So ziehen Sie regelmäßig Bilanz und optimieren Ihren Vermögenszuwachs

Wie Sie sicher über Ihre finanzielle Zukunft entscheiden

Wenn Sie Ihre finanzielle Zukunft nicht dem Zufall überlassen wollen, sondern an einem berechenbaren, kontinuierlichen und schnellen Aufbau Ihres Vermögens interessiert sind, kommen Sie um eine sorgfältige Finanzplanung nicht herum.

Je früher Sie damit anfangen und Ihren Umgang mit Geld systematisch betreiben, desto eher wird es Ihnen auch gelingen, finanziell tatsächlich „nach den Sternen“ zu greifen. Dabei sollte Ihre persönliche Finanzplanung dort ansetzen, wo Sie auch selbst beginnen: bei einem Finanzcheck, der Ihnen Klarheit verschafft über

• den aktuellen Stand und Aufbau Ihres Vermögens,

  • • die Struktur Ihrer Einnahmen-/Ausgabenrechnung und

  • • die Höhe der für Anlagezwecke verfügbaren Mittel.

Denn das, was sein soll, ist das Ergebnis dessen, was ist. Wenn Sie schon zu Beginn von falschen Voraussetzungen ausgehen und Ihre Anlageentscheidungen darauf aufbauen, werden Sie schnell Ihre finanziellen Ziele verfehlen. Ein regelmäßiger Finanzcheck wird Ihnen helfen, einen jährlich erheblich höheren Vermögenszuwachs zu erreichen als bislang. Das können durchaus 10 % oder mehr sein. Sie werden nämlich schnell feststellen, wo die Schwächen Ihres jeweils praktizierten Anlagekonzepts liegen.

Ziehen Sie einmal jährlich Bilanz, und prüfen Sie Ihr Haushaltsbudget wenigstens halbjährlich

Finanzcheck • Vermögen und Schulden • Einkommen, Ausgaben und Steuern • Risikoneigung • persönlich-familiäres Umfeld ... Anlageziele Die 3 Elemente • Vermögensaufbau Ihrer persönlichen • Zweck-/Zielsparen Finanzplanung • Altersvorsorge • Steuerersparnis ... Anlageauswahl • Aktien • Anleihen (Bonds) • Immobilien • Beteiligungen ...

Es genügt, wenn Sie einmal im Jahr Bilanz ziehen und die Entwicklung Ihres Vermögens genauer analysieren. Am besten wird Ihnen dies im Frühjahr gelingen, nachdem Sie alle wichtigen Finanzunterlagen von Ihrer Bank, Ihrer Versi-

Alle 3 Elemente Ihrer persönlichen Finanzplanung bauen nach dem oben abgebildeten Kreislaufmodell aufeinander auf. Am Anfang steht der Finanzcheck, durch den Sie sich einen genauen Überblick über den Stand Ihres Vermögens, Ihr Ausgabeverhalten und Ihren Anlagespielraum verschaffen. Je sorgfältiger Sie diese Analyse durchführen, desto erfolgreicher werden Sie als Anleger sein.

cherung, Ihrem Arbeitgeber oder Ihrem Steuerberater vorliegen haben.

Auf ähnliche Weise sollten Sie eine regelmäßige Inspizierung Ihres Haushaltsbudgets vornehmen. Auch wenn ein monatlicher Kassensturz dafür nicht erforderlich ist, sollten Sie Ihre Einnahmen- und Ausgabenrechnung wenigstens halbjährlich prüfen. So erkennen Sie Fehldispositionen und Schieflagen schneller, und Ihnen bleibt Zeit, darauf noch im Laufe des Jahres angemessen zu reagieren.

Nach einem solchen Finanzcheck werden Sie Ihre Anlageziele umso genauer formulieren können. Die Auswahl der richtigen, an Ihrer finanziellen Situation und Ihren Anlagezielen orientierten Finanzinstrumente ist dann im Wesentlichen nur noch eine technische Frage.

Halten Sie Ordnung in Ihren Finanzunterlagen

Wenn Sie Ihren Finanzbereich schlecht organisieren, laufen Sie Gefahr, irgendwann den Überblick zu verlieren und falsche Entscheidungen zu treffen. Dem können Sie durch ein einfaches Ordnungssystem begegnen, wenn Sie die im Rahmen Ihrer persönlichen Finanzplanung immer wieder benötigten Unterlagen gleich an einer bestimmten, schnell wiederzufindenden Stelle verwahren.

