So „verrückt“ funktioniert die Börse kurzfristig

3 Wochen lang ging es mit dem US-Aktienindex Dow Jones abwärts.

Es waren zwar moderate Kursverluste, aber es waren Verluste.

Parallel dazu legte der DAX 30 Index zu, als wenn es kein Morgen gäbe.

Dieses kurzfristige und deutliche Auseinanderdriften der Trends war zuvor selten zu beobachten.

Am besten beachten sie es überhaupt nicht beziehungsweise messen dem keine Bedeutung bei. Vor allem richten Sie Ihre Investitionen nicht nach diesen „verrückten“ Kurskapriolen aus. Ein Beispiel:

Schlechte Nachrichten sind gut für die Aktienkurse

Am Montag dieser Woche gab es im Dow Jones die Gegenbewegung. Er legte deutlich zu. Auslöser waren vergleichsweise schlechte Nachrichten aus dem Wirtschaftsbereich.

Noch vor wenigen Jahren hätte ich meine letzten drei Sätze als vollkommen unsinnig abgetan. Aber nun haben wir die Börse paradox: Gute Nachrichten lassen die Märkte fallen. Schlechte Nachrichten lassen die Märkte steigen.

Die Meldungen, die die US-Aktien antrieben

Anfang dieser Woche gab es schwächer als erwartete Konjunkturprognosen für die US-Wirtschaft. Die US-amerikanische Industrieproduktion hatte geringer zugelegt, als prognostiziert.

Und der New York Empire State Index (ein Konjunktur-Barometer) lag auch unter den Erwartungen.

Börse paradox

Lange liegt es noch nicht zurück, da hätten Sie als Kurzfrist-Trader mit Put-Optionen einen schnellen Gewinn realisieren können, wenn Sie sofort nach Veröffentlichung dieser „schlechten“ Nachrichten auf fallende Aktienkurse gesetzt hätten.

Dieses Mal wären es Call-Optionen gewesen, die Ihnen einen schellen Gewinn beschert hätte, denn wie geschrieben:

Nach Veröffentlichung dieser eher negativ zu bewertenden Wirtschaftsdaten legte der Dow Jones zu, nachdem er drei Wochen zuvor immer leicht nachgegeben hatte.

Warum schlechte Nachrichten gut für die Aktienkurse sind

Gestern habe ich Ihnen diese drei Kurstreiber für Aktien genannt:

1. Liquidität und 2. Liquidität und 3. Liquidität

Nicht gute oder schlechte Wirtschaftsdaten bewegen die Kurse direkt, sondern die Interpretation, wie sich diese Daten wohl auf die Zinspolitik der US-Notenbank Fed und damit auf die Liquidität auswirken.

Derzeit wird „befürchtet“, dass die Fed die Zinsen moderat anheben wird. Wenn es aber „schlechte“ Wirtschaftsdaten gibt, nährt dass die Hoffnung, dass die Zinsen niedrig bleiben und das Geld weiter in die Aktienmärkte fließt.

Die Folge: Die Nachfrage nach Aktien steigt und Aktienkurse legen zu.

Beachten Sie kurzfristige Kursturbulenzen am besten überhaupt nicht

Hinzu kommt noch der große Verfallstag am morgigen Freitag. Da verfallen Optionen und Futures auf Aktien und Indizes.

Großanleger versuchen im Vorfeld oft, durch Kauf und Verkauf von Aktienbeständen die Kurse der Aktien zu ihren Gunsten zu bewegen. Diese Umsätze sorgen zusätzlich für nicht kalkulierbare Kurskapriolen.

100 oder auch 300 Punkte rauf oder runter im DAX 30 Index oder Dow Jones verändern den Trend nicht. Der ist aufwärts gerichtet. Daran ändern auch die „Börse paradox“ oder kurzfristige Kursturbulenzen nichts.

Mein Tipp:

Kommt es zu Übertreibungen nach oben, realisieren Sie Gewinne. Fallen der DAX 30 Index oder Dow Jones jedoch mal etwas mehr, nutzen Sie das als gute Kaufgelegenheit.

Zum guten Schluss: Am 19.03.1873, also heute vor 142 Jahren, kam Max Reger, der deutsche Komponist, Organist, Pianist und Dirigent, zur Welt. Er sagte:

„Blumen sind das Lächeln der Natur. Es geht auch ohne sie, aber nicht so gut.“

Na, da mach ich doch was draus:

„Optionen sind das Lächeln der Börse. Es geht auch ohne sie, aber nicht so gut.“

Stark bezweifelnd, dass mich jemand mit meiner Abwandlung des Zitats im Jahr 2094, also auch 142 Jahre nach meiner Geburt, zitiert, sende ich beste Grüße

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

19. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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