So traden Sie erfolgreich Rohöl

Rohöl war speziell 2016 ein Thema, da es dort bei rund 27 $ pro Barrel sein Tief hatte – das Resultat des Abverkauf, als die Preise noch bei 70 $ lagen. (Foto: John Williams RUS / Shutterstock.com)

Rohöl war speziell 2016 ein Thema, weil es dort bei rund 27 US-Dollar pro Barrel sein Tief gefunden hat.

Dies ist das Resultat des großes Abverkauf, als die Preise noch bei 70 US-Dollar lagen. Das war im Mai 2015. Seitdem ging es erst einmal steig bergab.

Nach einer Erholungs-Phase verlief Rohöl allerdings die vergangenen 12 Monate in einem Seitwärts-Trend. Dieser lag grob zwischen 45 und 55 US-Dollar.

Offenbar ist dieser Bereich erst einmal abgeschlossen. So schnell kommen die Kurse da nicht wieder heraus.

Produktionskosten begrenzen den Preis von Rohöl

Im folgenden Chart sehen Sie die Untergrenze, die auf Tagesschlusskurs nicht unterboten wird. Nach oben sind ebenfalls die Preise limitiert; bei ca. 57 US-Dollar ist Schluss.

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Entscheidend für den Ölpreis ist grundsätzlich die Fördermenge. Auch die geopolitische Lage spielt eine Rolle – doch dieses Thema ist aktuell zumindest vom Tisch.

Auch Terror wirkt sich auf den Ölpreis aus

Besonders günstig war das Öl, als ISIS-Truppen viele Ölquellen in ihrem Besitz hatten und das schwarze Gold günstig abgaben, um ihren Krieg zu finanzieren.

Angeblich soll auch Erdogans Sohn mitgeholfen haben die Ware an den Käufer zu bringen.

Doch derzeit verliert der IS Gebiete und viele der damals besetzten Ölquellen sind wieder in Hand der vorherigen Besitzer. Auch das hat den Ölpreis so gesehen stabilisiert.

Genauso wichtig für Sie als Trader sind Nachrichten von stillgelegten Anlagen. Das muss nicht im Mittleren Osten geschehen, sondern kann auch in den USA der Fall sein.

Vielmehr wird hier jetzt spekuliert, dass die untere Preisgrenze für einige Produzenten das Existenz-Minimum darstellt.

Denn in den USA war in jeder der vergangenen 23 Wochen die Anzahl der Förderanlagen in Betrieb gestiegen. Jetzt gab es seit Langem zum 1. Mal einen Rückgang.

Es könnte – so wird gemutmaßt – somit bei rund 45 US-Dollar das Limit erreicht sein, bis wohin einige Produzenten fördern können. Darunter wird es unrentabel.

Trading gegen die Fördermenge

Wenn Sie als Anleger solche Nachrichten recherchieren, ist es wichtig herauszufinden, wie viel Wahrheit dahinter steckt.

Rohöl ist jedoch ein heißes Eisen und schnelle Kurswechsel sowie Schwankungen sind so gut wie jede Woche erkennbar.

Sollten Sie das Risiko eingehen und bei einem erneuten Test der Untergrenze auf steigende Kurse setzen, sind sie vermutlich nicht allein – und genau darin besteht die Gefahr:

Wer ab diesem Zeitpunkt Long geht, kann von einem kurzen Preisverlust ins Minus gedrückt werden. Als Optionenhändler haben Sie da natürlich den längeren Atem.

Bei Ihnen gibt es dann keine Knock-out-Schwelle. Traden Sie also keinen allzu kurzen Bereich, denn beim Öl ist alles möglich – auch das Gegenteil!

Lassen Sie sich und den Kursen deshalb ausreichend Zeit sich zu erholen und in Ihre gewünschte Richtung zu laufen!

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.