Smartphonemarkt schwächelt, trotzdem wird gutes Geld verdient

Der Smartphone- und Tabletboom hat zuletzt in der Branche für traumhafte Wachstumsraten gesorgt. Doch die Mond-Jahre sind vorbei.

Trotz schwächerer Nachfrage nach Smartphones …

Am Markt zeichnen sich erste Sättigungseffekte ab. Ein Wachstum liegt zwar immer noch vor, doch die Dynamik der letzten Jahre kann nicht mehr erreicht werden. Der Markt ist zwischen den großen Anbietern aufgeteilt. Jetzt geht es darum, Marktanteile abzuwerben.

Dafür kann an zwei Stellschrauben gedreht werden: Preis und Qualität bzw. technischer Fortschritt. Samsung Electronics hat die Nachfragerückgänge im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich zu spüren bekommen. Durch die Marktsättigung musste ein Umsatzrückgang von fast 10% hingenommen werden.

Auch im Kampf um die wichtigen Marktanteile mussten die Koreaner eine herbe Niederlage gegen den stärksten Konkurrenten Apple hinnehmen. Erstmals wurden mehr iPhones als Galaxy-Handys verkauft. Jetzt setzt Samsung auf bessere Technik und innovative Designs.

Auch ARM Holding hat zu Anfang des letzten Geschäftsjahres mit erheblichen Einbußen im Smartphone- und Tabletgeschäft gekämpft. Das starke Lizenzgeschäft hat aber unterm Strich für ein Umsatzplus von 11% und einer Gewinnsteigerung von 143% gesorgt.

… wird ordentlich Geld verdient

Trotz der strukturellen Nachfrageprobleme auf dem Smartphone- und Tabletmarkt gibt es immer noch klare Gewinner. Dialog Semiconductor und Qualcomm haben für 2014 hervorragende Geschäftszahlen vorgelegt.

Im direkten Vergleich hat Dialog Semiconductor die Nase vorn. Qualcomm hat Samsung als Großkunden verloren und musste mehrere Kartellstrafen hinnehmen. Dagegen lief bei Dialog Semiconductor alles wie geschmiert. Der Erfolgskurs ist ungebrochen.

Die eigenen Prognosen wurden um Längen geschlagen. Die energieeffizienten Mikrochips für mobile Endgeräte kommen bei den Kunden gut an. Der Umsatz stieg um 20% auf 1,2 Mrd $. Mit der Übernahme von iWatt möchte Dialog Semiconductor jetzt stärker ins Akku-Geschäft einsteigen.

Die Zukunftsbewegung – Das Internet der Dinge

Das Internet der Dinge ist auf dem Vormarsch. Dabei handelt es sich um die Vernetzung alltäglicher Gegenstände. Der Kühlschrank weiß genau, welche Lebensmittel aufgebraucht sind oder bald ablaufen werden und leitet die Informationen an das Smartphone weiter.

Neuere Sportbekleidung ist schon jetzt mit Mikrosensoren ausgestattet, die regelmäßig Fitnessdaten erheben. Diese lassen sich dann problemlos am heimischen Computer auswerten. Das ist alles keine Zukunftsmusik mehr, sondern bereits Wirklichkeit.

Zwar stecken einige Produkte noch in den Kinderschuhen und haben mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen, doch der Trend ist klar erkennbar. Es eröffnet sich ein Zukunftsmarkt, der für Halbleiterund Chipindustrie vor allem eins bedeuten wird: Wachstum.

Schon jetzt profitieren Unternehmen wie Linear Technology oder Texas Instruments von diesem Zukunftsgeschäft. Durch die hohen Sonderbelastungen für die Forschung und Entwicklung fallen die Gewinne dieses Geschäftsbereichs zwar noch eher gering aus, doch das wird sich langfristig ändern.

8. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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