Software-AG-Aktie: Darmstädter schrauben Jahres-Prognose nach oben

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Der Aktienkurs der Darmstädter Software AG profitiert nur kurzfristig von positiven Nachrichten. Hier erfahren Sie alles Weitere dazu: (Foto: solarseven / Shutterstock.com)

Wie gewonnen, so zerronnen – trotz einer erhöhten Jahres-Prognose konnte die Aktie der Darmstädter Software AG ihre anfänglichen Gewinne von über 3% nicht halten.

In einem schwachen Marktumfeld rutschten die Papiere sogar leicht in die Verlustzone. Seit Jahresbeginn summieren sich die Kurs-Aufschläge in der Aktie auf gut 10%.

Damit hat die Aktie allerdings nur die Hälfte der Gewinne des Vergleichs-Index TECDAX mitgemacht.

Software AG: Viertgrößter Software-Konzern Europas

Wussten Sie, dass es sich bei der Software AG um ein wahres hessisches Traditions-Unternehmen handelt?

Immerhin wurde der Software-Spezialist bereits im Jahr 1969  gegründet. Heute gehört der Konzern zu den 4 größten Software-Firmen  Europas.

Dabei umfassen die Geschäfts-Aktivitäten die folgenden Segmente:

  1. Im Bereich DBP (Digitial Business Platform) betreibt man eine Softwareö-Plattform für Geschäfts- und  IT-Transformation, Analytik und Entscheidungs-Findung, Prozess-Optimierung, Integration und In-Memory-Daten-Management.
  2. Im Segment A&N (Adabas & Natural) bietet der Konzern seine Hochleistungs-Datenbank Adabas an, die auf sogenannten Mainframe-Rechnern zum Einsatz kommt.

Hohe Kundenbindung und hohe Wettbewerbs-Qualität

Zahlreiche Analysten loben die hohe Kundenbindung der Firma durch die Verzahnung mit der IT der Unternehmen.

Das mündet in Verlängerungs-Raten bei Software-Wartungsverträgen von über 90%.

Zugleich erzielen die Darmstädter mehr als 60% wiederkehrende Lizenz-Umsätze infolge von Produkt-Upgrades und Wartungs-Verträgen.

Das stellt für die Anleger eine gut planbare Größe da, da diese lukrativen Einnahmen langfristiger Natur sind.

Auf dem Gebiet der Prozess-Optimierung und System-Integration ist die Software AG mit einem Weltmarkt-Anteil von jeweils ca. 10% sogar einer der größten Player weltweit.

Gewinn klettert um 10%

Die gerade vorgelegten vorläufigen Zahlen waren gar nicht mal schlecht. Immerhin stieg der Nettogewinn mit einem Zuwachs von 10% auf 40,2 Mio. € deutlich stärker als der Umsatz.

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Dieser kletterte im vergleichbaren Zeitraum nur um 2% auf 207,4 Mio. € nach oben.

Getrieben wurde das Ergebnis-Plus v. a. von den gewinnträchtigen Wartungs-Verträgen im Geschäft mit Integrations-Software (DBP Digital Business Platform).

Sinkende Lizenz-Verkäufe sorgen für Unmut bei den Anlegern

Allerdings gab es auch Schattenseiten im Zahlenwerk. Denn bei der Umsatz-Entwicklung enttäuschte das zur Wachstums-Sparte gehörende Geschäft.

Da die Lizenz-Verkäufe um 6% nach unten purzelten, erzielte der Software-Konzern hier nur Erlöse von 104,1 Mio. €. Das trieb den Anlegern Sorgenfalten auf die Stirn.

Denn mit rückläufigen Lizenz-Erlösen sinkt auch die Chance, den Kunden die hochmargigen Wartungs-Verträge zu verkaufen.

Konzernführung zeigt sich optimistisch und schraubt Jahres-Prognose nach oben

Dennoch zeigt sich die Firmenspitze zuversichtlich und hebt die Jahres-Planung an.

Das Management erwartet jetzt eine operative Marge (Anteil des bereinigten Betriebs-Ergebnisses am Umsatz) von 31 – 32%.

Für Sie zum Vergleich: Bislang war der Konzern lediglich von einer Bandbreite von 30,5 – 31,5% ausgegangen.

Die stark aufgestockte Vertriebs-Mannschaft und Zukäufe sollen den Darmstädter Rückenwind verleihen.

Verhaltene Reaktion der Analysten

Nach den vorgelegten Zahlen zeigen sich die Analysten hingegen eher zurückhaltend:

Durchschnittlich erwarten die Experten einen Gewinn je Aktie von 2,54 € für das kommende Geschäftsjahr.

Damit handelt die Aktie aktuell mit dem knapp 16-fachen der erwarteten Gewinne.

Das durchschnittliche Kursziel liegt 37,03 € im Moment 2,5% unter dem aktuellen Kursniveau von 37,97 €.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.