Softing: Warum der Nischenwert von vernetzten Autos profitiert

Das Internet der Dinge sorgt bei Softing, einem Anbieter von Steuerungs- und Kommunikations-Techniken, für Rückenwind. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Schlagwörter wie das Internet der Dinge oder vernetzte Fahrzeuge dominieren zur Zeit die Medien.

Aber wer profitiert eigentlich von diesen Trends? Oft sind es kleine Firmen, die sich in lukrativen Nischen positioniert haben.

Eine dieser Firmen ist Softing, ein Anbieter von Steuerungs- und Kommunikations-Techniken; ein Leichtgewicht an der Börse mit gerade einmal 70 Mio. € Marktwert.

Softing im Porträt

Softings Kernkompetenz ist die Daten-Kommunikation in Produktions-Anlagen, der Prozess-Industrie sowie der Automobil-Elektronik.

Für diese Zielmärkte bietet das Unternehmen Hard- und Softwareprodukte, Services sowie komplette Systemlösungen an.

Die besondere Kompetenz liegt in der Verbindung dieser beiden Segmente.

  1. Im Bereich Industrial Automation (28,4% der Gesamt-Umsätze) werden Hard- und Software-Lösungen für den Austausch von Informationen in unterschiedlichsten Produktions-Anlagen angeboten. Dazu zählen Montagelinien, chemische Anlagen, Öl- und Gasförderung oder Raffinerien.
  2. Im Segment Industrial Automation (71,6% der Gesamt-Umsätze) bietet der Konzern Lösungen zum Testen komplexer IT-Netzwerke in der Industrie-Automation, Büro-Installationen und Rechenzentren.

Im Bereich Automotive Electronics liefert Softing zudem Lösungen, die es Ingenieuren und Werkstätten ermöglichen, die Elektronik von PKW / LKW zu testen und Fehler durch Daten-Auswertung zu erkennen.

Unterwegs in Nischenmärkten

Softings Zielanwendungen, die den Daten-Austausch zwischen elektronischen Komponenten innerhalb von Netzwerken und mit der Außenwelt ermöglichen, bestehen aus zahlreichen Nischen.

In diesem tritt die Firma oftmals gegen kleine Wettbewerber an. Die großen Player der Automatisierungs-Industrie sind dort weniger aktiv.

Internet der Dinge treibt Wachstum voran

Softing profitiert von der zunehmenden Verfügbarkeit schneller Daten-Übertragungen und sinkender Preise für Sensoren und Rechenleistung.

Immer mehr Daten werden in Echtzeit erfasst oder Geräte überwacht.

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Dabei ermöglicht Softing seinen Kunden den Daten-Austausch innerhalb großer Industrie-Anlagen oder im Automobil und profitiert so von strukturellen Wachstumstreibern.

Jahresauftakt besser als erwartet

Auch wenn es noch nicht überall rund läuft, die gerade vorgelegten Zahlen konnten die Erwartungen der Analysten übertreffen.

Das Automotive-Segment leidet unter deutlich verzögerten Produkt-Entwicklungen, wodurch es hier zu sinkenden Umsätzen bei zunächst unverändert hohen Kosten kam.

Die hat die Ergebnisse belastet.

Unterm Strich kletterten die Erlöse auf Konzern-Ebene im 1. Quartal auf 19,8 Mio. €. Das sind 10,6% mehr als im vergleichbaren Vorjahres-Quartal.

Beim Vorsteuer-Ergebnis musste der bayerische Konzern allerdings einen Rückgang auf 0,5 Mio. € verkraften (-28% zum Vorjahr).

Auftrags-Eingang stimmt optimistisch

Für den weiteren Jahresverlauf ist Firmenchef Dr. Wolfgang Trier zuversichtlich und erwartet einen moderaten Anstieg der Erlöse.

Untermauert wird die Zuversicht von einem Auftrags-Eingang in Höhe von 21,8 Mio. €, der sich um 23% verbessert hat.

Beim Vorsteuer-Ergebnis peilt der Steuerungs-Spezialist 5,7 – 6 Mio. € an. Insbesondere das Industrial Segment soll für starke Zuwächse sorgen.

Im Automobil-Bereich rechnet Softing weiter mit einem rückläufigen Geschäft.

Fazit

Die Nischenmärkte, in denen sich Softing bewegt, sind ausgesprochen spannend.

Allerdings muss das Unternehmen jetzt zeigen, dass es bei einem Jahres-Umsatz von knapp über 80 Mio. € auch die Profitabilität in die Höhe schrauben kann.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.