Nach welchem Schema Sie dabei Ihre Unterlagen ordnen, sollten Sie selbst entscheiden. Folgende Einteilung nach Sachgruppen und die Ablage der dazugehörigen, unten beispielhaft aufgeführten Unterlagen haben sich dabei besonders bewährt:

Ordner 1 – Sach- und Geldvermögen: Grundbuchauszüge, Kauf- und Mietverträge, Versicherungsscheine von Kapital-Lebensversicherungen, Depotauszüge, Kauf- und Verkaufsabrechnungen für Wertpapiere, Urkunden über Beteiligungsrechte, Fahrzeugbriefe und ähnliches.

Ordner 2 – Schulden und Finanzierungen: Darlehens- und Kreditverträge, Grundschuldbestellungen, Zins- und Tilgungspläne, Kontoabrechnungen.

Ordner 3 – Familienbudget: Einkommensteuerbescheide, Gehaltsabrechnungen, Arbeitsverträge, Nebenkostenabrechnungen für gemietete und Bewirtschaftungskostenabrechnungen für vermietete Immobilien, Abrechnungen für laufende Versicherungen, Einnahmen-Ausgabenrechnung/Haushaltsbuch.

Ordner 4 – Steuern und Versicherungen: Einkommensteuererklärung, Einkommen- und Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheide, Festsetzungsbescheide über Kfz- und Grundsteuer, Versicherungsscheine.

Ordner 5 – Altersvorsorge, Erbschaft und Schenkungen: Beitrags- und Rentenbescheinigungen, Berechnungen von Rentenanwartschaften und Ablaufleistungen von Kapital-Lebensversicherungen, Erbschaft- und Schenkungsverträge, Testament.

Ihre Eröffnungsbilanz – wie Sie sich einen Überblick über Ihr Vermögen und Ihre Schulden verschaffen

Aufbau einer Bilanz Vermögen (Aktiva) Kapital (Passiva) Geldvermögen Schulden (Fremdkapital) Sachvermögen Eigenkapital

Aus kaufmännischer Sicht ist die Bilanz eine Gegenüberstellung von Schulden (Fremdkapital) und Vermögen, wie sie jedes Unternehmen einmal im Jahr aufzustellen hat. Ist Ihr Vermögen größer als die Schulden, so ergibt sich aus dieser Differenz Ihr Eigenkapital. Im umgekehrten Fall sind Sie überschuldet: Sie besitzen mehr, als Ihnen gehört. Eine Firma, bei der dies der Fall ist, ist gezwungen, Konkurs anzumelden.

Als Privatperson und als Geldanleger werden Sie nach einem kontinuierlichen Anstieg Ihrer Eigenkapitalbasis streben. Dies bewirken Sie aus eigener Kraft einerseits durch Einnahmen, die Sie nicht gleich wieder verbrauchen, sondern möglichst renditestark anlegen, andererseits durch den Abbau vorhandener Schulden – etwa die Tilgung eines Hypothekendarlehens.

Die Übersicht auf der folgenden Seite enthält die Bilanzpositionen, die Ihnen einen genauen Überblick über Ihr Vermögen verschaffen. Sie stehen auf der (linken) Aktivseite einer Bilanz und sind in 2 Bereiche, Geld- und Sachvermögen, untergliedert.

Seite 009 zeigt demgegenüber die Passivseite Ihrer Bilanz. Dabei wird zwischen Verbindlichkeiten, die Sie kurzfristig eingehen, und langfristigen Schulden unterschieden.

Tragen Sie in der ersten Spalte die Euro-Werte für die einzelnen Positionen – am besten per Ultimo – des entsprechen-

