Software AG: Kursfeuerwerk nach starken Geschäftszahlen

Nicht immer sind steigende Gewinne notwendig, um einen Aktienkurs nach oben zu bringen. Bestes Beispiel hierfür ist der TEC-DAX-Konzern Software AG:

Obwohl die Gewinne sogar sanken, ging der Aktienkurs regelrecht durch die Decke.

Mit einem Tages-Plus von über 7% am vergangenen Freitag sind die Papiere auf dem besten Weg, ihr Mehrjahres-Hoch vom vergangenen Oktober zu knacken.

Umsatz stagniert zum Jahresstart

Auf den 1. Blick ist der Optimismus der Anleger nicht ganz einfach nachvollziehbar: Die Gesamt-Erlöse stagnierten im 1. Quartal bei 206 Mio. € und das Betriebs-Ergebnis ging auf 56,3 Mio. € zurück (-5%).

Allerdings hatten die Analysten nur mit einem Umsatz von 202 Mio. € und einem Betriebs-Ergebnis von 51,3 Mio. € gerechnet.

Die schwache Erlös-Entwicklung ist v. a. auf die rückläufigen Verkäufe von Datenbanken zurückzuführen.

Zugleich hat eine groß angelegte Marketing-Offensive die Gewinne ausgebremst. Diese sollten aber sich in den kommenden Quartalen positiv auf die Geschäfts-Entwicklung auswirken.

Geschäft mit Integrations-Software mit kräftigem Zuwachs

Das Positive zum Jahresstart: Das Wachstums-Geschäft mit Integrations-Software zeigte sich ausgesprochen robust (Umsatz-Plus: +12% auf 105,6 Mio. €).

Insbesondere der Bereich Industrie 4.0 und Aufträge aus dem Bereich Internet der Dinge haben zu dem guten Ergebnis beigetragen.

Erfreulich lief es auch im Beratungs-Geschäft mit einem Umsatz-Plus von 9% auf 52 Mio. €.

Schwach sah es hingegen in der Sparte Adabas & Natural (Datenbanken) mit einem Umsatz-Schwund um 25% auf 48 Mio. € aus.

Vorstand gibt optimistischen Ausblick

Die Konzernführung geht auf Jahressicht von einer Verbesserung der operativen Gewinnmarge aus. Konkret peilt die Software AG eine Marge von 30,5 – 31,5% an.

Für Sie zum Vergleich: Im vergangenen Quartal lag die Marge auf Grund der massiven Investitionen mit 27,5% deutlich unter dieser Zielmarke.

Auch beim Umsatz sollte es wieder aufwärts gehen:

In der größten Geschäftssparte Digital Business Plattform (DBP), in der die Integrations-Software gebündelt ist, könnte eine Umsatz-Steigerung von immerhin 5 – 10% drin sein.

Im Datenbank-Bereich dürfte es hingegen währungsbereinigt um 2 – 6% nach unten gehen.

Warum Anleger das Geschäftsmodell der Software AG lieben

 Viele Anleger schätzen die hohe Kundenbindung des Darmstädter Software-Konzerns durch die Verzahnung mit der IT der Unternehmen.

Immerhin liegen die Verlängerungsraten der Software-Wartungsverträge bei über 90%. Mehr als 60% der Erlöse erzielt der Konzern in Form wiederkehrender Lizenz-Erlöse.

Auf dem Gebiet der Prozess-Optimierung und System-Integration verfügt der Konzern mittlerweile über einen Weltmarkt-Anteil von rund 10%.

Auch die Analysten zeigen sich zuversichtlich: Nach einem Gewinn je Aktie von 2,48 € in diesem Jahr gehen die Experten von einem Anstieg auf 2,62 € im nächsten Geschäftsjahr aus.

Damit wird die Aktie an der Börse aktuell mit dem 14-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet.

25. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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