So geht es weiter beim Gold

Das World Gold Council (WGC) hat aktuell einige spannende Analysen zum Goldmarkt veröffentlicht. Lesen Sie hier die wichtigsten Fakten. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Analysen zum Goldmarkt gibt es fast wie Sand am Meer. Aber wenn es um fundierte Annalysen geht, ist die Auswahl doch schon deutlich eingeschränkter. Immer wieder im Fokus steht das World Gold Council (WGC) mit seinen vielen Veröffentlichungen.

Aber hier ist neben all den spannenden Daten auch immer Vorsicht angebracht – denn das WGC ist ein Interessenverband der traditionell Pro-Gold eingestellt ist. Insofern ist es gerade jetzt besonders spannend zu schauen, was diese Experten in Zeiten einer ausgeprägten Goldschwäche denn zu den weiteren Perspektiven sagen.

Derzeit machen die Experten gleich drei Faktoren aus, die im weiteren jahresverlauf die Entwicklung des Goldpreises beeinflussen werden. Zum einen ist es das positive aber ungleich verteilte Wachstum der Weltwirtschaft. Hinzu kommen die aufkommenden Handelskriege und eine Tendenz zur steigenden Inflation in vielen Ländern.

Konkret erwarten die WGC Experten eine stabile Goldnachfrage in Asien durch das starke Wachstum dort. Gleichzeitig sollen die aufkommenden Handelskriege den US-Dollar schwächen – was traditionell gut für Gold ist. Das gilt auch für die anziehende Inflation in vielen Ländern.

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Aktuell entschärfen sich die Handelskonflikte rund um die USA

Aber gerade der Aspekt der Handelskonflikte lohnt sich doch genauer unter die Lupe genommen zu werden. Ganz aktuell haben die USA und Mexiko ein neues Freihandelsabkommen abgeschlossen. Sollte Kanada nun den neuen Regelungen zustimmen, wäre das von US-Präsident Donald Trump schon heraufbeschworene Ende dieser Nafta-Freihandelszone erst einmal vom Tisch. Vielleicht ist das dann auch ein Signal für die weitere Entwicklung zwischen den USA und der Euro-Zone. Hier stehen im November schon neue Gespräche an.

Soweit zum kurzfristigen Ausblick des WGC. Die Goldexperten veröffentlichen aber auch regelmäßige Investment-Reports. Hier stand jetzt kürzlich die technologische Bedeutung von Gold im Mittelpunkt. Laut WGC wird Gold eben in vielen neuen Anwendungen in der Elektronik, in der chemischen Industrie oder auch der Medizintechnik eingesetzt. Das ist ohne Frage faszinierend – und lässt sich auch gut auf Hochglanzbroschüren oder in Präsentationen darstellen. Als Argument für aktuelle Preisbewegungen ist dieser Aspekt aber nicht geeignet – denn dafür ist der Einfluss auf den Weltmarkt einfach viel zu klein.

Sehr niedrige Schwankungen beim Goldpreis in diesem Jahr

Ein weiterer Aspekt zur Einschätzung der Marktlage bietet der Blick auf die Schwankungen beim Goldpreis. Hier gilt: Gold weist traditionell größerer Schwankungen auf als Aktien. Doch in diesem Jahr gilt das nicht uneingeschränkt. So ist nach Angaben des WGC 2018 bislang ein Jahr, in dem Gold nicht an einem einzigen Handelstag um 2,5% oder mehr gestiegen ist oder auch gefallen ist. Das hat es zuletzt 1996 – also vor einer gefühlten Ewigkeit gegeben.

An dieser Zusammenstellung sehen Sie schon: Es gibt viele Faktoren, die den Goldpreis bestimmen. Es lohnt sich eben einfach immer genauer hinzuschauen.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.