SNP mit erfolgreicher Kapitalerhöhung

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Alles, was Sie über die Kapitalerhöhung bei SNP und generell über Kapitalerhöhungen wissen sollten. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Gestern habe ich Ihnen an dieser Stelle über den deutschen IT- und Software-Spezialisten SNP berichtet. Das Unternehmen hatte gute Vorabzahlen für das 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt.

Am gestrigen Abend folgte schließlich eine weitere Nachricht: Das Unternehmen hat eine Kapitalerhöhung angekündigt. Noch etwas später am Abend wurde bereits Vollzug gemeldet. SNP hat die Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen und dabei einen Bruttoemissionserlös von 28 Mio. Euro eingesammelt.

Das Orderbuch wurde aufgrund der großen Nachfrage nach wenigen Stunden geschlossen, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt wurden 610.000 neue Aktien im Rahmen einer Privatplatzierung zu einem Preis von 46,00 Euro je Aktie platziert. Das Geld soll das Eigenkapital stärken und das weitere Wachstum mitfinanzieren.

Nun möchte ich Ihnen noch erläutern, was man generell unter einer Kapitalerhöhung versteht und warum Unternehmen Kapitalerhöhungen durchführen.

So funktioniert eine Kapitalerhöhung

Unter Kapitalerhöhung werden sämtliche Kapitalmaßnahmen verstanden, die auf eine Erhöhung des Eigenkapitals von Unternehmen abzielen und sowohl als Innenfinanzierung (durch einbehaltene Gewinne) als auch im Wege der Außenfinanzierung (durch externe Mittel -> z.B. durch neue Aktien) durchgeführt werden können. Das Gegenteil einer Kapitalerhöhung ist die Kapitalherabsetzung.

Kapitalerhöhungen beruhen zumeist auf betriebswirtschaftlichen Ursachen und betreffen überwiegend Kapitalgesellschaften, weil deren Kapitalbedarf hoch ist und deren Haftungsmasse im Regelfall auf das Vermögen der Gesellschaft beschränkt ist.

Das Aktiengesetz (AktG) befasst sich in den §§ 182 bis 206 AktG sehr ausführlich mit den verschiedenen Arten der Kapitalerhöhung. Generell wird dabei zwischen der effektiven und der nominellen Kapitalerhöhung unterschieden. Effektive Kapitalerhöhungen (die sind für Sie als Aktionär entscheidend) führen zu einer betragsmäßigen Erhöhung des Eigenkapitals.

Allen Kapitalerhöhungen ist gemeinsam, dass sie vorher durch die Hauptversammlung zu beschließen sind und erst rechtswirksam werden, wenn sie in das Handelsregister eingetragen worden sind.

Warum Kapitalerhöhungen durchgeführt werden

Bei der Umwandlung irgendeiner Rechtsform in eine Aktiengesellschaft kommt es oft zu Kapitalerhöhungen, weil die AG als kapitalintensivste Rechtsform gilt und deshalb rechtsformbedingter Nachholbedarf gesehen wird.

Kapitalerhöhungen sind aus betriebswirtschaftlichen Gründen erforderlich, wenn Investitionen geplant sind (Sachinvestitionen oder Beteiligungserwerb) und deren bisherige Deckungsquote durch Eigenkapital erhalten bleiben soll.

Ohne besondere Investitionspläne kommt es zu Erhöhungen des Eigenkapitals, wenn aus Bonitätsgründen (hier zur Steigerung der Kreditwürdigkeit) eine Steigerung der Eigenkapitalquote zur Verbesserung der Bilanzstruktur erforderlich ist, oder der Anteil des Fremdkapitals gesenkt werden soll, um die Zinsbelastungen zu reduzieren.

Abschließend möchte ich noch einmal kurz meine gestrige Einschätzung zur SNP-Aktie wiederholen: Die SNP-Aktie hat bis zu den Vor-Corona-Hochs noch reichlich Luft nach oben. Der verstärkte Digitalisierungstrend wird das Unternehmen in den kommenden Jahren beflügeln. Interessierte Anleger müssen jedoch die relativ starken Kursschwankungen beachten.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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