Société Générale: Französische Großbank legt sich Pariser-Fintech-Unternehmen ins Portfolio

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Die französische Societe Generale ist auf Einkaufstour: Mit Übernahme des Fintech-Unternehmens Shine sollen vor allem Kleinunternehmen beackert werden. (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Die Aktien von zahlreichen Finanzinstituten bereiten den Anlegern in diesem Jahr Kopfzerbrechen. Da machen auch die Papiere der französischen Großbank Société Générale keine Ausnahme. Seit dem Jahreswechsel notiert die Aktie immer noch rund 50% im Minus.

Wie alle Banken leidet auch das französische Institut unter dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld. Auch das Investmentbanking zeigt auf Grund der Corona-Krise enorme Bremsspuren. Die Dividende wurde vorerst gestrichen und das Management lässt den Rotstift kreiseln. Trotz massiver Einschnitte bei den Mitarbeitern treibt die Bank gleichzeitig auch ihre Expansionsstrategie weiter voran. Gerade hat das Unternehmen die Übernahme des Fintech-Konzerns Neobank Shine bekanntgegeben.

Société Générale  verstärkt digitales Angebot

Shine ist eine Neobank, die ihren Kunden Bank- und Verwaltungsdienstleistungen anbietet und an sieben Tagen in der Woche online verfügbar ist. Das Unternehmen bedient mehr als 70 Tausend Kunden und bietet ein Geschäftskonto, das vollständig online verfügbar ist. Shine ist auf Geschäftskunden spezialisiert, allen voran kleinere und mittelgroße Unternehmen sowie Selbständige. Die französische Neobank wurde 2018 gegründet und erhielt 10,8 Millionen Euro von Daphni, Kima Ventures, XAnge und mehreren Business Angels.

Derzeit schreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben noch keine schwarzen Zahlen. Die Firma gilt als wichtiger Konkurrent der ebenfalls in diesem Segment tätigen Neobank Qonto, die zu Beginn des Jahres in einer Finanzierungsrunde 104 Millionen Euro eingesammelt hat.

Übernahme soll Retail-Banking-Angebot für Kleinunternehmen ausbauen

Die französische Bank will mit Shine im rasch wachsenden Segment der Kleinunternehmen und selbständigen Unternehmer eine führende Stellung einnehmen. Über die Neobank können den Kunden Dienstleistungen wie Kredite, Versicherungen und Zahlungsverkehr angeboten werden.

Shine soll sich nun, so der Wunsch des neuen Mutterhauses, unabhängig weiterentwickeln. Société Générale will ihre jüngste Tochter dabei jedoch unterstützen und ihre Produkte zusätzlich zu den eigenen vertreiben.

Synergien innerhalb der Bankgruppe angestrebt

Die französische Großbank erhofft sich von der Übernahme aber auch Synergien innerhalb der Bankengruppe, beispielsweise über die Online-Bank Boursoram, die ebenfalls zum Konzern gehört. Mit der jüngsten Transaktion setzen die Franzosen ihre Einkaufstour ungebremst fort. Mit Fiducéo in 2015, Lumo in 2018 (die auf erneuerbare Energien spezialisierte Spar-Plattform) und der Bezahlplattform Treezor – Zukäufe gab es in den letzten Jahren einige. Mit Shine soll vor allem die Digitalisierungsstrategie weiter Fahrt aufnehmen.

Ob dies gelingt, wird sich allerdings erst in den nächsten Quartalen zeigen. Bis dahin plant die Konzernführung mit massiven Einschnitten. Um den Verlust im 1. Quartal zu kompensieren, sind in diesem Jahr Einsparungen im Umfang von 600 bis 700 Millionen Eurogeplant. Insgesamt sollen 1.600 Jobs dem Rotstift zum Opfer fallen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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