Der aktuelle Stand und die Entwicklung Ihres Vermögens

Stand per ............. Stand per ............. Veränderung Geldvermögen • Bargeld ……………… € ……………… € ……………… € • Giroguthaben ……………… € ……………… € ……………… € • Fest- und Termingelder ……………… € ……………… € ……………… € • Sparguthaben ……………… € ……………… € ……………… € • Sparbriefe ……………… € ……………… € ……………… € • festverzinsliche Wertpapiere ……………… € ……………… € ……………… € • Aktien ……………… € ……………… € ……………… € • Investmentfonds ……………… € ……………… € ……………… € • sonstige Wertpapiere ……………… € ……………… € ……………… € • Bausparguthaben ……………… € ……………… € ……………… € • Kapital-Lebensversicherungen ……………… € ……………… € ……………… € • sonstiges Geldvermögen ……………… € ……………… € ……………… € Geldvermögen insgesamt ……………… € ……………… € ……………… € ... in % des Gesamtvermögens ……………… % ……………… % ……………… % Sachvermögen ……………… € ……………… € • selbstgenutzte Immobilie ……………… € • vermietete Immobilie(n) ……………… € ……………… € ……………… € • geschlossene Immobilienfonds ……………… € ……………… € ……………… € • Unternehmensbeteiligungen ……………… € ……………… € ……………… € • Edelmetalle ……………… € ……………… € ……………… € • Kunst und Antiquitäten ……………… € ……………… € ……………… € • sonstiges Sachvermögen ……………… € ……………… € ……………… € Sachvermögen insgesamt ……………… € ……………… € ……………… € ... in % des Gesamtvermögens ……………… % ……………… % ……………… % Ihr Gesamtvermögen ……………… € ……………… € ……………… €

Auf der Aktivseite Ihrer Bilanz erfassen Sie Ihr Geldvermögen zu den Werten, die diese am jeweiligen Stichtag haben. Je ehrlicher Sie bei dieser Bewertung vorgehen, desto wahrer und klarer sind die aus der Analyse Ihrer Bilanz zu gewinnenden Aussagen.

den Jahres ein. Für das Folgejahr können Sie die letzte Spalte verwenden und erhalten auf diese Weise einen Überblick über die tatsächliche Entwicklung Ihres Vermögens. Die Differenz zwischen beiden Werten zeigt dann die Veränderung innerhalb von 12 Monaten an.

Wie Sie Ihr Vermögen richtig bewerten

Achten Sie bei der Eintragung der Beträge auf realistische Angaben, und rechnen Sie sich nicht reicher, als dies von der Sache her geboten ist. Die folgenden Hinweise sollten Sie dabei berücksichtigen.

Bankguthaben: Alle Anlagen ohne Kursrisiko wie Bargeld, Giroguthaben, Fest- und Termingelder, Sparguthaben, Bausparguthaben oder Sparbriefe werden mit ihrem jeweiligen Stand zum Stichtag einschließlich aufgelaufener Zinsen erfasst. Nötigenfalls erkundigen Sie sich bei Ihrer Bank nach den noch nicht ausgewiesenen Zinsbeträgen. Sollten Sie Ihr Konto überzogen haben, so erscheint der entsprechende Sollsaldo Ihres Kontos aber nicht hier, sondern auf der Passivseite Ihrer Bilanz (Seite 009).

Wertpapiere: Setzen Sie für kursreagible Wertpapiere wie Aktien, Optionsscheine, Anleihen und entsprechende Investmentfonds die zum Stichtag aktuellen Notierungen ein. Die ergeben sich aus den Ihnen zur Verfügung gestellten Depotauszügen zum Jahres-, Quartals- oder Monatsende.

Kapital-Lebensversicherungen: Lassen Sie sich von der Versicherungsgesellschaft den aktuellen Rückkaufswert mitteilen und setzen Sie diesen in Ihre Bilanz ein. Alternativ ist es auch möglich, etwa 2/3 der insgesamt eingezahlten Beträge dafür zu Grunde zu legen. Führen Sie aber auf keinen Fall die von Ihnen erwartete Ablaufleistung der Police an, da diese nicht den aktuellen, sondern nur den prognostizierten Wert Ihrer Versicherung wiedergibt. Beachten Sie auch: Eine Risiko-Lebensversicherung ist kein Kapital und gehört deshalb nicht in Ihre Vermögensbilanz.

Immobilien: Setzen Sie die aktuell erzielbaren Marktpreise ein, und achten Sie besonders auf eine nicht zu hohe Bewertung. Sie ermitteln diese Preise über örtliche Makler, aber auch über eine kritische Sichtung von Immobilienanzeigen und zeitnah durchgeführten Verkäufen von Immobilien mit ähnlicher Qualität. Wenn Sie ganz grob kalkulieren wollen, nehmen Sie aus einem zurückhaltend kalkulierten Höchstund einem großzügig kalkulierten Niedrigstwert den jeweiligen Durchschnittsbetrag. Bei vermieteten Objekten orientieren Sie sich am Ertragswert, wobei Sie – je nach Lage, Alter und Beschaffenheit Ihres Objekts – im Zweifelsfall vom 13- bis 15fachen der nachhaltig erzielbaren Jahreskaltmiete ausgehen sollten.

