So holen Sie sich den Spar-Spaß zurück!

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Das „Sparerlebnis“ geht in unserer heutigen „Niedrigzinswelt“ fast gänzlich verloren. So ho-len Sie es sich zurück. (Foto: Watchara Ritjan / shutterstock.com)

Seine Bedeutung hat seit dem Ende der Finanzkrise vor 10 Jahren dramatisch abgenommen: Die Rede ist vom Weltspartag. Und das ist eigentlich außerordentlich schade.

Das ist deshalb so bedauerlich, weil Kinder in unserer heutigen Zeit nicht mehr fürs Sparen durch eine Verzinsung belohnt werden. Daran wurde ich selbst vor wenigen Wochen wieder drastisch erinnert:

Als frischgebackener Großvater habe ich für mein Enkelkind ein Sparbuch angelegt. Die aktuelle Verzinsung beträgt +0,01%. Das bringt bei 1.000 Euro Einlage nach 12 Monaten einen Zinsertrag von sage und schreibe 10 Euro-Cent!

Zum Vergleich: Im Jahr 2008 lag die Sparbuchverzinsung noch bei +2,5%. Das war zwar auch nicht gerade üppig, aber immerhin noch 25 Euro oder 250x so viel.

(Groß-)Eltern tragen – in meinen Augen – in dieser Hinsicht durchaus eine Verantwortung: Sie sollten Kindern trotz Nullzinspolitik das Sparen näher bringen, statt sie von klein auf zu Konsumenten zu erziehen.

Ich habe mir einmal für Sie Gedanken gemacht, welche Spar-Möglichkeiten Sie haben.

Warum Sparen für junge Menschen so wichtig ist

Warum ist die Erfahrung „Sparen“, gerade für junge Menschen, so wichtig?

Ich erinnere mich dazu noch gerne an jene Kindheitstage im Januar: Dann ging ich mit meinem Sparbuch zur Sparkasse, um mir dort den verdienten Jahreszins eintragen zu lassen.

Und dabei habe ich dann jedes Mal leuchtende Augen bekommen: Es war einfach ein gutes Gefühl, Geld dafür geschenkt zu bekommen, dass man dem Drang widerstanden hatte, es für Süßkram oder ähnlich Vergängliches ausgegeben zu haben.

Und es war ein noch erhebenderes Gefühl, wenn ich genügend Deutsche Mark angespart hatte, um mir davon einen Herzenswunsch erfüllen zu können. Denn das hatte ich mir sozusagen aus eigener Kraft ermöglicht.

Wer heute spart, wird dafür nicht mehr durch eine halbwegs annehmbare Verzinsung belohnt. Doch wer nicht spart, wird nicht einmal dieses Glücksgefühl verspüren, sich eine Anschaffung aufgrund eigenen Konsumverzichts leisten zu können.

Also: Welche Möglichkeiten haben Sie, Ihrem (Enkel-)Kind dennoch diese beiden Erfahrungen zuteilwerden zu lassen?

Spielen Sie Sparkasse!

Meine erste Idee für Sie: Solange wir eine Null- bzw. Niedrigzinspolitik über uns ergehen lassen müssen, treten Sie für Ihr Kind oder Enkelkind anstelle der Sparkasse. Soll heißen:

Belohnen Sie das – möglichst regelmäßige – Sparen Ihres Schützlings, indem Sie ihm zum Jahreswechsel oder zum Geburtstag einen lohnenswerten Zins zahlen – beispielsweise 5%! Und erklären Sie dem Kind auch (wenn es alt genug dafür ist), warum Sie so handeln.

Diese Vorgehensweise, also das Ansammeln von Sparkapital, sollte natürlich am Anfang stehen: Denn um eine bessere Rendite erzielen zu können, sollte Ihnen für alternatives Sparen eine vernünftige Summe zur Verfügung stehen:

500 Euro oder besser 1.000 Euro sind ein guter Start.

Spar-Alternative Nr. 1

Investieren Sie angesparte Beträge in der genannten Größenordnung regelmäßig in Investmentfonds. Anleihe-Fonds machen hier heutzutage nur wenig Sinn: Denn die haben ja das gleiche Problem wie Sie mit dem Sparbuch.

Eine bessere Alternative sind da Investmentfonds, die in Aktien oder Rohstoffen anlegen. Doch Vorsicht:

Vertrauen Sie hier auf keinem Fall dem „Urteil“ Ihres Anlageberaters vor Ort. Dessen Sichtweise ist nämlich in 99,9% der Fälle von der Ertragsperspektive seines Arbeitgebers gefärbt.

Sprich: Sie werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen hauseigenen Investmentfonds als beste Anlagevariante präsentiert bekommen. Machen Sie sich stattdessen einfach selbst schlau:

Das Zauberwort heißt Konstanz

Mit den Stichworten „Renditen Investmentfonds“ in der Google-Suche finden Sie gleich mehrere interessante Informationsanbieter. Fokussieren Sie sich dabei auf die Ergebnisse, die von den Fondsmanagern über einen langen Zeitraum – am besten in einer Dekade – im Jahresdurchschnitt erzielt wurden.

Warum ist das wichtig? Nun: Bei Aktienfonds, das weiß ich aus eigenen mehrjährigen Untersuchungen, schaffen es gerade einmal 5% aller Manager, die jährliche DAX-Performance zu übertreffen. Und bei anderen Themenfonds sieht es nicht anders aus.

Denn über ein wichtiges Detail im Zusammenhang mit Investmentfonds machen sich die meisten Anleger keine Gedanken: Den Fondsmanagern ist es völlig egal, ob sie mit ihren Investments Gewinne oder Verluste erzielen! Denn sie werden für ihr Handeln nicht haftbar gemacht!

Die Spar-Alternative Investmentfonds hat 2 entscheidende Vorteile:

  • Sie profitieren davon, dass der Aktienmarkt auf lange Sicht immer weiter klettert. Daran ändern auch vorübergehende Rückschläge nichts.
  • Wenn Sie regelmäßig Fondsanteile kaufen, dann profitieren Sie von dem sogenannten „Cost-Averaging-Effekt“: Dem Effekt des Durchschnittspreises.

Sie kaufen dann nämlich nicht nur, wenn die Aktienkurse gerade kräftig gestiegen sind, sondern eben auch, wenn sie mal eine Schwächeperiode hinlegen. Dadurch senken Sie im Laufe der Zeit ihren durchschnittlichen Einstandspreis und erhöhen damit zugleich Ihre Rendite.

Morgen zeige ich Ihnen weitere Spar-Alternativen auf. Und dabei werden Sie etwas erfahren, was mich persönlich sehr nachdenklich gestimmt hat, seit ich davon hörte.

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Hedgefonds – Funktionsweise, Strategien & RisikenDieser Artikel beleuchtet das Thema der Hedgefonds ganzheitlich und beleuchtet die Frage, ob sich ein Investment in einen „absichernden" Fonds rentiert oder reine Spekulation ist. › mehr lesen


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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