Social Media macht süchtig

Wenn Sie wissen wollen, warum Facebook unglücklich macht und welches das ungesündeste Netzwerk ist, dann lesen Sie hier weiter. (Foto: Ink Drop / shutterstock.com)

Sie müssen sich dem Umstand stellen, dass der größte Teil Ihres Nachwuchses (nämlich 80 Prozent der Kinder im Alter zwischen 8 und 13 Jahren) soziale Medien nutzen.

Und das mit all seinen Gefahren auf die psychische Gesundheit.

Beeinträchtigtes Wohlbefinden Ihrer Kinder

Sie wissen jetzt, warum die neue Facebook-App Messenger Kids mit einem hohen Risiko behaftet ist. US-amerikanische Kinderärzte warnen gar vor erheblichen Gesundheitsgefahren.

Und zwar deswegen: Jüngere Kinder seien nicht bereit, Social Media Accounts zu führen.

Insbesondere seien sie nicht alt genug, um die Komplexität der Online-Beziehung zu bewältigen. So könne die Nutzung sozialer Netzwerke das psychische Wohlbefinden der Kinder beeinträchtigen.

Außerdem machen sie süchtig.

Die Facebook-Programmierung

Ebenso gab Ex-Vize-Facebook-Chef Chamath Palihapitiya öffentlich zu, dass die „kurzfristigen, Dopamin gesteuerten Rückkopplungsschleifen, die wir geschaffen haben“ die Funktionsweise der Gesellschaft zerstören und uns programmieren.

Facebook macht tendenziell unglücklich

Apropos Glück bzw. Unglück: Sie werden genauso erstaunt sein, aber Facebook hat inzwischen offiziell zugegeben, dass seine Dienste tendenziell unglücklich machen können.

Allerdings komme es darauf an, wie man die Technologie einsetze. Also letztlich wie der Nutzer mit ihr umgeht.

Passiv konsumierende Social Media sei mit negativen Effekten verbunden, während aktives Engagement das Wohlbefinden steigern könne, erklärt dazu Forschungsdirektor Dave Ginsberg.

Die Ursachen der eigenen Verstimmung lägen beim Nutzer. Alles klar?

Von wegen humanistische Interessen

Facebook betont auch, dass statt Werbebotschaften und schlechte Nachrichten aus aller Welt bald wieder die Interaktion zwischen den Menschen in den Vordergrund rücken soll.

Beispielsweise, dass Beiträge von engen Freunden früher erscheinen, als Werbeanzeigen von Unternehmen.

Doch: Hinter der humanistischen Fassade von Facebook stecken knallharte ökonomische Interessen. So rechnet das Unternehmen damit, dass Nachrichten zukünftig nur noch vier Prozent des Newsfeeds ausmachen.

Aufgrund weniger Reichweite werden die Anzeigenpreise teurer. Garantiert.

Das ist das ungesündeste Netzwerk

Wissen Sie, welches das ungesündeste Netzwerk in den sozialen Medien ist? Instagram.

Das jedenfalls behaupten britische Forscher  der Royal Society for Public Health in einer aktuellen Studie. Der kostenlose Online-Dienst zum Teilen von Fotos und Videos gehört übrigens ebenfalls zu Facebook.

Teenager in Angst

Der oben genannten Untersuchung nach leidet jeder sechste Jugendliche wegen Social Media unter Angstzuständen. Dabei stieg die Zahl in den letzten 25 Jahren um sieben Prozent.

Auch das ist völlig verrückt, macht wütend. Und – ist noch längst nicht alles.

Schlafmangel wegen Social Media

Soziale Medien halten Teenager vom Schlaf ab. Man braucht wohl nicht extra zu erwähnen, dass dies für die psychische Gesundheit geradezu fatal ist.

Denn Schlafmangel führt zu Müdigkeit, diese wiederum zu Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags, was mit einer geringeren Selbstachtung und damit wieder zu Besorgnis und Stress einhergehen kann.

Das alles endet wiederum erneut in Schlafschwierigkeiten. Ein wahrer Teufelskreis.

Bedenken Sie: Gerade Jugendliche sind aufgrund des Wachstums täglich auf ein bis zwei Stunden mehr Schlaf angewiesen als wir Erwachsene.

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.