Geschlossene Immobilienfonds: Die Bewertung ist hierbei sehr schwierig, da es einen Zweitmarkt für solche Fonds nicht gibt. Sie sind hier auf eine Schätzung angewiesen, wobei Sie vorsichtshalber von 2/3 des Einstandspreises und den aufgelaufenen, aber noch nicht ausgeschütteten Erträgen ausgehen sollten.

Edelmetalle: Der anzusetzende Wert ergibt sich aus den aktuellen Marktpreisen am Stichtag, die Sie aus der Wirtschaftspresse oder aus den Unterlagen Ihrer Bank entnehmen können.

Kunst, Antiquitäten: Den dafür anzusetzende Wert sollten Sie sehr zurückhaltend festsetzen. Was Ihnen selbst sehr viel wert sein mag, ist für den professionellen Handel nicht maßgeblich. Da es hier keine festgelegten Marktpreise gibt, hilft Ihnen im Zweifelsfall nur ein Schätzgutachten – oder besser eine besonders niedrige Veranlagung der Gegenstände, also zum Bruchteil dessen, was Sie sich eigentlich erhoffen.

Verbindlichkeiten: Bei Ihren Schulden führen Sie jeweils nur die Restschulden auf. Diese lassen sich zum jeweiligen Stichtag anhand des Ihnen von Ihrer Bank oder Ihrer Bausparkasse zur Verfügung gestellten Zins- und Tilgungsplans oder der entsprechenden Kontoauszüge ermitteln.

Der aktuelle Stand und die Entwicklung Ihrer Schulden

Stand per .......... Stand per .......... Veränderung kurzfristige Verbindlichkeiten ……………… € ……………… € ……………… € • noch offene Rechnungen ……………… € ……………… € ……………… € • erwartete Steuernachzahlungen ……………… € ……………… € ……………… € • Kontoüberziehungen ……………… € ……………… € ……………… € • Ratenkredite (Restschulden) ……………… € ……………… € ……………… € • Kfz-Kredite (Restschulden) ……………… € ……………… € ……………… € • Wertpapierkredite ……………… € ……………… € ……………… € • sonstige kurzfr. Schulden ……………… € ……………… € ……………… € kurzfr. Schulden insgesamt ……………… € ……………… € ……………… € ... in % der Gesamtschulden ……………… % ……………… % ……………… % langfristige Verbindlichkeiten • Hypotheken (Restschuld) ……………… € ……………… € ……………… € • Bauspardarlehen (Restschuld) ……………… € ……………… € ……………… € • Policendarlehen ……………… € ……………… € ……………… € • Arbeitgeberdarlehen ……………… € ……………… € ……………… € • Verwandtendarlehen ……………… € ……………… € ……………… € • sonstige langfr. Schulden ……………… € ……………… € ……………… € langfr. Schulden insgesamt ……………… € ……………… € ……………… € ... in % der Gesamtschulden ……………… % ……………… % ……………… % Ihre Gesamtschulden ……………… € ……………… € ……………… €

Die Passivseite Ihrer Bilanz lässt die Höhe und den Aufbau Ihrer Schulden erkennen. Hohe Schulden können Ihnen dann zum Verhängnis werden, wenn Sie die Zins- und Tilgungsleistungen dafür nicht mehr oder nur schwer aus Ihrem Haushaltsbudget oder nötigenfalls Ihrem Eigenkapital aufbringen können.

Wie Sie aus der Jahresbilanz Schritt für Schritt die Höhe Ihres Eigenkapitals ermitteln

Wenn Sie von der Gesamtsumme Ihres auf der Aktivseite ausgewiesenen Vermögens Ihre auf der Passivseite festgestellten Gesamtschulden abziehen, erhalten Sie Ihr Eigenkapital.

