SNP: Chef, Gründer und Großaktionär verstirbt unerwartet

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Der deutsche IT- und Software-Spezialist SNP muss den Tod des Gründers, Großaktionärs und Chefs verkraften. Wie geht es weiter? (Foto: monsitj / Adobe Stock)

Gestern meldete das im deutschen Nebenwerte-Index SDax gelistete Unternehmen SNP Schneider-Neureither & Partner, dass der Gründer, Chef und Großaktionär, Andreas Schneider-Neureither, in der Nacht von Sonntag auf Montag plötzlich und unerwartet im Alter von nur 56 Jahren verstorben ist. Das ist eine sehr traurige Nachricht.

Schneider-Neureither war das Gesicht des Unternehmens. Der studierte Physiker gründete im Jahr 1994 den erfolgreichen IT-Spezialisten SNP Schneider-Neureither & Partner, der auf Transformations-Software spezialisiert ist. Seit April 2000 ist das Unternehmen börsennotiert und wird seit August 2014 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet.

Das Unternehmen unterstützt Firmen dabei, ihre Geschäftsmodelle anzupassen und die Chancen des digitalen Wandels mit eigens entwickelten Lösungen erfolgreich zu nutzen. Ein Beispiel hierfür ist die Einführung eines ERP-(Enterprise-Resource-Planning) Systems.

Mit ERP-Systemen können Unternehmen ihre Ressourcen wie Kapital, Personal, Betriebsmittel, Material und Informations- und Kommunikationstechnik rechtzeitig und bedarfsgerecht planen, steuern und verwalten.

Da eine Neueinführung oder Umstellung auf ein ERP-System für jedes Unternehmen mit großem Aufwand verbunden ist, hilft SNP bei diesem Prozess. Die Unterstützung erfolgt dabei sowohl in Form von Beratungsdienstleistungen als auch durch die Installation der von SNP entwickelten Softwarelösungen.

Aber auch bei der Einführung von ERP-Systemen anderer Anbieter, wie z.B. die des Marktführers SAP, ist das Heidelberger Unternehmen behilflich. Zuletzt hatte SNP gleich mehrere neue Kooperationspartner an Bord geholt und spannende Deals gemeldet.

Deal mit Microsoft

Vor wenigen Wochen hat SNP einen spannenden Deal mit Microsoft an Land gezogen. SNP meldete die Markteinführung von „Cloud Move for Azure”.

Dabei handelt es sich um eine Software, die einen schnellen und sicheren Wechsel von SAP-Systemen in die Azure-Cloud des Branchenriesen Microsoft ermöglicht und gleichzeitig die Basis für anschließende Datentransformationen schafft. Die Software ermöglicht den Kunden von SNP eine schnelle, sichere und kostengünstige Projektdurchführung.

Der jetzt verstorbene SNP-Chef Andreas Schneider-Neureither hatte den Deal mit Microsoft als „Game Changer“ im Bereich ERP Cloud Business bezeichnet.

Partnerschaft mir Fujitsu

Kurz danach meldete SNP eine internationale Partnerschaft mit dem japanischen Fujitsu-Konzern zur Nutzung von SNP-Software.

Das Ziel der strategischen Partnerschaft ist es, Fujitsu-Kunden eine automatisierte, flexible und sichere Transformation ihrer IT-Landschaften und Datenstrukturen nach SAP S/4HANA(R) (das ist die neue SAP-Plattform) zu bieten. Die Vereinbarung hat eine Mindestvertragslaufzeit bis Ende 2024 und bedeutet für SNP einen Umsatz im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Bleibt abschließend die Frage, wie es jetzt ohne den Gründer weitergeht. Das Unternehmen teilte mit, dass es für eine Nachfolgedebatte zu früh sei, dass man aber gut aufgestellt sei. Die SNP-Aktie gab gestern in einer ersten Reaktion deutlich nach. Der Rücksetzer könnte sich aber auch als Chance erweisen, denn an der Qualität der SNP-Produkte hat sich nichts geändert.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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