Schweizer Bank-Aktien unter der Lupe

Banken sind reif für ein Comeback. Das haben wir bereits vor einigen Monaten an dieser Stelle geschrieben. Es kommt aber ganz eindeutig darauf an, auf welche Banken Anleger setzen. Noch immer sind nicht alle Institute aus dem Gröbsten raus. Kürzlich fiel mir eine Kaufempfehlung für die beiden Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS in die Hände. Grundtenor: Die Krise sei so gut wie vorbei und zugleich dürften sowohl Credit Suisse als auch UBS eine höhere Dividende ausschütten.

Personalabbau und Sparprogramme sollen es richten

Gerade der letzte Punkt ist aus meiner Sicht heikel. In meiner Skepsis bestätigen mich neueste Medienberichte, wonach beiden Geldinstituten noch schärfere Eigenkapitalvorschriften drohen. Entsprechende Pläne wurden von der Schweizer Finanzministerin angedeutet. Beide Aktien fielen danach deutlich. Wie sollen Anleger jetzt also mit der Situation umgehen? Sind die jüngsten Diskussionen nur ein Sturm im Wasserglas oder sollten Investoren von Credit Suisse und UBS die Finger lassen?

Die Credit Suisse setzt in einem schwierigen Umfeld auf Kostensenkungen: Bis Ende 2015 sollen 4,4 Mrd SFr eingespart werden. Erreicht werden soll das mit Personalabbau und Einsparungen bei der Organisation sowie im Technikbereich. Zudem könnte Personal in kostengünstigere Länder ausgelagert werden. Aufgrund dieser Maßnahmen ist man bei der Credit Suisse eigentlich zuversichtlich, die Renditen zu steigern. Und wie sieht es bei der UBS aus?

Wir bleiben skeptisch

UBS gilt als einer der größten Verlierer der europäischen Finanzkrise. Zwischen 2007 und 2009 wurden Verluste von über 28 Mrd Sfr eingefahren. Ohne staatliche Hilfen wären derartige Verlustvorträge nicht stemmbar gewesen. Hinzu kamen die Verwicklung im Libor-Skandal und hohe Kosten für Rechtsstreitigkeiten. Seitdem sucht UBS einen Weg aus der Krise. Um wieder auf Erfolgskurs zu kommen, werden radikal Stellen gestrichen. Allein 2013 sollen bis zu 10.000 Mitarbeiter gekündigt werden.

2007 waren noch 83.000 Mitarbeiter bei der Bank beschäftigt. Mit den bevorstehenden Personalkürzungen soll sich die Mitarbeiteranzahl auf 54.000 reduzieren. Weiteres Einsparpotenzial erhofft sich UBS mit dem Rückkauf von Anleihen. Die Bilanz soll verkürzt und Finanzierungsbedürfnisse reduziert werden. Trotz der radikalen Maßnahmen werden Boni von 2,5 Mrd SFr gezahlt. Die Höhe entspricht in etwa dem Jahresverlust. Trotz der schwachen Zahlen erhöhte die UBS zuletzt die Dividende. Auch bei der Credit Suisse kamen Dividenden-Investoren auf ihre Kosten.

Trotz der positiven Dividenden-Politik sind wir bei beiden Titeln weiterhin skeptisch. Die Anpassungen an die neuen Regularien dauern an und es könnten weitere regulatorische Hürden hinzu kommen. Zwar haben beide Banken bereits deutlich eingespart, doch zeigen die jüngsten Kursverluste, dass beide Titel noch Potenzial nach unten haben.

13. November 2013

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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