So sollten Sie mit Sonderdividenden umgehen

Das Wort hört sich so schön an: Sonderdividende. Tatsächlich ist eine Sonderzahlung auch für uns Dividenden-Jäger immer wieder erfreulich.

Warum sollte ich Ihnen über dieses Thema also schreiben? Immer wieder werben vor allem Unternehmen aus der zweiten Reihe mit Sonderdividenden. In einschlägigen Postillen wird dann meist zum Einstieg in die Aktie getrommelt.

Vor diesen Lock-Dividenden möchte ich Sie allerdings warnen. Sonderdividenden werden häufig ausgeschüttet, weil ein Unternehmen einen Geschäftszweig verkauft hat oder sonst zu Kapital gekommen ist.

Auch Unternehmensjubiläen sind häufig ein Grund für Sonderdividenden.

Zweistellige Renditen? Lassen Sie sich nicht blenden!

Als Anleger sollten Sie wissen, dass Sonderdividenden nicht aus dem Nichts auf ihrem Konto erscheinen. Als Aktionär hatten Sie schon vorher ein Recht auf ein Teil des Kuchens.

Eine Sonderdividende wird immer aus den Mitteln der Gesellschaft ausgeschüttet – es gibt also zwar meist Grund zur Freude, aber keinen Grund zum Jubeln. Sie bekommen lediglich etwas, das Ihnen schon zuvor gehört hat in Barform.

Übersteigt die Sonderdividende die normale Dividende um ein Vielfaches und macht Sie gerade ein Börsendienst auf diesen Umstand aufmerksam, sollten Sie hellhörig werden.

Wo kommt die Dividende her? Hat das Unternehmen womöglich gerade sein Tafelsilber verkauft und fallen deswegen in den nächsten Jahren schwere Zeiten an? In diesem Fall sollten Sie sich von exorbitanten Dividendenrenditen, die in solchen Fällen durchaus zweistellig sein können, nicht blenden lassen.

Recherchieren Sie vielmehr, was ein Unternehmen, das einen Geschäftsbereich verkauft hat, danach machen will.

Es ist ganz wichtig, dass auch das künftige Geschäft einer Aktiengesellschaft lukrativ ist. Es gibt einen Tag nach der Sonderdividende. Als Aktionär sollten Sie dies berücksichtigen.

Die harte Realität kommt bald

Manchmal bezeichnet die Ausschüttung einer Sonderdividende auch eine Zäsur für das betroffene Unternehmen. Mit dem Kapital aus dem Verkauf eines Geschäftsfeldes möchte man das Unternehmen neu ausrichten, liest man häufig.

Oftmals sind diese Pläne von vollmundigen Versprechungen begleitet. Hier sollten Sie hellhörig werden und das neue Betätigungsfeld kritisch untersuchen.

Hat das Unternehmen das Fachpersonal? Wie steht es um die Konkurrenz? Diese und mehr Fragen müssen Sie sich einfach stellen. Denn:

Oft beginnt die harte Realität schon mit dem Ex-Dividende-Tag. Kaum ist die Sonderdividende ausgeschüttet, wird ein Unternehmen nach den neuen Gegebenheiten bewertet.

Der Zauber der Sonderdividende ist dann schnell verflogen. Aus diesem Grund sollten Sie Sonderdividenden als nettes Extra betrachten und auch weiterhin nur auf Unternehmen setzen, die solide aufgestellt sind.

Eine Sonderdividende sollte nur in den seltensten Fällen ein Kaufargument sein.

8. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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