SNP Schneider-Neureither & Partner Aktie

Insbesondere global operierende Konzerne müssen sich permanent den sich ändernden Marktbedingungen anpassen und ihre strategischen inner- und außerbetrieblichen Schritte in der IT abbilden.

Dies erfordert auch die Anpassung der konzernspezifischen SAP-Systeme an die neuen Bedingungen.

Helfen soll dabei die neu entwickelte Standardsoftware SNP Transformation Backbone (kurz: T-Bone).

T-Bone revolutioniert den Transformationsprozess

Noch wird die Anpassung oder Transformation überwiegend von Beratungsfirmen und internen IT-Abteilungen betreut. Die Prozesse sind weitgehend unstandardisiert und von einem hohen Anteil manueller Tätigkeiten und den damit verbundenen prozessualen und qualitativen Unsicherheiten gekennzeichnet.

T-Bone ist dagegen die weltweit erste standardisierte Komplettsoftware, die in der Lage ist, den gesamten Transformationsprozess unter anderem durch integrierte Datenerfassung und automatisierte Prüfsysteme sicher und effektiv zu gestalten.

SNP ist damit in einer einzigartigen Wettbewerbsposition, die das langfristige Wachstum sichern wird. Enormes Potenzial bieten vor allem die internationalen Märkte, die SNP bisher kaum bedient.

Wachstumssprung in den ersten 9 Monaten

SNP ist es gelungen, den Absatzerfolg von T-Bone weiter zu beschleunigen. Die Lizenzerlöse stiegen in den ersten 9 Monaten um fast 35%, im 3. Quartal sogar um 46%. Insgesamt wuchs das Geschäft mit Software, wozu neben den Lizenzen auch die Wartung zählt, um 39%.

Damit erhöhte sich der Software-Anteil am Gesamtumsatz von 23,5 auf 26,2%. Dieser Trend sollte sich angesichts der zunehmenden T-Bone-Nachfrage der Kunden und SNP-Vertriebspartner fortsetzen.

Die weitere Umsatzverschiebung hin zum renditestarken Software-Segment wird sich dann auch positiv auf die operative Marge auf Konzernebene auswirken, die im 3. Quartal trotz hoher Aufwendungen für den Ausbau des Vertriebs schon bei 20,6% lag.

Jahresziele realistisch

Für das Gesamtjahr hat SNP neben einem Umsatzwachstum von mindestens 20% ebenfalls eine operative Marge von rund 20% in Aussicht gestellt. Wir halten die Ziele für realistisch, auch wenn die Marge nach 9 Monaten erst bei 15,1% lag.

Belastet hatte im Wesentlichen die Abfindung von Petra Neureither, die als Finanzvorstand ausgeschieden ist. Branchenbedingt ist aber das 4. Quartal das umsatz- und ertragsstärkste, weil es traditionell von einem starken Lizenzgeschäft geprägt ist.

Auf jeden Fall zeigt die Auftragslage noch keine Nachfrageabschwächung. Auftragseingang und -bestand lagen nach 9 Monaten deutlich über den Vorjahreswerten.

Weichen für langfristiges Wachstum gestellt

Priorität hat jetzt die schnelle Marktdurchdringung und technologische Weiterentwicklung von T-Bone.Margenverbesserungen kommen dann von ganz allein.

Denn mit der Erweiterung und Optimierung der Vertriebsstruktur wird der wachsende Software-Anteil am Gesamtumsatz zu einer deutlichen Verbesserung der Ertragskraft führen. In den nächsten 3 Jahren soll dieser Anteil auf 40% steigen.

Beim Vertrieb der Software wird SNP wie bisher auf das erfolgreiche Partnermodell setzen sowie auf den Direktvertrieb durch eigene Mitarbeiter. Zudem wird T-Bone zu einer umfassenden Plattform weiterentwickelt, die sämtliche Prozesse und Funktionen bei IT-Transformationen abbilden und durchführen kann.

Auch die Internationalisierung hat bereits begonnen. Die neuen Vertriebsgesellschaften in Südafrika und den USA werden ab 2012 wesentliche Umsatz-und Ergebnisbeiträge liefern. Die Erschließung aussichtsreicher Auslandsmärkte mit begrenztem Risikopotenzial wird SNP fortsetzen.

Auch Zukäufe sind nicht ausgeschlossen. SNP hat schon einige profitable Kandidaten mit Umsätzen von 5 bis 25 Mio € im Blick, die sich ebenfalls im Transformationsgeschäft bewegen. Eine größere Übernahme wäre allerdings mit einer Kapitalerhöhung verbunden.

Fazit

SNP überzeugt nicht nur mit Produkten und Vermarktungsstrategie, sondern auch mit fundamentalen Kennziffern. So hat SNP seit 2004 in jedem Jahr die Kriterien der Small-Cap- und 3-Filter-Strategie überwiegend erfüllt.

Zudem wird SNP den Anforderungen gerecht, die wir an ein erfolgreiches Familienunternehmen stellen: Der Firmengründer ist Vorstandsvorsitzender und hält einen Anteil von mehr als 25%.

Das KGV von 13 für das Jahr 2012 erscheint nur auf den ersten Blick ambitioniert. Denn das erwartete Gewinnwachstum von über 20% rechtfertigt diese Bewertung. Eine Ergebnisenttäuschung darf sich SNP aber nicht erlauben.

Die Aktie ist eher für risikofreudige Anleger geeignet. Abschließend sei noch erwähnt, dass SNP Aktienrückkäufe im Umfang von bis zu 10% des Grundkapitals beschlossen hat.

Unternehmensprofil

Die SNP Schneider-Neureither & Partner AG ist ein Softwarehaus, das seine Kunden bei der Anpassung ihrer IT-Landschaft an den betriebswirtschaftlichen und technischen Wandel unterstützt. Das operative Geschäft gliedert sich in die Bereiche Beratung sowie Software-Produkte/-Lizenzen.

Das Unternehmen ist vor allem ein Spezialist für die Transformation und Harmonisierung von SAP-Systemen, wie sie im Zuge von Fusionen, Akquisitionen, Devestitionen, Umstrukturierungen oder technischen Neuerungen notwendig werden.

Für die Anpassung der IT-Landschaft bietet SNP mit T-Bone (Transformation Backbone) die weltweit erste Standardsoftware an.

SNP ist mit 187 Mitarbeitern an 10 Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Südafrika und den USA vertreten. Das Unternehmen bedient internationale wie nationale Kunden, darunter Henkel und Porsche, und verfügt über die Erfahrung aus über 1.300 erfolgreich durchgeführten Projekten.

SNP wurde 1994 vom Vorstandsvorsitzenden Andreas Schneider-Neureither gegründet und ging im April 2000 an die Börse.

11. Januar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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