selbstgenutztes Einfamilienhaus Sachwert (Verkehrswert) 300.000 € – Hypothek (Restschuld) – 150.000 € Eigenkapital I 150.000 €
vermietete Immobilien Ertragswert 250.000 € – Hypothek (Restschuld) – 175.000 € Eigenkapital II 75.000 €
fremdfinanzierte Wertpapiere Anleihen (zum Kurswert) 125.000 € – in Anspruch genommener Kredit – 75.000 € Eigenkapital III 50.000 €
schuldenfreies Geldvermögen Anleihen (Kurswert) 50.000 € Aktien (Kurswert) 125.000 € Goldbarren (Wiederverkaufswert) 25.000 € Eigenkapital IV 200.000 €

Zur besseren Beurteilung der Einzelpositionen ist es aber sinnvoll, Ihr Eigenkapital auch so zu ermitteln, dass das bestehende Vermögen und die darin noch befindlichen Schuldanteile direkt zu ersehen sind. Dies ist möglich, wenn Sie das Eigenkapital in einzelnen Schritten berechnen:

Anlageform Vermögen Schulden Eigenkapital Eigenheim 300.000 € 150.000 € 150.000 € vermietete Immobilie 250.000 € 175.000 € 75.000 € fremdf. Geldvermögen 125.000 € 75.000 € 50.000 € sonstiges Geldvermögen 200.000 € -,- € 200.000 € Summen 875.000 € 400.000 € 475.000 €

Aus dieser Rechnung ermitteln Sie folgendes Eigenkapital:

So beurteilen Sie den Aufbau und die Entwicklung Ihrer Finanzen

Die Ermittlung prozentualer Anteile der einzelnen Bilanzgruppen an der jeweiligen Gesamtposition ermöglicht Ihnen eine genauere Analyse Ihrer Jahresrechnung.

Am Verhältnis zwischen Geld- und Sachanlagen messen Sie die Dynamik Ihres Vermögensaufbaus

Das Verhältnis Ihres Geldvermögens zum Gesamtvermögen gibt Aufschluss über den Liquiditätsgrad Ihres Vermögens. Je höher dieser und der absolute Betrag Ihres Geldvermögens ausfallen, desto größer ist Ihr Spielraum für neue Anlagemöglichkeiten. Sie können schneller auf unvorhersehbare finanzielle Engpässe reagieren.

Alle als Geldvermögen ausgewiesenen Positionen sind grundsätzlich gegeneinander austauschbar, das heißt: Sie können im Rahmen dieses Betrages sehr dynamisch auf neue sich bietende Anlagemöglichkeiten reagieren. Versuchen Sie daher, den Anteil Ihres Geldvermögens im Verhältnis zum Sachvermögen vor allem in jungen Jahren möglichst hoch zu halten, um auf diese Weise höhere Renditeerwartungen zu realisieren.

Die Gewichtung der Einzelpositionen bestimmt den Risikograd Ihres Anlagevermögens

Betrachten Sie die Gewichtung der einzelnen Positionen Ihres Geldvermögens. Sie gibt Ihnen Aufschluss über die damit verbundene Risikostruktur Ihres Vermögens. Haben Sie überwiegend auf kursreagible Anlagen gesetzt, ist der Bestand Ihres Geldvermögens stark von der Entwicklung der jeweiligen Märkte abhängig. Sie müssen dann damit rechnen, dass Ihr Geldvermögen kurzfristig abnehmen kann. Erwirtschaftete Erträge (Spalte 3, Veränderungen) werden dann von diesem Kursrückschlag aufgezehrt.

Umgekehrt wissen Sie aber auch, dass im Anlagebereich größere Risiken mit höheren Chancen einhergehen. Eine Bevorzugung von Aktienanlagen bietet Ihnen unter langfristigen Gesichtspunkten immer noch die besten Renditechancen.

Die Gesamtsumme der Veränderungen lässt die Höhe der erzielten Rendite erkennen

Wenn Sie die Summe der Veränderungen Ihres Geldvermögens prozentual mit dem Ausgangsvermögen vergleichen, kommen Sie auf die Bruttorendite, die Ihr Geldvermögen insgesamt abgeworfen hat.

Liegt diese Rendite mehrere Jahre hintereinander unter 4 %, sollten Sie Ihr Geld umschichten. Dann bringen Ihnen Ihre Geldanlagen nach Steuern unter dem Strich kaum mehr, als Sie bei einer Inflationsrate um 2 % verlieren. Das heißt: Durch Ihre Anlagestrategie erhalten Sie gerade einmal die Substanz Ihres Kapitals.

