schwäche auf dem Smartphone-Markt merklich auf den Konzern durch. Zuletzt hatten die Herstellerriesen Apple und Samsung mit ihren Prognosen auf das Smartphone-Geschäft bereits für Enttäuschung gesorgt.

Ausblick traditionell konservativ

Doch was heute viele Anleger übersehen: Der Umsatzanteil von Smartphone liegt bei Infineon insgesamt im einstelligen Prozentbereich. Vor dem Hintergrund versuchte Vorstandschef Reinhard Ploss den Ausblick auf das zweite Quartal nicht allzu pessimistisch klingen zu lassen.

Der Konzernumsatz soll im zweiten Geschäftsquartal gegenüber dem Vorquartal um 3 Prozent zulegen, die bereinigte operative Marge von 14,1 auf rund 13 Prozent sinken. Angesichts des negativen Branchentrends halte ich dies aber für eine angemessene Einschätzung.

Infineon-Aktionäre sind ohnehin bereits an die eher konservativ formulierten Prognosen von Ploss gewohnt. Von daher lohnt es sich für Sie auch hier, genauer hinzuschauen und sich gegebenenfalls vom allgemeinen Börsentrend zu lösen.

2. Februar 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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