Softing: Deutlicher Gewinnsprung erwartet

Wenn Sie meine Artikel schon länger verfolgen, kennen Sie die Softing AG wahrscheinlich bereits.

Denjenigen unter Ihnen, die das Unternehmen noch nicht kennen, möchte ich es zunächst in einigen kurzen Sätzen vorstellen:

Das ist die Softing AG

Die mittelständische Softing AG, die ihren Sitz in Haar bei München hat, wurde im Jahr 1979 gegründet und beschäftigt heute über 400 Mitarbeiter.

Der Konzern ist auf Hard- und Software-Lösungen zur Daten-Kommunikation in den Geschäftsbereichen Automotive, Industrial und IT Networks spezialisiert.

Die Kernthemen im Bereich Automotive sind die Schlüssel-Technologien Diagnose, Messen und Testen – ein Bereich also, der in Zukunft zunehmend Beachtung finden wird.

Damit ist Softing in vielen spannenden Bereichen tätig. Doch die Geschäfte laufen nicht komplett rund:

Die Firma hat seit einiger Zeit, salopp gesagt, Probleme damit ihre zweifellos vorhandenen PS auf die Straße zu bringen. Doch das soll sich in den kommenden Monaten ändern:

Softing-Chef Wolfgang Trier hat vor einigen Wochen in einem Interview gesagt, dass er im kommenden Jahr einen Gewinnsprung um 50% erwartet.

Bevor ich gleich noch näher auf die Zukunfts-Perspektiven von Softing eingehe, stelle ich Ihnen zunächst die jüngsten Zahlen vor:

Gemischtes Bild bei den jüngsten Zahlen

Bei den Zahlen der Softing AG zeigte sich zuletzt ein gemischtes Bild:

Im Bereich der Lösungen für Fabrik-Automationen verzeichnete man eine unverändert starke Nachfrage, die den Halbjahres-Umsatz in diesem Segment um knapp 20% auf 30,7 Mio. € wachsen ließ.

Der operative Gewinn verbesserte sich in diesem Segment von -1,1 auf +1,7 Mio. €.

Deutlich schwächer präsentiere sich dagegen der Bereich Automotive, dessen Erlöse nach Problemen mit Entwicklungs-Projekten von 12,4 auf 8,7 Mio. € sanken.

Auch das operative Ergebnis (EBIT) war in diesem Segment rückläufig. Das Softing-Management äußerte jedoch, dass die Talsohle hier bereits durchschritten sei.

Die Entwicklungs-Aktivitäten konnten stabilisiert werden und die Neukunden-Gewinnung verläuft wieder vielversprechend.

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr

Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen operativen Gewinn von 5 Mio. € bei einem Umsatz von 82 Mio. Der Löwenanteil des Ergebnisses soll im 4. Quartal generiert werden.

Im Schlussquartal erwartet Softing hochmargige Großaufträge für Software-Produkte.

Schafft man es im 3. und dem noch wichtigeren 4. Quartal wieder auf stärkeres Wachstum umzuschalten und somit auch seine PS auf die Straße zu bringen, steht die Aktie vor einer positiven Neubewertung.

Wenn das Unternehmen sein Potenzial ausschöpfen und in operative Erfolge ummünzen kann, steht der Aktie ein deutlicher Schub nach oben bevor.

Konservative Anleger warten aber besser zunächst die 9-Monats-Zahlen und vielleicht auch noch die 2017er-Zahlen ab.


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2. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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