Beurteilen Sie die Höhe und den Aufbau Ihrer Schulden nach Ihrer Lebensphase und Ihrem übrigen Vermögen

Auf der Schuldenseite Ihrer Bilanz gibt das prozentuale Verhältnis zwischen Ihren kurzfristigen und langfristigen Verbindlichkeiten Aufschluss über die Dauer Ihrer finanziellen Abhängigkeit.

Je jünger Sie sind, desto stärker können Sie sich verschulden und desto höher darf der Anteil der langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Ihrem Gesamtschuldenstand sein.

Wenn Sie sich bereits kurz vor Ihrer letzten aktiven Berufsphase befinden, sollten Sie Ihre langfristigen Verbindlichkeiten weitgehend zurückgefahren haben, um im Rentenalter etwa von einer entschuldeten, selbstgenutzten Immobilie zu profitieren.

So prüfen Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben und sorgen für zusätzliche Liquidität

Ähnlich wie eine Bilanz hat auch Ihre Budgetrechnung 2 Seiten: Auf der einen erfassen Sie Ihre laufenden Einnahmen, auf der anderen Ihre Ausgaben.

Fallen die laufenden Zahlungsausgänge höher aus als die Zahlungseingänge, ohne dass diese Zahlungen aus Sparoder Tilgungsraten resultieren, machen Sie Schulden. Es sei denn, Sie führen aus dem Vermögensbestand – also etwa aus Ihrem in der Bilanz erfassten Geldvermögen – Ihrem Haushalt neue Liquidität zu. Dann greifen Sie aber die Substanz Ihres Vermögens an, was Sie als Geldanleger, der Sie gerade am stetigen Vermögenszuwachs interessiert sind, gerade vermeiden wollen.

Umgekehrt heißt das: Je größer Ihr monatlicher Überschuss über die laufenden monatlichen Ausgaben ist, desto mehr Möglichkeiten haben Sie auch, den entsprechenden Betrag vorteilhaft anzulegen und zum weiteren Ausbau Ihres Vermögens zu verwenden. So erhöhen Sie Ihr Eigenkapital Schritt für Schritt mit Hilfe von Daueranlagen, beispielsweise über Bank- oder Fondssparpläne.

Verwenden Sie die Übersicht auf Seite 014, um Ihr persönliches Einnahme-/Ausgabeverhalten zu analysieren. Wenn Sie Zufälligkeiten ausschließen und ein genaues Bild von Ihren monatlichen Einnahmen und Ausgaben haben wollen, sollten Sie Durchschnittszahlen aus mehreren Monaten ermitteln.

In der ersten Spalte tragen Sie die von Ihnen ermittelten Beträge als Ist-Stand ein. Die letzte Spalte benutzen Sie für Ihre weiteren Anlagen und Sparziele.

Wenn Sie beispielsweise sehen, dass die Position für Urlaub und Hobby im Vergleich zum Sparanteil zu hoch ausfällt, sollten Sie hieran entsprechende Veränderungen vornehmen. Was Sie auf der einen Seite an Ausgaben einsparen,

Ihre Einnahmen- und Ausgabenrechnung (Monatsbudget)

per..................... Ist-Stand Soll-Stand Differenz Einnahmen • laufendes Nettoeinkommen ……………… € ……………… € ……………… € • sonstige Haupteinnahmen ……………… € ……………… € ……………… € • private Nebenverdienste ……………… € ……………… € ……………… € • Kindergeld ……………… € ……………… € ……………… € • ZInsen und Dividenden ……………… € ……………… € ……………… € • Brutto-Mieteinnahmen ……………… € ……………… € ……………… € • sonstige Nebeneinnahmen ……………… € ……………… € ……………… € Ihre Gesamteinnahmen ……………… € ……………… € ……………… € Ausgaben fixe Ausgaben • Wohnen/Nettokaltmiete ……………… € ……………… € ……………… € • Versicherungen ……………… € ……………… € ……………… € • Kredite (Zins und Tilgung) ……………… € ……………… € ……………… € • Unterhaltszahlungen ……………… € ……………… € ……………… € • sonstige fixe Ausgaben ……………… € ……………… € ……………… € fixe Ausgaben insgesamt ……………… € ……………… € ……………… € ... in % der Gesamtausgaben ……………… % ……………… % ……………… % variable Ausgaben • Wohnen/Nebenkosten ……………… € ……………… € ……………… € • Bewirtschaftungskosten ……………… € ……………… € ……………… € • Konsum, Kleidung ……………… € ……………… € ……………… € • Auto/Verkehrsmittel ……………… € ……………… € ……………… € • Urlaub, Hobby ……………… € ……………… € ……………… € • Sparen ……………… € ……………… € ……………… € variable Ausgaben insgesamt ……………… € ……………… € ……………… € ... in % der Gesamtausgaben ……………… % ……………… % ……………… % Ihre Gesamtausgaben ……………… € ……………… € ……………… € Ihr monatlicher Überschuss ……………… € ……………… € ……………… €

