So will Microsoft seine Zukunft gestalten

Rund 2 Jahrzehnte dominierte Microsoft mit Windows unangefochten den Markt für Betriebssysteme, erst auf PCs und dann auch auf Notebooks. Doch seit einigen Jahren schneidet sich ein Wettbewerber zunehmend größere Scheiben vom „Betriebssystem-Kuchen“ ab.

Es ist der ewige Konkurrent Apple mit seinen Laptops und Tablets. Vielleicht ist es Ihnen ja auch schon aufgefallen – falls nicht, achten Sie einmal darauf:

Der Konzern präsentiert mittlerweile das „angebissene-Apfel-Logo“ seiner ästhetisch fein anzuschauenden Notebooks, Marketing-technisch geschickt, in gefühlt jeder zweiten Film- oder Serien-Produktion.

Apple beißt inzwischen auch in den Kuchen für Betriebssysteme

Die folgenden Zahlen verdeutlichen die Veränderung, die sich in den vergangenen 5 Jahren vollzogen hat:

Apple hatte Anfang 2009 (Quelle: de.statista.com) mit seinem Betriebssystem MacOSX einen weltweiten Marktanteil von 3,68%. Microsoft dominierte klar mit seinen Systemen Windows XP und Vista und einem Anteil von insgesamt 93,88%.

Im November 2014 sahen wir indes ein verändertes Bild: Apple hat mit dem Betriebssystem iOS für Tablets einen Marktanteil von 6,61% erobert. Dazu addieren sich inzwischen 8,11% für das MacOSX auf insgesamt 14,72%.

Microsoft kommt mit seinen Betriebssystemen XP, Vista, Win8, Win8.1 und Win 7 auf zusammen gerechnet nur noch auf 79,58%.

Neue Strategien für Windows

Der in Richmond, Virginia ansässige US-Software-Gigant hat darauf in verschiedener Hinsicht reagiert. Eine Konsequenz können Sie an der Frequenz neuer Betriebssystem-Versionen ablesen:

Aktuell stehen 5 Software-Versionen den zweien von Anfang 2009 gegenüber. Hiervon rückt der Konzern aber schon wieder ab, wie Sie gleich noch lesen werden.

Denn Microsoft verfolgt inzwischen eine wirkungsvollere Strategie: Die Unterstützung veralteter Betriebssysteme wird einfach rigoros eingestellt, um auch die „Veteranen-Nutzer“ älterer Systeme endlich in die Moderne zu führen.

So wird das Betriebssystem XP, das – für mich völlig unverständlich – noch in zahllosen Firmen verwendet wird, schon seit dem 8. April 2014 nicht mehr aktualisiert.

Soeben kündigte Microsoft das neue Windows 10 an – eine Woche zuvor war schon die Einstellung des Supports für Win 7 bekannt gemacht worden. Immerhin wird es, anders als für XP, für Windows 7 zunächst noch weiter sicherheits-relevante Updates geben.

Ebenfalls eine neue Marketing-Strategie: Besitzer von Win 7 und Win 8.1 sollen im ersten Jahr nach Release kostenlos auf Windows 10 umsteigen können. Der Grund:

Künftig will Microsoft keine neuen Windows-Versionen mehr im Abstand weniger Jahre auf den Markt bringen. Stattdessen soll Windows 10 gepflegt und kontinuierlich weiter entwickelt werden unter dem Motto „Software as a Service“.

Microsoft stellt die Weichen für seine Zukunft

Das zeigt: Microsoft stellt derzeit die Weichen für die Zukunft seines Flaggschiffs, das Windows-Betriebssystem und damit auch für das Unternehmen sowie den Aktienkurs.

Der nachfolgende Langfrist-Chart mag Sie dazu inspirieren, selbst zu urteilen, ob Sie die Zukunft für den Software-Giganten hell oder eher dunkel sehen. Denn die Charttechnik ist geradezu brisant:

microsoft in usd-22-01-2015

Microsoft in USD seit 1986: Die Zukunft entscheidet sich schon bald!

Wie Sie sehen, notierte der Microsoft-Kurs nach dem Absturz von seinem Allzeithoch bei knapp 54 USD im Jahr 1999 noch nie so hoch wie derzeit.

Vielleicht sehen wir ja schon bald Filme und Serien, in denen uns nicht mehr das angebissene Apfel-Logo von Laptop-Deckeln entgegen prangt, sondern sehen Notebook-Bildschirme mit Windows 10…?

22. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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