So handeln Siegertypen

Starke Marken üben auch an der Börse ihren Reiz aus. Wir erklären Ihnen, ob Sie auch als Nike-Anleger zu den Siegern gehören. (Foto: Mr.Raw / Shutterstock.com)

Sind Sie ein Gewinnertyp? Auch wenn bescheidene Menschen diese Frage grundsätzlich diplomatisch beantworten würden, so übt Erfolg doch großen Reiz auf Menschen aus. Statussymbole hätten keine Bedeutung, wenn sich damit nicht eine gewisse Art von Erfolg demonstrieren ließe. Während Porsche, Rolex und Co nicht allen Menschen vorbehalten sind, gibt es auch Bereiche, in denen Statussymbole nur wenig mit Geld zu tun haben.

Sportliches Aussehen gehört für viele Menschen zum persönlichen Erfolg dazu. Selbst diejenigen Menschen, für die es nicht zum Sixpack reicht, wollen sich doch über ihre Sportlichkeit definieren. Dazu gehört in der Regel auch die richtige Klamottenmarke. Während es immer wieder Newcomer gibt, gehört Nike  zu den etablierten Marken, ist aber dennoch weltweit beliebt.

Sinkende Gewinne vermiesen die Stimmung

Nike ist das größte Sportartikelunternehmen der Welt. Die Marktkapitalisierung ist fünfmal so hoch wie beim schärfsten Konkurrenten adidas. Die Gesellschaft lässt ihre Produkte – darunter zunehmend Bekleidung, Artikel und Zubehör für Sport und Freizeit – von vielen hundert Vertragspartnern in Billiglohnländern herstellen. Das Unternehmen wurde 1962 gegründet und 1972 nach der griechischen Göttin des Sieges benannt.

Nike tut sich schwer auf dem Heimatmarkt und hat im 2. Quartal erneut deutlich weniger verdient. Der Gewinn schrumpfte um 9% auf 767 Mio $. Bereits im Vorquartal war der Gewinn kräftig gesunken.

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„Dann doch lieber ein T-Shirt“

In China lief es großartig. Dort legten die Verkäufe um 16% zu. In Europa verbuchte Nike sogar ein Plus von 19%. Wegen höherer Ausgaben und geringerer Gewinnspannen blieb dennoch weniger in der Kasse. In Nordamerika, wo Nike einen Großteil der Einnahmen erzielt, ging der Umsatz um 5% zurück. Der Konzern kämpft hier mit scharfer Konkurrenz durch den kleineren Wettbewerber Under Armour (4209), insbesondere aber durch den wieder erstarkten Rivalen adidas (4203).

Nike handelt und will seine Struktur vereinfachen und Stellen streichen. Zudem sollen Geschäftsfelder reduziert und die Zahl der Schuhmodelle verringert werden. Alles geeignet, um die Kosten zu reduzieren. Die Fußball- WM in Russland bietet Nike eine Plattform, die eigene Marke wieder in den Vordergrund zu rücken. Nike liefert für mehr als die Hälfte der Spieler das Schuhwerk.

Als Trikotlieferant für 10 Fußballteams liegt Nike dagegen knapp hinter adidas, der 11 Turnierteilnehmer unter Vertrag hat. Der Nike-Chef verbreitet Optimismus. Der Konzern will den Umsatz in den kommenden 5 Jahren im hohen einstelligen Prozentbereich steigern. Damit dürfte Nike aber das ursprüngliche Ziel verfehlen, bis zum Jahr 2020 auf 50 Mrd $ Umsatz zu kommen.

Das Unternehmen ist solide, mehr aber auch nicht. Bleiben Sie lieber bei den Klamotten von Nike und setzen Sie bei Aktien auf die Konkurrenz!


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.