können Sie auf der anderen Seite zu Sparzwecken verwenden, ohne dass Ihr Haushalt aus dem Gleichgewicht gerät.

Rechnen Sie damit, dass Ihre Einnahmen sinken, dann sollten Sie Ihre Ausgaben um diese Differenz zurückführen und die neuen Beträge in der Soll-Spalte Ihrer Budgetrechnung angeben.

Am meisten Spielraum gewinnen Sie durch Veränderungen von Positionen im Bereich Ihrer variablen Ausgaben. Zwar können Sie auch über Teile Ihrer fixen Ausgaben grundsätzlich disponieren. Eine Änderung – etwa bei den Ausgaben für Ihre Miete – ist hierbei aber in der Regel mit erheblichen persönlichen Konsequenzen verbunden. Eine Herabsetzung Ihrer Miete werden Sie daher nur mit einem Wohnungswechsel erreichen können.

Falls Ihre Vermögensbilanz bislang nur einen geringen Anteil an liquidem Geldvermögen aufweist, sollten Sie Ihren Sparanteil im Rahmen Ihres laufenden Haushalts erhöhen. Nehmen Sie sich als Zielgröße vor, monatlich 10 % Ihres Bruttoeinkommens für Sparzwecke zu verwenden. Das wird Ihnen je nach Alter und Familienstand in manchen Jahren besser, in anderen schlechter gelingen.

Ihr Eigenkapital erhöhen Sie allerdings auch kontinuierlich, wenn Sie auf Grund einer angeschafften Immobilie ein Hypothekendarlehen aufgenommen haben und darauf regelmäßig Ihre Abträge leisten. Da diese Ihren Schuldenstand bei der Immobilie verringern, wächst indirekt auch Ihr Sachvermögen um diesen Betrag an.

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Checkliste

Die 7 Bausteine für Ihre erfolgreiche Finanzanalyse

  • gFühren Sie in regelmäßigen Abständen einen Finanzcheck durch, um einen Überblick über den Stand und die Entwicklung Ihres Vermögens sowie Ihr persönliches Ausgabeverhalten zu gewinnen.

  • gLegen Sie Ihre Unterlagen nach dem von Ihnen gewählten System in verschiedenen Ordnern ab, um jederzeit problemlos darauf zurückgreifen zu können.

  • gErmitteln Sie einmal jährlich im Zuge Ihrer persönlichen Vermögensbilanz die Höhe Ihres Eigenkapitals, und achten Sie darauf, dass dieses Kapital langfristig wächst.

  • gGehen Sie dabei von einer realistischen Bewertung Ihrer Vermögenspositionen aus, und setzen Sie Ihre Immobilien eher mit niedrigen als mit zu hohen Werten an.

  • gPassen Sie die Risikoausrichtung Ihres Geldvermögens den objektiven Erfordernissen und Ihren persönlichen Zielsetzungen an. Diese ergeben sich aus der Höhe Ihres im Zweifelsfall liquidierbaren Gesamtvermögens, aus der Lebensphase, in der Sie sich befinden, und aus Ihrer individuellen Risikobereitschaft.

  • gLegen Sie im Rahmen Ihrer persönlichen Haushaltsrechnung wenigstens 10 % Ihrer monatlichen Bruttoeinnahmen für Sparzwecke zurück. Halten Sie an diesem Ziel umso eiserner fest, je geringer Ihre sich aus der Jahresbilanz ergebende Eigenkapitalbasis ist.

  • gVerfeinern Sie Ihre persönliche Finanzanalyse bei Gelegenheit durch Einsatz eines computergestützten Rechenprogramms (beispielsweise mit „Excel“), mit dessen Hilfe Sie Ihren Finanzcheck schnell, zuverlässig und komfortabel bewältigen können.


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15. Juli 2005

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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