So bedeutungslos werden die EU & Deutschland

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Auf dem diesjährigen G7-Gipfel stand US-Präsident alleine gegen alle. Aber er rächte sich. Hier erfahren Sie, wie. (Foto: Twin Design / shutterstock.com)

Beim diesjährigen G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs der bei seiner Gründung wichtigsten Industrieländer (Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien und die USA) im kanadischen La Malbaie (8. + 9. Juni) kam es zum ersten Krach.

Denn US-Präsident Donald Trump und der neue italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte machten den Vorschlag, Russland wieder in den Kreis der Mächtigen aufzunehmen.

Freilich sorgte das vor allem bei Frankreich, Deutschland und Großbritannien für hellen Aufruhr.

Ein Symbolfoto, das Bände spricht

Aber auch ansonsten gab es beim diesjährigen G7 viel Unmut und Uneinigkeit.

Am besten ist dies an einem Symbolfoto zu erkennen, das am zweiten Gipfeltag am Rande der offiziellen Tagesordnung entstand. Und sich rasend schnell in den sozialen Medien verbreitete.

Darauf ist Donald Trump zu sehen, wie er mit verschränkten Armen und hochgezogenen Schultern an einem Tisch sitzt. Umringt wird er von den anderen stehenden Staatschefs. Merkel stützt sich mit beiden Händen auf der Tischplatte ab. Trump aber sieht an ihr vorbei.

Trump gegen alle

Der Eindruck des Fotos, dass der US-Präsident (fast) alleine gegen alle anderen stand – sorry saß – ist nicht verkehrt. Denn aufgrund seiner Strafzoll-Politik wollten vor allem die Europäer ein gemeinsames Zeichen setzen.

Das aber juckte Trump nicht großartig, denn er flog früher als die anderen Teilnehmer vom Gipfel ab.

Er hatte wichtigeres zu tun: Nach Singapur zu reisen, um sich mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un zu treffen.

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Trump schafft wirklich Historisches

Wie Sie wissen, war dieses erstmalige Treffen zwischen den Staatschefs aus den USA und Nordkorea geradezu ein historischer Akt. Trump ließ sich dafür feiern. Und das zu Recht.

Selbst wenn die Neider aus dem eigenen Land – aus Europa sowieso – nicht lange auf sich warten ließen.

Trumpsche Brüskierung

Trump sprach nach dem G7-Treffen davon, dass der Gipfel enorm erfolgreich gewesen sei. Sein Verhältnis zu Gastgeber Trudeau sowie zu Merkel und Macron erhalte die Bestnote zehn.

Doch Trump ist eben Trump, das ist inzwischen allen klar. Denn gleich darauf brüskierte er die ganze Mannschaft damit, indem er seine Zustimmung zur G7-Abschlusserklärung einfach zurückzog.

Und zwar in einer von ihm bekannten Art: Per Twitter.

Kanadier wollen sich nicht herumschubsen lassen

Der Grund: Kanadas Premier Justin Trudeau hatte auf einer Pressekonferenz geäußert, dass die Kanadier nett und vernünftig seien, sich aber nicht herumschubsen ließen. Dabei bekräftigte er, dass gerade die Amerikaner unter den illegalen und ungerechtfertigten Zöllen auf Aluminium und Stahl zu leiden hätten. Außerdem kündigte Trudeau ab 1. Juli 2018 Vergeltungszölle an.

Das alles erzürnte den US-Präsidenten dermaßen, dass er mit dem Zurückziehen seiner Zustimmung zu G7-Abschlusserklärung alles torpedierte, was auf dem Gipfel mühsam erarbeitet wurde.

Übrigens: Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow gab schon vor dem G7-Treffen zum Besten, dass das Welthandelssystem ein Chaos sei.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.