So geht es mit der Rally-Aktie weiter

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Auch Top-Unternehmen müssen sich unseren harten Analysen stellen. Manchmal führen diese zu überraschenden Ergebnissen. Wie bei Drägerwerk. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Manche Unternehmen fokussieren sich ganz auf ihren Bereich. Beispielsweise ist McDonald’s eine Burger-Kette. Andere Firmen sind da schon anders aufgestellt und kombinieren mehrere Branchen. Auf den ersten Blick wirkt das dann schnell ein wenig abenteuerlich. Doch in der Regel profitieren Investoren davon, wenn ein Unternehmen breit aufgestellt ist.

Vor allem Technologie-Titel oder Maschinenbauer verfügen über Wissen, das in verschiedenen Branchen gefragt ist. Zyklische Schwankungen und unterschiedliche Auftragslagen können so ausgeglichen werden. In verschiedenen Branchen tätig ist auch Drägerwerk. Lesen Sie unsere Analyse!

Drägerwerk: Kostensenkungsprogramm war erfolgreich

Die Drägerwerk KGaA entwickelt, produziert und vertreibt seit 1889 Geräte und Systeme in den Bereichen Medizinund Sicherheitstechnik. Stammsitz des Unternehmens ist Lübeck. Neben Fertigungsstätten in Deutschland sowie in Australien, China, Großbritannien, Indien, den Niederlanden, Schweden und den USA ist Dräger mit Service- und Vertriebsstützpunkten in 190 Ländern präsent.  Drägerwerk blickt auf ein solides Jahr 2017 zurück.

Während der Umsatz mit einem Plus von 1,9% auf 2,6 Mrd € leicht ausgebaut werden konnte, führten Kostensenkungen in der Verwaltung zu einem deutlichen Ergebnisanstieg. Auf operativer Ebene legte das Ergebnis um 13,7% auf 155,7 Mio € zu. Unterm Strich baute Drägerwerk den Gewinn pro Aktie um 20,8% auf 4,18 € aus. Der Cashflow entwickelte sich mit -26,8% auf 143,3 Mio € verhalten. Drägerwerk gehörte im vergangenen Jahr zu den Schlusslichtern des TecDax. Grund dafür war ein enttäuschender Ausblick auf 2018.

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Während sich der Umsatz zwar weiterhin positiv entwickeln soll, plant Drägerwerk deutlich mehr zu investieren, zu Lasten der Profitabilität. Über den Erwartungen liegende Zahlen für 2017, wie auch der Abschluss des Effizienzprogramms Fit for Growth leiteten jedoch die Erholungsjagd ein. Die Quote der Vertriebs- und Verwaltungskosten wurde auf 30% des Umsatzes gesenkt und die weltweite Produktionsstruktur optimiert.

Nachdem das Kostensenkungsprogramm erfolgreich umgesetzt wurde, peilt Dräger zukünftig eine Ausschüttungsquote von mindestens 10% des Gewinns an. Für 2017 soll die Dividende um 142% auf 0,46 € pro Aktie mehr als verdoppelt werden.

Aktionäre warten besser noch ab

Die geplanten Investitionen kosten zunächst zwar Geld. Langfristig sichert sich Drägerwerk jedoch entscheidende Wettbewerbsvorteile. Nach der jüngsten Kursrallye ist die Aktie relativ hoch bewertet. Gepaart mit der schwachen Cashflow-Entwicklung könnte das schon ein Warnsignal sein. Auch wenn das Unternehmen bei der Dividende eine Schippe drauflegen will, fällt die Dividendenrendite mit rund 0,6% etwas mager aus. Drägerwerk ist ein gutes Unternehmen. Von der Aktie halten Sie aber besser etwas Abstand.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.