So verlieren Sie kein Geld mit einer Schrottimmobilie

Rohdiamanten erkennen Sie nur, wenn Sie diese 4 Fallen im Blick haben und richtig einschätzen - vor dem Immobilienkauf. (Foto: Alexander Raths / Shutterstock.com)

Als angehender Immobilieninvestor wissen Sie: Nicht jede Immobilie, die auf den ersten Blick attraktiv erscheint, eignet sich als Investment für Einsteiger. Gerade wenn Sie eine sanierungsbedürftige Immobilie erwerben um sie aufzuwerten und hinterher wieder zu verkaufen, lauern zahlreiche Risiken.

Ohne sorgfältige Prüfung ist es auch Immobilienprofis kaum möglich, zwischen einem entwicklungsfähigen „Rohdiamanten“ und einer Schrottimmobilie zu unterscheiden, die nicht die erwartete bzw. durch den Verkäufer versprochene Rendite bringt.

Achten Sie deshalb auf diese Fallen:

Falle 1: Sie haben sicherlich erste Ideen für die Entwicklung der Immobilie. Welche Zielgruppe möchten Sie ansprechen? Worauf legen Ihre potenziellen Mieter oder Käufer wert, passt Ihr Vorhaben zum Standort der Immobilie? Eine falsche strategische Entscheidung an dieser Stelle kann sich auch bei einem erstklassigen Zustand der Immobilie fatal auf Ihre Rendite auswirken.

Falle 2: Eine bautechnische Prüfung sollte selbstverständlich sein. Lassen Sie sich dabei am besten durch Fachleute unterstützen. Dach, Fenster und Keller müssen in Ordnung sein, ebenso die haustechnischen Anlagen. Auch das Treppenhaus sollte in einem akzeptablen Zustand sein. Risse im Fundament sind hingegen ein KO-Kriterium. Wie die Innenräume zugeschnitten (Ausnahme sind tragende Wände) oder in welchem Zustand die Räume sind, ist dagegen relativ uninteressant. All das können Sie nachträglich aufwerten.

Lego als Geldanlage: Diese 5 Regeln sollten Sie beachtenLego als Geldanlage klingt ungewöhnlich, die Renditen mit dem dänischen Plastik können aber beachtlich sein – wenn es das richtige Stück ist. › mehr lesen

Falle 3: Unverzichtbar ist auch die rechtliche Prüfung, zu der unbedingt der Blick ins Grundbuch gehört. Prüfen Sie, ob der Verkäufer auch als Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist und ob die Immobilie durch besonders belastende Rechte wie Wohn- oder Nießbrauchrechte beeinträchtigt wird. Solche Rechte können den Wert Ihrer Immobilie erheblich mindern, weil Sie Ihr Eigentum nur eingeschränkt nutzen können.

Sehen Sie sich auch den Bebauungsplan an, falls vorhanden. Dort gibt es möglicherweise Festsetzungen, die Ihre Umbau- oder Sanierungspläne einschränken.

Falle 4: Sofern nur der geringste Verdacht auf Bodenverunreinigungen oder Schadstoffe im Gebäude besteht, bringt eine umwelttechnische Prüfung Aufschluss über Belastungen, deren Sanierung später Unsummen verschlingen kann.

Das ist nur eine kleine Auswahl von Fallstricken beim Immobilienkauf. Übersehen Sie hier etwas, können die finanziellen Folgen für Ihr Investment erheblich sein.

Also seien Sie auf der Hut. In diesem Sinne sein Sie gespannt, nächste Woche stellen wir Ihnen hier im Immobilien Investor einen neuen Experten vor.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sell. Über den Autor

Andreas Sell ist heute als Investor, Geschäftsführer verschiedener Grundstücksgesellschaften, Beiratsmitglied einer Münchener Fondsgesellschaft und Autor tätig.