So aussichtsreich ist Betongold heute

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Betongold gibt’s schon längst auch in Form von Aktien. Wir haben einen prominenten Vertreter für Sie analysiert. (Foto: hanohiki/Shutterstock)

Der deutsche Immobilienmarkt wächst und wächst. Nun sorgt auch noch der Brexit dafür, dass Metropolen wie Frankfurt den für Preisexzesse bekannten Lagen wie London den Rang ablaufen. Doch würden Sie heute noch in Immobilien investieren? Die Preise sind schon stark gestiegen und die Wirtschaft schwächelt. Wer nicht alles auf eine Karte setzen möchte, kann statt zu Haus oder Wohnung zu Immobilienaktien greifen.

Hier winken stabile Dividenden und Kursgewinne. Doch ist ein Investment wirklich so einfach? Wir haben die Aktie von Deutsche Wohnen für Sie unter die Lupe genommen. Die Deutsche Wohnen SE gehört zu den führenden börsennotierten Wohnungsgesellschaften in Deutschland. Das Kerngeschäft ist die Bewirtschaftung und Entwicklung von Wohnimmobilien. Zu den Kernregionen gehören der Großraum Berlin, die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, das Rheinland, Dresden sowie Hannover und Braunschweig.

Wichtiges Standbein Pflegeimmobilien

In den ersten 9 Monaten konnte die Deutsche Wohnen den Umsatz um 20% auf 1,2 Mrd € steigern. Das EBIT zeigte zwar im 3. Quartal mit 5% Steigerung einen positiven Trend. Auf 9 Monate gesehen ist es aber um 15% auf 982 Mio € zurückgegangen. Dieser Abwärtstrend spiegelt sich auch im Gewinn wider. Dies resultierte hauptsächlich aus dem geringeren Ergebnis aus Zeitwertanpassung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien.

Das Portfolio umfasst mittlerweile etwa 170.000 Wohn- und Gewerbeimmobilien. Die durchschnittliche Miete lag bei 6,82 € pro Quadratmeter mit einer zufriedenstellend niedrigen Leerstandsquote von 2,1%. Für Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen wurden rund 300 Mio € ausgegeben. Außerdem befinden sich Pflegeimmobilien im Portfolio, mit rund 12.200 Pflegeplätzen.

Bei den Pflegeimmobilien hat die Deutsche Wohnen eine 49%ige Beteiligung an der Katharienhof Seniorenwohn- und Pflegeanlage Betriebs GmbH, und seit 2019 ist die Pflegen & Wohnen Hamburg GmbH eine 100%ige Tochtergesellschaft. Das Immobilien-Portfolio in Berlin wurde stark umstrukturiert. Rund 2.200 Wohnungen in Berlin wurden an die Landesimmobiliengesellschaft Degewo verkauft.

Wie Sie mit der Aktie umgehen sollten!

Aufgrund des geplanten Mietpreisdeckels wurden auch die restlichen Sanierungs- und Neubauinvestitionen auf Wirtschaftlichkeit geprüft. Außerdem haben sich die Diskussionen bezüglich Mietdeckel auf den Aktienpreis niedergeschlagen. Die Aktie hat schlechter als der DAX und die Immobilienindizes EPRA-Germany und -Europe performt. Dies zeigt, dass auch Immobilien nicht immer ein Selbstläufer sind. Auch die Dividendenrendite von 2,5% ist für uns kein Argument. Bleiben Sie angesichts der hohen Bewertung bei Deutsche Wohnen besser an der Seitenlinie!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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