So steht es um die deutsche Automobil-Branche

Die deutsche Automobil-Branche ist der wohl wichtigste Industriezweig hierzulande.

Sie bestehet zwar nur aus einigen wenigen großen Autobauern (z. B. BMW, Audi, VW und Daimler) und zahlreichen kleinen, mittelgroßen und größeren Zulieferern.

Doch ist diese Branche auch für die Politik in Deutschland besonders wichtig. Schließlich hängen daran insgesamt enorm viele Arbeitsplätze.

Das erklärt auch, warum der Zustand der Automobil-Industrie in Deutschland nicht nur für Anleger, die in Aktien deutscher Autohersteller und Zulieferer investiert sind, von großer Bedeutung ist.

À propos Zustand der deutschen Automobil-Industrie:

Wie ist es eigentlich derzeit um die Schlüssel-Branche der deutschen Industrie bestellt und wie stark ist die Konkurrenz durch den US-Elektro-Autobauer Tesla für die deutschen Branchen-Größen?

Diese Fragen möchte ich jetzt auf Basis aktueller Zahlen und Fakten für Sie beantworten:

Daimler, BMW und VW im Aufwind

Zuletzt konnten sowohl VW als auch Daimler und BMW mit starken Geschäftszahlen aufwarten – v. a. der Daimler-Konzern, der die zuvor erwarteten Werte für das 1. Quartal des laufenden Jahres geradezu pulverisierten.

Auch bei den Zulassungszahlen konnten die 3 genannten Hersteller punkten. Aber auch insgesamt ist der Automobil-Absatz in Deutschland im vergangenen Monat kräftig gestiegen:

Im März legte die Zahl der neu zugelassenen PKW um 11,4% zu auf knapp 359.700 Fahrzeuge zu, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) vor wenigen Tagen in Flensburg mitteilte.

Der europäische Automarkt stellte im März sogar einen neuen Rekord auf:

Die Anzahl der Zulassungen stieg im Vergleich zum Vorjahres-Monat um 11,2% auf 1,89 Mio. PKW, wie der Branchen-Verband Acea kürzlich mitgeteilt hat.

Das sei der bisher beste März-Wert gewesen. Für das 1. Quartal summierte sich der Absatz in Europa auf 4,14 Mio. Fahrzeuge, was ein Plus von 8,4% gegenüber dem Vorjahreswert bedeutet.

Elektro-Autos: 0,7% Marktanteil in Deutschland

Unterm Strich wenig gefragt bleiben Elektro-Autos und Hybrid-Modelle.

Zwar waren reine Elektro-Modelle im vergangenen Monat gefragter als je zuvor, insgesamt wurden im März in Deutschland jedoch gerade einmal 2.642 reine Elektro-Autos neu zugelassen.

Das bedeutet einen Marktanteil von mickrigen 0,7%. Ohne die Prämie, die es für den Kauf von Elektro-Fahrzeugen gibt, wäre der Marktanteil sicher noch geringer ausgefallen.

Hybrid-Fahrzeuge, die – grob vereinfacht halb Benziner und halb Elektro-Auto sind – kommen auf einen Marktanteil von 2,1%.

Zwar nahm auch hier die Nachfrage zu, doch ist auch der Marktanteil der Hybrid-Fahrzeuge bislang zu vernachlässigen.

Langsame Verschiebungen

Was zudem auffiel:

Diesel-Modelle waren – sicher auch aufgrund der öffentlich diskutierten und teils schon angekündigten Fahrverbote – weniger gefragt als zuvor. Dafür stieg der Absatz der Benziner recht deutlich an.

Festzuhalten ist also, dass Diesel-Fahrzeuge zuletzt weniger gefragt waren, dafür Benziner umso mehr

Und die Nachfrage nach Elektro-Autos und Hybrid-Modellen zog – allerdings ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau – ebenfalls recht deutlich an.

Was bedeutet das für die Branche?

Aus meiner Sicht werden wir in naher Zukunft v. a. eine Verschiebung von Diesel-Fahrzeugen hin zu Benzinern sehen. Zudem werden nach und nach immer mehr Hybride verkauft werden.

Bei den reinen Elektro-Autos wird es nach meiner Einschätzung noch eine ganze Weile dauern, bis diese auf nennenswerte Marktanteile kommen.

Für die Hersteller und Zulieferer bedeutet das Folgendes: Sie müssen sich auf diesen Wandel einstellen – tun sie es nicht, bekommen sie große Schwierigkeiten.

Ich sehe allerdings die deutschen Autobauer und auch eine Vielzahl der deutschen Zulieferer in diesem Zusammenhang gut aufgestellt.

Fazit für Investoren

Daher gilt:

Wenn Sie in die Automobil-Branche investieren wollen, gibt es aus meiner Sicht weiterhin deutlich bessere Möglichkeiten als in die astronomisch hoch bewertete Tesla-Aktie zu investieren.

Einige der von mir angesprochenen besseren Investitions-Möglichkeiten finden Sie in meinem Börsendienst „Mittelstands-Depot“.

19. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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