So geht es weiter im DAX: Ihre große DAX-Analyse

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Wir werden im DAX zwischen 10.240 und 11.240 Punkten seitwärts schieben. Das kann sogar noch einige Wochen so weitergehen. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Tiefer nimmer – seitwärts immer! So können wir die Situation beim DAX beschreiben. Seit Mitte April schieben wir zur Seite. Dabei konnte der DAX im Hoch etwas über 11.200 Punkte erreichen. Das Tief und gleichzeitige Unterstützung liegt bei 10.200 und somit 1.000 Punkte niedriger.

Im Chart sieht die Konstellation folgendermaßen aus: Wir befinden uns weiterhin zwischen dem 38er und dem 50er Fibonacci Retracement in Folge des Corona-Crashs.

Daran wird sich vermutlich auch so schnell nichts ändern. Entweder müssen die Bullen oder Bären sich durchsetzen. Sie wissen sicherlich, dass ab Mai die saisonal schwache Zeit beginnt. Corona kann das verstärken oder auch umdrehen, sollte es jetzt zu einer plötzlichen Erholung der Weltwirtschaft kommen. Davon ist aber in den meisten Fällen kaum auszugehen.

Bitte haben Sie dabei im Hinterkopf, dass wir jetzt erst die Unternehmenszahlen des 1. Quartals gesehen haben. Das 2. Quartal wird bei einem Großteil der Firmen ein Desaster werden. Diese Zahlen gibt es aber erst in knapp drei Monaten. Der ganz große Hammer könnte also noch kommen.

Davon ist aktuell im DAX wenig zu spüren. Natürlich sind wir noch 3.000 Punkte vom Allzeithoch entfernt. Aber das Corona-Tief liegt auch bereits rund 3.000 tiefer – wenn wir uns das Zwischenhoch im DAX bei 11.235 Punkten anschauen.

DAX im 15 Minuten-Chart

Betrachten wir den Verlauf der vergangenen 48 Stunden, ist der DAX klar eingesperrt in einem engen Trendkanal.

Auch hier müssen wir warten, ob es einen Ausbruch auf der Ober- oder Unterseite gibt. Ähnlich wie im großen Bild, pendelt der DAX auch im kleinen Zeitfenster in einem noch engeren Kanal. Der Markt wartet offensichtlich auf ein Signal von außen. Von alleine gibt es nur kleinere Schwankungen zwischen den Käufern und Verkäufern. Eine große Bewegung bleibt aus. Die gab es in dieser Woche nur, als das Verfassungsgericht gesprochen hat. Ansonsten ist der DAX weiterhin der große Meister der Kurslücken. Diese Mantra hält an.

DAX und seine Kurslücken

Sie sehen einen 2-Stunden-Chart ab 6. April. Das ist der Verlauf des DAX seit einem Monat. Es ist schon beeindruckend, wie viele Kurslücken der DAX gerissen hat.

Es hat auch meist einige Tage gedauert, bis diese geschlossen wurden. Einen sofortigen Rücklauf an den Schlusskurs des Vortages gab es selten. Für Sie als Trader bedeutet das: Folgen Sie weiterhin dem Trend und spielen Sie nicht sofort die Gegenbewegung. Das kann nur teuer werden.

Fazit:

Die große Spur ist weiterhin gelegt. Wir werden im DAX zwischen 10.240 und 11.240 Punkten seitwärts schieben. Das kann sogar noch einige Wochen so weitergehen. Erwarten Sie also nicht, dass hier sofort etwas passiert! Das Glück ist mit den Tüchtigen und die Börsengewinne mit den Geduldigen. Nehmen Sie sich deshalb einfach einmal eine Auszeit. Der DAX ist morgen auch noch da und schauen Sie seltener auf die Kurse.

So etwas kann auch gerade in diesen Tagen viel Kraft geben, wenn wir den Kopf lüften und Ruhe bewahren. Vielleicht kommt ab Juni eine neue Abwärtsbewegung. Je nachdem, wo das Tief sich dort dann bildet, können wir ableiten, wie das restliche Jahr verläuft. Vielleicht war es das auch schon mit den Tiefs und die Notenbanken schaffen das Kunststück und halten die Märkte oben. Das wäre schon eine reife Leistung angesichts der katastrophalen Wirtschaftsdaten.

Aktuell hat sich die Börse eindeutig von der Wirtschaft abgekoppelt. Deshalb war es dem DAX heute früh auch völlig egal, dass der Einkaufsmanagerindex in Deutschland von 35 auf 17,4 abgestürzt ist. Im Dienstleistungssektor ging es runter von 31,7 auf 16,2. Beide Ergebnisse haben den DAX nicht sonderlich bewegt.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.