So funktioniert Ihr Krisenschutz bei einer globalen Schuldenkrise

Wenn Sie bei einer Schuldenkrise Ihr Kapital richtig anlegen, können Sie gelassen bleiben. Lesen Sie hier wie das geht. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Eins muss Ihnen klar sein: In einer weltweiten Schuldenkrise nimmt die Unsicherheit auf dem Finanzmarkt enorm zu, da niemand mehr weiß, welche Geldanlagen überhaupt noch zu realisieren sind oder welche Unternehmen und Banken schon bankrott sind oder bald sein werden.

Dadurch ergibt sich ein Risikozuschlag zum Zins, denn der Geldverleiher lässt sich das gestiegene Verlustrisiko vom Schuldner bezahlen. Weil die Zinsen in einer globalen Schuldenkrise massiv steigen, hat dies teilweise verheerende Auswirkungen auf viele Geldanlageprodukte.

Vorsicht bei Anleihen & Aktien: Es drohen Kursverluste

So können festverzinsliche Wertpapiere im Kurs abstürzen, und zwar je länger die Laufzeit, umso deutlicher. Zusätzlich dazu fällt der Kurs noch weiter durch die aufkommende Unsicherheit und den Rückgang der Kaufnachfrage nach solchen Wertpapieren.

Nach der Russlandkrise mussten die Besitzer russischer Staatsanleihen Kursverluste von bis zu 90 Prozent hinnehmen. In der Konsequenz heißt das, dass man nur kurz laufende Papiere von Schuldnern mit hoher Bonität kaufen sollte.

Gleichzeitig verfallen die Aktienwerte an der Börse, weil den Unternehmen der Boden unter den Füßen weggezogen wird und die aufkommende Unsicherheit zu Aktienverkäufen führt. Die Aktienanlage muss deshalb gründlich geplant sein. Unternehmen, die in einer Krise keine Rolle mehr spielen, sind deshalb zu meiden.

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Mit den Anleihen und den Aktien verfallen zugleich auch darauf aufbauende Fondsanteile. Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass die Anlage in einem Aktienfonds sicherer ist als eine Direktinvestition in Aktien.

Im Gegenteil, die Fondsanlage ist unberechenbarer, da Sie weder über die konkreten Investitionen des Fondsmanagers informiert sind, noch auf dessen Handlungsweise einen Einfluss haben. Schnell sind solche Fonds und das Vermögen verloren, während Sie bei der Direktanlage selbst agieren können und die Kontrolle behalten.

In der Krise heißt es: Geld nur kurzfristig anlegen

Hier wird sehr deutlich, dass es im Hinblick auf eine Schuldenkrise wichtig ist, immer nur kurzfristig zu investieren. Das Geld muss ständig verfügbar sein. Was nutzt Ihnen eine hochrentable Geldanlage in der Krise, wenn Sie erst in fünf Jahren darauf zugreifen können? Denn in der Deflation geht Ihre Bank bankrott und in der Inflation ist Ihr Geld entwertet. Also muss der Grundsatz gelten: Liquidität und Verfügbarkeit der Geldanlage geht vor Rendite!

Ein weiterer, oft übersehener Aspekt kommt dazu: Je höher die Rendite, umso höher auch das Risiko! Viele Anleger sind Renditen von bis zu 20 Prozent gewohnt. Sorglos wird in Schwellenländer oder Technologiefonds investiert – immer mit Blick auf die hohe Rendite. Kaum jemand fragt, warum die Rendite überhaupt so hoch ist. Sie ist deshalb so hoch, weil zum Zins ein hoher Risikozuschlag kommt.

Bei normaler Rendite würde gar niemand in solch riskanten Bereichen investieren. Darum ist es nötig, mit »Superrenditen« zu locken. Gerade in den vergangenen Jahren mussten Anleger dabei zunehmend erkennen, dass die »Superrendite« oft mit einem Totalverlust bezahlt werden musste. Eine Verzinsung, die höher als normal ist, sollte deshalb schon zur Vorsicht mahnen.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.