So schlimm steht es um die griechischen Banken

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Hohe Abschreibungen, viele faule Kredite und sinkende Kundeneinlagen – So dramatischt ist die Lage der griechischen Banken derzeit. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die massiven Kapitalabflüsse bei den griechischen Banken hinterlassen auch in den Bilanzen der Banken tiefe Spuren.

In den ersten neun Monaten haben die großen griechischen Banken Verluste in Milliardenhöhe erzielt.

Ein besonders drastisches Beispiel ist hier die National Bank of Greece: Nach einem Gewinn von 259 Mio. Euro im vergangenen Jahr hat der größte Kreditgeber Griechenlands in diesem Jahr einen Verlust von 1,35 Mrd. Euro erzielt.

Die Banken erleben dramatische Zeiten: So müssen die griechischen Finanzinstitute immer höhere Abschreibungen auf die griechischen Anleihen vornehmen. Zusätzlich ziehen aber immer mehr Griechen ihre Einlagen ab, wodurch das Eigenkapital der Banken weiter schrumpft.

Und dann wird auch weiterhin die Menge der notleidenden Kredite zunehmen. Kein Wunder bei einer Wirtschaft die immer noch schrumpft und das auch im kommenden Jahr weiter tun wird. Das zeichnet sich jetzt schon ab. Vor allem auch weil der neue Sparhaushalt der Regierung seit gestern die parlamentarischen Hürden genommen hat.

Damit hat sich die Übergangsregierung unter Ministerpräsident Lucas Papademos erst einmal durchgesetzt. Aber für die griechische Bevölkerung heißt das: Weitere Steuererhöhungen und drastische Einsparungen stehen auch im kommenden Jahr an.

Bringt der griechische Sparhaushalt die Wende?

Die Ausgabenkürzungen sollen dabei ein Volumen von mehr als 5 Mrd. Euro haben. Und dann sollen die höheren Steuern neue Einnahmen von 4,5 Mrd. Euro bringen.

Am Ende soll dieser Sparhaushalt zu einem deutlichen Absinken des Haushaltsdefizits führen. In diesem Jahr liegt die Quote noch bei 9%. Doch Ende 2012 sollen es nur noch 5,4% sein. Das ist ohne Frage ein ambitioniertes Ziel.

Doch zurück zu den Banken in Griechenland. Das sind wahre Pulverfässer, die jederzeit explodieren können. Bedenken Sie: Die National Bank of Greece, die Agricultural Bank of Greece und die Hellenic Postbank halten griechische Anleihen mit einem Volumen von 36,5 Mrd. Euro.

Doch wie soll die griechische Wirtschaft wieder in Schwung kommen, wenn der Bankensektor kurz vor dem Zusammenbruch steht? Das sieht auch der Chef der National Bank of Greece Apostolos Tamvakakis so: „Die heutige Situation ist in der Vergangenheit nur in den schlimmsten aller Szenarien durchgespielt worden.“

Aber jetzt sind diese schlimmsten aller Szenarien tatsächlich zur Realität in Griechenland geworden. Und ich erwarte auch in anderen europäischen Ländern noch eine weitere Verschärfung der Lage.

Den Optimismus vieler Akteure in diesen Tagen kann ich nicht teilen: Vom anstehenden EU-Gipfel erwarte ich auf jeden Fall nicht den von großen Befreiungsschlag.

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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