Softbank: Wal der Wall Street?

optionen

Der japanische Softbank-Konzern hat zuletzt mit größeren Käufen am Terminmarkt für Schlagzeilen gesorgt. Zudem steht ein milliardenschwerer Verkauf an. (Foto: eyeofpaul/AdobeStock)

Gestern habe ich Ihnen an dieser Stelle vom morgigen Hexensabbat, dem großen Verfallstag an den Terminbörsen, berichtet. Heute blicken wir auf einen Marktteilnehmer, der in den vergangenen Tagen und Wochen ein größeres Rad an den Terminbörsen gedreht hat und möglicherweise auch größeren Einfluss auf die Kursbewegungen rund um den Hexensabbat am morgigen Freitag nimmt.

Die Rede ist vom japanischen Softbank-Konzern. Doch der Reihe nach: In den vergangenen Tagen wurde der Technologie-Konzern Softbank, der auch als Start-up-Finanzierer bekannt ist, immer wieder als „Wahl der Nasdaq“ oder „Wal der Wall Street“ bezeichnet.

Was ist damit gemeint? Laut Financial Times hat Softbank in größerem Umfang und im Verborgenen Aktienoptionen auf US-Technologie-Aktien gekauft. Der rechnerische Wert der Call-Optionen (so werden Kauf-Optionen auf Aktien genannt) wird auf 30 bis 50 Mrd. US-Dollar geschätzt.

Aufgrund des großen Umfangs der Käufe der Call-Optionen wurde der Softbank-Konzern als „Wal der Wall Street“ oder „Wal der Nasdaq“ bezeichnet. Letzteres trifft es meines Erachtens besser, da die Nasdaq die US-amerikanische Technologiebörse ist und Softbank vor allem Optionen auf Technologie-Aktien gekauft hat.

Warum Optionenkäufe die Aktienkurse bewegen können

Kommen wir zu der Frage, warum die Käufe von Optionen die Kurse von Aktien bewegen können. Die Banken, die die Call-Optionen verkauft haben, decken sich mit den entsprechenden Aktien ein und sorgen so für steigende Kurse.

Der Grund: Der Käufer einer Call-Option erwirbt das Recht, beispielsweise eine bestimmte Aktie zu einem bestimmten Kurs zu erwerben. Je näher die Kurse an den Ausübungspreis der Option kommen, desto mehr deckt sich der Verkäufer der Option mit den Aktien ein, um diese später an den Käufer der Optionen weiterreichen zu können. Das lässt die Kurse der Aktien weiter steigen.

Aus meiner Sicht wird jedoch die Rolle des Softbank-Konzerns im Zuge der Rally der US-amerikanischen Technologie-Aktien in den vergangenen Monaten überschätzt. Denn neben dem großen Fisch (oder Wal) Softbank hat auch ein riesiger Schwarm kleiner Fische (viele Privat- und Kleinanleger, die in Technologie-Aktien investiert haben) die Kurse der amerikanischen Technologie-Aktien steigen lassen.

Softbank verkauft ARM an Nvidia

Daneben sorgte Softbank in den vergangenen Tagen aber noch für eine weitere Schlagzeile. Die Japaner wollen den britischen Chipdesigner ARM für rund 40 Mrd. US-Dollar an den amerikanischen Chip- und Grafikkarten-Spezialisten Nvidia verkaufen.

Mit der AMR-Übernahme will sich Nvidia vor allem für den zu erwartenden Boom im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) rüsten. Bis 2022 soll der KI-Markt allein in Europa auf 10 Mrd. Euro anwachsen.

Daher setze ich in meinen Börsendiensten auch auf verschiedene Gewinner des Megatrends KI. Die Nvidia-Aktie ist mir allerdings augenblicklich zu teuer. Größere Rücksetzer können jedoch interessante Einstiegsgelegenheiten darstellen.

optionen

Dell lotet Optionen für seine Tochter VMware aus – Aktie zieht deutlich anDell: Technologie-Riese lotet Verkauf von Beteiligung an VMware aus. Transaktion könnte 50 Milliarden Dollar in die Kassen spülen  › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rolf Morrien. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz