Snap-Aktie: Hoch gelobt und tief gefallen

Kennen Sie Snapchat?

Dies ist eine Social-Media-Plattform, bei der Fotos geteilt werden können, die nur kurze Zeit vorhanden sind und dann automatisch wieder von der Plattform verschwinden.

Warum ich Ihnen das schreibe? – Ganz einfach: Weil in der vergangenen Woche die Snapchat-Mutter Snap Inc. unter großem Getöse an die Börse gegangen ist.

An der New Yorker Wall Street gab es in den vergangenen Tagen kaum ein anderes Thema als den Börsengang von Snap – doch nach dem fulminanten Börsenstart folgte der Absturz.

Lesen Sie jetzt zunächst die ganze Geschichte des Snap-Börsengangs.

Und im Anschluss daran verrate ich Ihnen, was das mit dem deutschen Mittelstand zu tun hat und was Sie als Anleger aus dieser Geschichte lernen können.

Auf Jubel-Stimmung folgte Ernüchterung

Die Snapchat-Macher von Snap Inc. planten zunächst die Snap-Aktie mit einem Ausgabepreis von 14 bis 16 US-Dollar an die Börse zu bringen.

Dann jedoch war die Nachfrage so groß, dass die Anteilsscheine für 17 US-Dollar das Stück ausgegeben wurden.

Der Start der Snap-Aktie in der vergangenen Woche war eine absolute Erfolgsgeschichte: Bereits der 1. Börsenkurs lag bei 24 € – und damit um rund 40% über dem Ausgabepreis.

In der Spitze kletterte die Snap-Aktie auf 29,44 US-Dollar und notierte damit gut 73% über dem Ausgabepreis.

Dann jedoch folgte der Absturz: Der gestrige Schlusskurs der Snap-Aktie lag an der New Yorker Wall Street bei 21,44 US-Dollar.

Damit notierte die Aktie gestern zum Börsenschluss bereits gut 27% unter ihrem nur wenige Tage zuvor erreichten Allzeithoch.

Blinde Euphorie beim Börsengang

Warum aber folgte auf die Jubel-Stimmung, die rund um den Börsengang der Snap Inc. herrschte, der Absturz der vergangenen Tage?

Aus meiner Sicht herrschte rund um den Börsengang von Snap blinde Euphorie.

Das wird beispielsweise daran deutlich, dass der Konzern nur stimmrechtlose Aktien ausgegeben hat und dieser Fakt im Zuge des Börsengangs zunächst völlig ignoriert wurde.

Denn ich habe in der vergangenen Woche nirgends davon gelesen. Jetzt, wo die Snap-Aktie seit einigen Tagen massiv unter Druck steht, wird plötzlich kritisch darüber berichtet.

Auch tauchen jetzt plötzlich Zweifel am Geschäftsmodell von Snapchat auf.

Schließlich hat das Unternehmen bis heute keinen einzigen Cent verdient und mit Facebook und der Facebook-Tochter Instagram harte Konkurrenz.

Das allerdings interessierte in der blinden Euphorie rund um den Börsengang von Snap kaum einen Investor.

Was Sie daraus lernen können

Ich investiere grundsätzlich nur in Firmen, die schon eine Zeit lang bewiesen haben, dass ihr Geschäftsmodell funktioniert und tragfähig ist.

Mit anderen Worten:

Hat ein Konzern bislang keine Gewinne erzielt und stellt lediglich zukünftige Gewinne in Aussicht, landet die Aktie des Unternehmens zunächst nur auf meine Beobachtungsliste.

Auch wenn ich dadurch in der Vergangenheit sicher die eine oder andere gute Gelegenheit habe liegen lassen:

Ich bin doch zu 100% davon überzeugt, dass mich dieses Vorgehen unter dem Strich vor finanziellen Verlusten bewahrt hat.

Wenn Sie auf starke Firmen aus dem deutschen Mittelstand setzen, die in der Vergangenheit bereits bewiesen haben, dass ihre Geschäftsmodelle funktionieren, kann Ihnen das, was in den vergangenen Tagen bei Snap passiert ist, nicht geschehen.

8. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Tobias Schöneich. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt